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International und offen

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Als sich Victoryia Labunets vor ziemlich genau zehn Jahren in Villars-sur-Glâne niederliess, fielen ihr als Erstes die vielen Grünflächen und Spielplätze, die Picknickstellen im Wald und die Sportanlagen auf. «Ich war unglaublich beeindruckt vom Angebot an frei zugänglichen Infrastrukturen.»

Die heute 42-jährige Weissrussin war mit ihrer Familie aus Portugal in die Schweiz gezogen, weil ihr Mann beim Sensorenhersteller Meggitt eine Anstellung als Ingenieur gefunden hatte. «Ich habe mich schnell integriert. Villars-sur-Glâne ist sehr international», sagt sie. Tatsächlich haben sich in der Saanegemeinde Unternehmen von internationalem Ruf niedergelassen: der Luxusuhrenhersteller Cartier, der Lifthersteller Otis, das Pharmaunternehmen Vifor, um nur einige zu nennen.

Doch Labunets fand nicht nur unter Zuzügern Freunde, sie lernte auch schnell viele Einheimische kennen, etwa beim monatlichen Sonntagsapéro in ihrer Strasse. Für die Mutter von drei Kindern waren auch die Schule und der Spielplatz Orte, um Bekanntschaften zu schliessen. «Ich bin zudem von Natur aus sehr offen, das hilft.» Eher gewöhnungsbedürftig fand Victoryia Labunets die Gemeinschaftswaschmaschinen in den Mehrfamilienhäusern oder Regeln wie die, dass man nach 21 Uhr keinen Lärm mehr machen darf.

Gemeinde ohne Ortskern

Labunets genügte es aber nicht, bloss an der Oberfläche zu kratzen, sie wollte tiefer schürfen und das Wesen der hiesigen Bevölkerung ergründen. Dafür lernte sie Französisch und liess sich im Rahmen von «Gemeinsam in der Gemeinde» – auf Französisch «Communes sympas» – zur Vernetzerin ausbilden. Das kantonale Projekt fördert die Lebensqualität, das Zusammenleben und die Partizipation auf lokaler Ebene. «Leider ist Villars-sur-Glâne inzwischen wieder ausgestiegen», sagt Labunets. Dies sei aus Spargründen geschehen, aber auch, weil sich die Vernetzerinnen und Vernetzer nach der Ausbildung nicht im erwarteten Masse engagiert hätten.

Das trifft allerdings nicht auf Labunets zu. Sie organisiert und bestreitet zusammen mit anderen jeweils den Wochenmarkt auf der Place Minérale im Ortsteil Cormanon. «Ich verkaufe Konfitüren, eingemachtes Gemüse, Brot und anderes Gebäck.» Das Gemüse bezieht sie von einem Biohof in Vuisternens-en-Ogoz, die Rezepte für das Gebäck stammen aus ihrer alten Heimat Weissrussland. Der Markt werde nicht schlecht besucht. «Jedenfalls besser als am vorherigen Standort Dailles.» Inzwischen zählt er rund zehn Stände.

Das Problem von Villars-sur-Glâne sei es aber, dass die verschiedenen Ortsteile nicht wirklich miteinander verbunden seien. «Es gibt auch keine Buslinie, die alle Quartiere anfährt. Oft müssen wir einen Umweg über den Bahnhof Freiburg in Kauf nehmen.»

Labunets, die bei Pro Velo die Administration macht und die Velokurse koordiniert, kümmert sich auch um die kommunalen Bienenstöcke im Platy, die von Schulen besucht werden können, hilft die Gemeinschaftsgärten und Hochbeete der Gemeinde zu bewirtschaften und stellt in Ateliers mit Kindern Nistkästen für die Vögel her. Die Hochbeete bilden den «Sentier des Incroyables Comestibles», der Quartiere miteinander verbindet. Auf die Frage, woher ihr Engagement komme, sagt die lebensfrohe Frau: «Wir brauchen alle etwas, das uns erfüllt.»

Gravitationspunkt gesucht

Labunets Lieblingsort ist die Domaine Notre-Dame de la Route. Das Anwesen, das an den Moncorwald grenzt, wurde einst als Noviziat der Jesuitengemeinschaft erbaut. Heute wird es vom Zentrum für gesellschaftliche und berufliche Eingliederung Freiburg (CIS) geführt, einer kantonal anerkannten gemeinnützigen Stiftung. Es bietet Übernachtungsmöglichkeiten, Seminarräume und einen grossen Park und lädt zum Spazieren, Kaffeetrinken und Verweilen ein. «Der Ort hat das Potenzial eines eigentlichen Dorfzentrums.»

Die Existenz eines veritablen Ortskerns könnte an Bedeutung gewinnen, wenn sich der Gravitationspunkt von Villars-sur-Glâne im Fall einer Grossfusion Richtung Freiburg verschiebt. Eine Fusion, die Labunets grundsätzlich begrüsst, die für sie aber auch noch viele Fragezeichen bereithält. «Faktisch sind die Gemeinden im Kantonszentrum ja schon miteinander verbunden», sagt Labunets. Ihre beiden älteren Kinder besuchen in Freiburg die OS und das Gymnasium und gingen dort in den Musikunterricht. «Fürs Schwimmen sind wir sogar bis nach Düdingen gefahren.»

Eine Fusion der neun Gemeinden Avry, Belfaux, Corminboeuf, Freiburg, Givisiez, Granges-Paccot, Marly, Matran und Villars-sur-Glâne wäre nach Ansicht von Labunets zudem insofern gerecht, als die kleineren Gemeinden auch die Infrastrukturen der Stadt Freiburg nutzen. Als engagierte Einwohnerin von Villars-sur-Glâne sorgt sie sich aber auch, dass die kleinen, gemeindeeigenen Projekte es künftig schwerer haben könnten. «Können wir uns in der Grossgemeinde noch Gehör verschaffen?»

Zahlen und Fakten

Vom Dorf zur Stadt

Villars-sur-Glâne erstreckt sich an aussichtsreicher Lage am oberen nördlichen Talhang der Glane, kurz vor ihrer Mündung in die Saane. Zur Gemeinde gehören die Wohnquartiere von Cormanon, Les Daillettes und Bertigny, die Industrie- und Gewerbesiedlung Moncor östlich des Moncorwalds sowie der Weiler Sainte-Apolline am nördlichen Ufer der Glane. Nachbargemeinden sind Freiburg, Marly, Hauterive, Matran, Corminboeuf und Givisiez. Durch Zuwanderung aus dem Ausland und Zuzug aus anderen Gemeinden der Westschweiz und mit der Ansiedlung verschiedener Industriezweige ist die Bevölkerungszahl auf 12 000 Einwohner angewachsen. Seit Dezember 2004 gilt Villars-sur-Glâne als Stadt. Sie ist die drittgrösste Gemeinde des Kantons Freiburg und die bedeutendste Vorortsgemeinde der Stadt Freiburg. Rund 80 Prozent der Bewohner sprechen Französisch, 20 Prozent Deutsch.

rsa

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