Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Interview: «Im Figurentheater ist alles möglich»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Roland Jeanneret sprach mit den FN über die Anfänge seines Figurentheaters, die Faszination des Puppenspiels und über seine Lieblingsfigur.

Sie waren neun Jahre alt, als Sie Ihren «RJKAS-Club» gründeten. Erinnern Sie sich noch an die Anfänge?

Das war anfangs nicht mehr als eine Bubenangelegenheit im Quartier, ein Kasperlitheater für andere Kinder, zuerst im Trocknungsraum unseres Wohnblocks, dann in der Garage des Vaters von einem von uns. Die Holzbretter, aus denen wir die Sitzbänke für das Publikum bauten, klauten wir nachts auf einer Baustelle. Wir spielten immer in den Frühlings-, Sommer und Herbstferien vor 40 bis 50 Kindern. Irgendwann fragte uns die Kirchgemeinde für einen Auftritt an einem Wohltätigkeitsbasar an. Das war der Startschuss für viele weitere Auftritte, zuerst in der Region Bern, dann auch in anderen Schweizer Städten.

50 Jahre blieben Sie dem Figurentheater treu. Was ist die Faszination daran?

Im Figurentheater ist alles möglich, man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen, Proportionen, Zeiten und Dimensionen durcheinanderbringen und mit einfachsten Mitteln Illusionen erzeugen. Dazu kommt, dass wir höchst selten mit vorgegebenen Texten arbeiteten, sondern meistens improvisierten. Das erlaubte es, die Kinder im Publikum einzubeziehen und mitbestimmen zu lassen. So war auch für uns jede Vorstellung ein neues Abenteuer. Im Übrigen glaube ich, dass mir diese Art des Theaterspielens für meine späteren Tätigkeiten als Moderator und Radiomann viel brachte: Die Eloquenz, die Schlagfertigkeit, den Umgang mit der Sprache habe ich von Kindsbeinen an trainiert.

Warum haben Sie die Truppe 2006 aufgelöst?

Das 50-jährige Bestehen war ein guter Anlass. Irgendwann war es einfach genug. Wir waren schliesslich alles Amateure, und jeder hatte sein Berufsleben. So wurde es zum Beispiel immer schwieriger, Probentermine zu finden. Schön ist, dass wir für den Grossteil unseres Materials Abnehmer fanden und so alles ein bisschen weiterlebt – unter anderem im Figurentheater-Museum Freiburg.

Hatten Sie in all den Jahren eine Lieblingsfigur oder ein Lieblingsstück?

Ich habe sehr oft den Zauberer gespielt, und eines unserer erfolgreichsten Stücke war «Em Zouberer sy Chrütergarte», das wir in drei Versionen gespielt haben. Die Prinzessin kann darin nur mit dem Nieswurz aus dem Garten des Zauberers von ihrem Dauer-Schluckauf geheilt werden, und am Ende gelingt es natürlich dem Kasperli, ihr das Kraut zu besorgen … cs

Mehr zum Thema