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Ist die Börsenkorrektur bald überstanden?

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Janet Yellen, die Chefin der US-Notenbank Federal Reserve, stellte am 1. Oktober klar, dass die US-Leitzinsen in diesem Jahr doch noch steigen könnten. Eine Woche zuvor hatte das noch anders geklungen. Somit herrscht weiterhin Verwirrung um die Geldpolitik. Und allein aus diesem Grund dürften die Börsen weiter volatil bleiben. Doch gerade solche Phasen bieten oft auch Einstiegschancen. Und obgleich sich die Geschichte nicht wiederholt, legt sie dennoch nahe, dass das Schlimmste schon vorbei sein könnte.

Generell gilt, dass verwirrende Nachrichten, temporäre Orientierungslosigkeit und Hektik zum Börsenleben gehören. Kurzfristig sind all diese Elemente sinnvoll und wichtig. Dennoch sollten wir versuchen, mittelfristig potenziell bedeutungslosen Lärm als solchen zu identifizieren und das Gesamtbild im Auge zu behalten. Daher lohnt es sich, die aktuellen Turbulenzen im Lichte vergangener Erfahrungen zu beleuchten.

Korrektur oder Baisse?

Zunächst sei festgestellt, dass die aktuellen Verwerfungen inmitten einer seit Jahren anhaltenden US-Konjunkturerholung stattfinden. Der Privatkonsum stellt den mit Abstand wichtigsten Treiber der US-Wirtschaft dar. Stellvertretend für grosse, allgemeine Konjunkturzyklen steht der Verbrauchervertrauensindex der Universität Michigan. Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen der heutigen Situation und der im Herbst im Jahr 2000 sowie 2007, als die letzten zwei Börsenbaissen eingeleitet wurden. Im Jahr 2000 notierte das Vertrauensbarometer auf extrem hohem Niveau, was auf die Endphase eines Booms hinweist. 2007 notierte der Index über dem historischen Durchschnitt. Das grosse Trendbild zeigt aber, dass es sich dabei nur um eine Seitwärtsphase im Rahmen einer sehr langen Talfahrt handelte, die erst 2009 ihr Ende fand. Beide Situationen unterschieden sich aus dieser Sicht deutlich von der aktuellen. Es ist daher unwahrscheinlich, dass wir heute am Anfang einer Baisse stehen.

Ein Blick auf Korrekturen

Es lohnt sich ein Blick auf die Korrekturen, die während der letzten drei ganz grossen Aufschwünge des US-Verbrauchervertrauens (beziehungsweise kurz danach) stattfanden–das heisst von 1980 bis 1983 (nach der Doppelrezession von 1979/1981), von 1990 bis 2000 (nach der Rezession von 1990/1991) sowie ab 2009 (Finanzkrise 2007 bis 2009).

In diesen Zeiträumen finden sich vier vergleichbare Turbulenzen–im Herbst 1987, im Frühjahr 1994, im Frühling 2010 und im Sommer 2011. Die maximalen Verluste betrugen jeweils rund 36, 10, 17 und 21 Prozent. Aktuell besteht eine Korrektur von 12.5 Prozent. In Hinblick auf die Schwankungsmuster verlaufen alle Korrekturen ähnlich. All diese Rückschläge fanden in einem frühen oder mittleren Stadium grosser Erholungen im oben definierten Sinn statt.

Sollte sich das Muster von 1994 (reife Phase im Zyklus) wiederholen, ist das Schlimmste bereits überstanden. Sollten sich hingegen die Muster von 2010 und 2011 (Frühphasen) durchsetzen, dann müsste man sich möglicherweise auf wenigstens ein weiteres Zwischentief einstellen, bis die Bodenbildung beendet ist. In allen Fällen dauerte es zudem mindestens sieben Monate, bis der Markt nach der Korrektur wieder ein neues Hoch erreichen konnte.

Der Schwarze Montag

Besonders interessant ist der Vergleich mit der Zeit um den Schwarzen Montag vom 19. Oktober 1987. Dieser Extremfall unterscheidet sich allerdings in Hinblick auf einige Besonderheiten von der aktuellen Lage, daher ist ein solches Szenario eher unwahrscheinlich.

Erstens ging es mit dem Vertrauensindex zu diesem Zeitpunkt schon seit vier Jahren abwärts, wenn auch nur leicht. Zweitens kamen exogene Ereignisse hinzu: Wenige Tage vor dem Crash, am 16. Oktober, feuerte der Iran Raketen auf US-Schiffe im Persischen Golf ab. Am selben Tag wurde die Londoner Börse geschlossen, weil Grossbritannien vom stärksten Orkan seit 1703 heimgesucht wurde (Great Storm of 1987), was den globalen Verkaufsdruck erhöhte. Am Tag des Crashes beschossen US-Kriegsschiffe eine iranische Ölplattform. Ausserdem kam hinzu, dass vergleichsweise neue technische Faktoren («Program Trading») die Situation zusätzlich verschärften. Doch selbst in diesem Extremfall wurde keine Baisse eingeleitet.

Das Fazit lautet also: Die wahrscheinlichste Interpretation der aktuellen Situation ist die einer normalen Bullmarkt-Korrektur. Da die Märkte aber in naher Zukunft weiterhin volatil bleiben dürften, sollten alle Marktteilnehmer die Marktlage laufend sehr genau beobachten.

Der Autor

Denis Reiserist Vizedirektor und Finanzberater der LGT Bank (Schweiz) AG in Bern. Er wohnt in Ried bei Kerzers.

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