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Investitionen in die Sprache lohnen sich

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Investitionen in die Sprache lohnen sich

Auch in Deutschfreiburg: Erster nationaler Tag der Logopädie

Die Sprache ist für Menschen so selbstverständlich, dass sie sich dieser Tatsache erst bewusst werden, wenn sie beeinträchtigt ist oder fehlt. Logopäden helfen sprachbehinderten Menschen, die Sprache zu entwickeln, zu verbessern oder wieder zu erwerben.

Von ANTON JUNGO

Der Deutschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband (DLV) feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass führt er am Mittwoch, 31. August unter dem Motto «Logopädie lohnt sich» einen nationalen Tag der Logopädie durch. Auch der Verein der Deutschfreiburger Logopädinnen und Logopäden (FLV) ist dem DLV angeschlossen. Dem FLV gehören rund 40 Mitglieder an. Er lädt am Mittwoch zu einer Podiumsdiskussion zum Thema «Lohnt sich Logopädie?» nach Tafers ein.

Keine Frage: Logopädie lohnt sich

Für Barbara Knapp Schneuwly, Präsidentin des FLV, steht ausser Frage, dass sich Logopädie lohnt. «Logopädinnen beschäftigen sich vorzugsweise mit Kindern. Je früher man mit einer Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen auf Erfolg», meint sie und ist überzeugt, dass durch die logopädische Behandlung viele Folgeschäden (und -kosten) vermieden werden können. «Es ist deshalb wichtig, dass die Gesellschaft in die Sprache investiert», betont sie.

Zahlreiche Probleme, mit denen die Schule konfrontiert sei, wie die Verhaltensauffälligkeit von Kindern, hätten ihre Ursache oft in nicht bewältigten Sprachschwierigkeiten. «Aussprachestörungen sind die auffälligsten. Es gibt aber viel komplexere Störungen», meint die Logopädin Caroline Beyer, Leiterin der Geschäftsstelle des FLV. 90 Prozent der Lernbehinderungen hätten eine Sprachstörung als Ursache. In der Logopädie, die im Idealfall in den Schulbetrieb integriert ist, werden Kinder mit den unterschiedlichsten sprachlichen Schwierigkeiten behandelt: mit Schwierigkeiten im Redefluss (z. B. Stottern), Stimmproblemen, organischen Problemen (wie Näseln oder mit Lippe-, Kiefer- und Gaumenspalten). «Es kommen aber auch Kinder zu uns, die Mühe haben, die Sprache zu erwerben; Kinder, die nicht über Zwei-Wort-Sätze hinauskommen», erklärt Caroline Beyer. Anderen Kindern gelingt es nicht, lesen zu lernen, oder sie können Wörter, die sie hören, nicht aufschreiben. Sehr viele Kinder haben Mühe, die Sprache über das Ohr aufzunehmen. Sie hören andere Buchstaben als jene, die gesprochen werden. Noch andere Kinder können sich kein Wortbild vorstellen.
«Meist handelt es sich bei diesen Schwierigkeiten um eine Blockade», meint Barbara Knapp Schneuwly. «Die Logopädin versucht, diese Blockade zu lösen und den Sprachfluss in Gang zu bringen», führt sie aus. Sie weist darauf hin, dass vor allem versucht wird, Strategien zu entwickeln, wie das Kind sich selber helfen kann. Bei der Behandlung ist die Mitarbeit der Angehörigen und der Lehrpersonen wichtig. Es findet auch eine enge Zusammenarbeit mit andern Diensten (Heilpädagogen, Schulpsychologen und Ärzten) statt.

Ein weites Betätigungsfeld

Die Logopädie im Rahmen des Schulbetriebes ist aber nur ein Teil eines weiten Betätigungsfeldes. Logopäden arbeiten auch in Spitälern – z. B. mit Patienten, die einen Schlaganfall oder eine Hirnverletzung erlitten haben, und helfen ihnen das sprachliche Gedächtnis wieder abzurufen. Andere sind in Sprachheilschulen und Sonderschulen engagiert. Wieder andere führen eine eigene Praxis. «Sehr oft können wir nicht alle Kinder selber behandeln», meint Caroline Beyer. «Wir sind froh, diese an freischaffende und oft spezialisierte Fachleute weiterleiten zu können.»

Wer trägt die Kosten?

Logopädische Behandlungen sind für alle Kinder gratis, soweit die Gemeinden entsprechende Verträge mit dem regionalen Schuldienst Freiburg abgeschlossen haben. In schwierigen Fällen trägt die IV die Kosten; auch für die Behandlung durch freischaffende Logopädinnen und Logopäden. In klinischen Fällen werden die Kosten von der Krankenversicherung getragen.

Eine Änderung wird es mit der Inkraftsetzung des neuen Finanzausgleichs geben. Auch die Finanzierung der Sprachterapien von Personen mit schweren Sprachstörungen wird vom Bund (der IV) auf die Kantone übergehen. Der FLV zeigt sich besorgt darüber, ob der heutige Standard beibehalten werden kann.

Podiumsgespräch zum Thema «Lohnt sich Logopädie?», Aula der OS Tafers, Mittwoch, 31. August, um 19 Uhr. Offen für alle Interessierten. www.logopaedie-fr.ch

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