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Ist die Wasserschlacht vorbei?

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Ist die Wasserschlacht vorbei?

Oberamtsentscheid zur Wasserquelle wird nicht weitergezogen

Wie es aussieht, wird die Gemeinde Bärfischen bald schon stolze Besitzerin einer eigenen Trinkwasserquelle. Die Unstimmigkeiten mit den Schlossbesitzern bleiben allerdings bestehen.

Von PATRICK HIRSCHI

Wasser, marsch! Nach dem Entscheid des Oberamts will der Gemeinderat von Bärfischen den Kauf einer neuen Quelle so rasch wie möglich durchführen. «Womöglich kann die Gemeindeversammlung schon im Dezember darüber entscheiden, spätestens aber im Frühling 2006», sagt Syndic Marc Genilloud gegenüber den FN. Vorerst müsse aber noch die Wasserqualität sowie die Machbarkeit überprüft werden.

Die Quelle befindet sich in der Nähe des Schiffenensees und soll vorerst zwölf Gebäude im Dorf Bärfischen mit Trinkwasser versorgen. Gemäss Genilloud plant die Gemeinde auch, sich dem Trinkwasserverbund Bibera anzuschliessen. «Da ist eine gemeindeeigene Quelle von Vorteil», ist er überzeugt.

Verkauft oder nicht verkauft?

Sämtliche Einwohner im Dorf Bärfischen beziehen zurzeit ihr Trinkwasser aus Quellen der Schlossbesitzer, dem Ehepaar Waeber. Nachdem die Gemeindeversammlung im Dezember 2003 dem neuen Projekt zugestimmt hatte, reichte Michel Waeber beim Oberamt Beschwerde gegen diesen Entscheid ein.

Wie sein Anwalt Jacques Meyer gegenüber den FN erklärt, wurde insbesondere bemängelt, dass mit dem gewährten Kredit auch gleich der Kauf der Quelle beschlossen worden sei, ohne dass dies der Gemeinderat den Stimmbürgern so mitgeteilt habe. Diesen Vorwurf weist Oberamtmann Daniel Lehmann zurück. «Damals wurde kein Beschluss bezüglich Verkauf gefasst», sagt er. Demzufolge habe der Gemeinderat auch nicht falsch informiert.

Für Lehmann ist der Kern des Problems klar: «Das Ehepaar Waeber kann sich nicht mit der Variante einer neuen Quelle abfinden.» In der Tat hatten Schlossbesitzer und Gemeinderat über Jahre über einen Kauf oder eine Vermietung der Waeber-Quellen verhandelt, ohne sich je einig geworden zu sein. Genilloud hatte in der Vergangenheit auch angedeutet, dass der Waeber’sche Wasserpreis relativ hoch sei.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Dennoch wurden die zwölf Häuser, die nun an die neue Quelle angeschlossen werden sollen, seit den 80er-Jahren ebenfalls mit Wasser der Schlossbesitzer versorgt. Das Ehepaar Waeber und die Gemeinde hatten hierzu eine provisorische Vereinbarung beschlossen.

Die Frist dieser Vereinbarung ist mittlerweile aber abgelaufen, ohne dass eine Verlängerung oder eine neue Lösung gefunden werden konnte. Beide Parteien machen sich seither gegenseitig Vorwürfe. Die Gemeinde habe seit zwei Jahren ihre Wasserrechnungen nicht mehr bezahlt, sagt etwa der Anwalt. Dem entgegnet Genilloud, dass dies nur aufgrund des Rekurses nicht möglich gewesen sei. «Dadurch wurde der Entscheid der Gemeindeversammlung mit dem entsprechenden Wasserreglement suspendiert. Aus diesem Grund konnten wir das Wasser den Bezügern nicht mehr in Rechnung stellen und auch den Waebers nicht bezahlen», meint der Syndic.

Beschwerden beim Staatsrat

Angesichts dieser Pattsituation sah sich das Ehepaar Waeber sogar veranlasst, zwei Aufsichtsbeschwerden einzureichen. So ersuchten sie im Juni dieses Jahres den Staatsrat, einen unabhängigen Administrator nach Bärfischen zu senden, damit sich dieser anstelle des Gemeinderats um die Wasserversorgung kümmere. Die Antwort auf diesen Antrag ist noch hängig.

Bereits früher hatte das Ehepaar eine Aufsichtsbeschwerde gegen Daniel Lehmann eingereicht mit der Begründung, dieser verschleppe das Dossier. Lehmann wies am Mittwoch den Vorwurf gegenüber den FN zurück. Das Ehepaar habe selber eine Fristverlängerung für zusätzliche Bemerkungen zum Rekurs bei ihm beantragt. Und schliesslich habe er auch noch andere Dossiers, erklärte der Oberamtmann. Jacques Meyer vermutet dennoch, dass Lehmann erst auf Druck des Staatsrats reagiert habe. Unterschiedlich wird von beiden Seiten schliesslich auch die Tatsache interpretiert, dass der Fall nicht weitergezogen wird. «Wir wollen nicht, das es noch zu weiteren Verzögerungen kommt», sagt Meyer. «Offenbar haben sie eingesehen, dass ihr Rekurs keine Chance hat», meint Lehmann.
Trinkwasser für
den Bundesrat

Bei den zwölf Häusern in Bärfischen, die vom Streit zwischen dem Gemeinderat und den Schlossbesitzern betroffen sind, handelt es sich unter anderem um die Kirche, das Schulhaus und das Haus von Bundesrat Joseph Deiss. Anwalt Jacques Meyer erklärt, dass seine Mandanten bisher mit dem Problem nicht an die Öffentlichkeit wollten, um die betroffenen Hausbewohner nicht zu beunruhigen. «Allerdings war uns von Anfang an klar, dass wir ihnen nicht einfach so das Wasser abdrehen würden, bloss weil ihre Gemeinde uns nicht bezahlt», betont er. Den Anwohnern zuliebe hätten seine Klienten weiterhin Trinkwasser an die Haushalte geliefert.

Syndic Marc Genilloud hingegen ist überzeugt, dass den Schlossbesitzern rechtlich gar keine andere Möglichkeit blieb, als weiterhin Wasser zu liefern. Er kündigte ausserdem an, dass die Gemeinde die versäumten Zahlungen an das Ehepaar Waeber nach dem Entscheid des Oberamts nun endlich begleichen könne. hi

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