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Ist die Kornkammer des Kantons in Gefahr?

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Mit 4000 Hektaren Getreide gehörte der Broyebezirk im Jahre 1965 zu den wichtigsten Anbauflächen im Kanton Freiburg. Heute sind es noch 3482 Hektaren. Wie auch anderswo hat inzwischen eine bauliche und wirtschaftliche Entwicklung eingesetzt. Der Bau der Autobahn A 1 hat der regionalen Entwicklung einen weiteren Schub gebracht.

Seit dem Bau der A 12 in den 1960er- und 1970er-Jahren entwickeln sich die Regionen entlang der Autobahn ab der Kantonsgrenze im Norden bis zur Grenze im Süden mit den Orten Düdingen, Grossfreiburg, Bulle, Châtel-St-Denis in einem rasanten Tempo. Auch die Orte wie Murten, Avenches, Payerne und das Broyetal wollen heute von der A 1 profitieren und erhoffen sich einen Wachstumsschub und vor allem neue Arbeitsplätze.

Ikea in Bussy

In der Region der Autobahnraststätte Rose de la Broye sollen nun 40 Hektaren bestes Ackerland für eine Überbauung eingezont werden. Es ist die Rede von einer kantonalen strategischen Arbeitszone. In der Region Payerne ist die Schaffung einer interkantonalen Wirtschaftszone geplant. 10 000 Quadratmeter bestes Ackerland sollen zudem in der Gemeinde Bussy für die Ansiedlung des internationalen Wohneinrichtungs-Konzerns Ikea zur Überbauung freigegeben werden.

 Die Gemeinde unterstützt das Projekt, während die Landwirte, welche Pächter des Gemeindelandes sind, sich dagegen wehren. Gegenüber der Westschweizer Bauernzeitung «Agri» erklärte Syndic Eric Chassot unlängst, dass die Gemeinde auf die Schaffung von Arbeitsplätzen angewiesen sei. Er rechnet, dass Ikea 400 bis 500 Arbeitsplätze schaffen werde. Chassot räumte ein, dass dieses Projekt nur in Zusammenarbeit mit Payerne möglich sei. Auch dort gibt es aber nicht nur positive Stimmen. So wurden Bedenken bezüglich Verkehr geäussert. Auch bei der Umweltverträglichkeitsstudie gebe es beim Projekt Ikea noch offene Fragen, erklärte Grossrat Michel Losey (SVP), der sich seit Monaten gegen die Einzonung des Ackerlandes wehrt.

Lidl-Verteilzentrum in Sévaz

 Auch in der Gemeinde Sévaz gibt es ein grosses Bauprojekt. Dort will der Dis-counter Lidl eine Verteilzentrum erstellen. Hiefür soll eine Zone in der Grössenordnung von rund 10 000 Quadratmetern ausgeschieden werden. Um das enorme Verkehrsaufkommen kanalisieren zu können, ist sogar die Rede von einer Zubringerstrasse mit Autobahnanschluss (die FN berichteten).

Von den Behörden ignoriert?

Um sich in den Kreisen der Wirtschaft, der Industrie und der öffentlichen Hand mehr Gehör zu verschaffen, schlossen sich über 40 Landwirte der Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Kulturlandes im Broyebezirk (Gistab) an. Präsident der als Verein konstituierten Vereinigung ist Michel Losey aus Sévaz. Der Grossrat regt sich auf, wenn er sieht, wie die zuständigen Freiburger und Waadtländer Oberämter beziehungsweise préfectures, Gemeinden und Industrielle in der Vereinigung Coreb, die sich für die Entwicklung der Broye starkmacht, Hand in Hand die Wirtschaftsförderung vorantreiben und die Vorstösse der Gistab, also der Landwirte, einfach ignorieren. «Das ist für uns unannehmbar», kommentiert Losey diese Situation. An der ersten Generalversammlung vom 23. Mai in Cugy erhielt die Interessengemeinschaft Unterstützung des Direktors des Freiburgischen Bauernverbandes, Frédéric Ménétrey. Der Bauernverband will sich zusammen mit der Gistab für den Schutz des wertvollen Kulturlandes und der Fruchtfolgeflächen einsetzen.

Seit vier Jahren existiert auch im Rhonetal eine ähnliche Vereinigung, die sich für den Schutz des Kulturlandes einsetze, berichtete ein Vertreter. Losey rief die Landwirte der ganzen Region Broye zur Mitarbeit auf. Er möchte der Gistab eine interkantonale Dimension geben.

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