Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Ist Mami in Grün, geht sie arbeiten»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Das ist mein Büro», sagt Murielle von Büren strahlend und zeigt auf den grossen Vogel, der in einem Hangar auf dem Militärflughafen Payerne steht. Mit ihren 33 Jahren ist die Murtnerin die jüngste Militärpilotin der Schweiz. Hebt sie im Super Puma ab, trägt sie Helm, Handschuhe und eine Rettungsweste. Ist sie am Boden, tut es ein militärgrünes Kombi. Der Badge an der rechten Schulter mit der Heuschrecke zeigt: Pilotin von Büren gehört zur Fliegerstaffel 5.

Eigentlich hat von Büren Höhenangst. Doch wenn sie erzählt, wie sie im knapp 20 Meter langen Super Puma senkrecht abhebt, kommt sie ins Schwärmen. «Im Heli habe ich Boden unter den Füssen.» Es sei die «Challenge», die sie reize: Die Last so präzise wie möglich abladen, mit den anderen Piloten und Mechanikern zusammenarbeiten, das Multitasking.

Ein Flieger-Ehepaar

Während von Büren im Cockpit sitzt und ihren Heli erklärt, starten immer und immer wieder F/A-18-Jets. Ihr Mann Alain fliegt die schnellen Flieger, auch er ist Militärpilot in Payerne. Hebt ein Jet ab, drückt sich von Büren die Zeigefinger auf die Ohren. Im Gegensatz zum F/A-18 sei der Super Puma richtig leise, erklärt sie: Er habe einen «schönen, tiefen, dumpfen Ton». «Mein Job ist sowieso besser», sagt von Büren lachend. Ihr Mann sage natürlich das Gleiche von seinem Job. Gegeneinander sticheln die beiden nur, wenn ihre zwei kleinen Kinder es nicht hören. «Wir versuchen, vor den Kindern neutral miteinander zu sprechen.»

Die unzähligen Bildschirme im Cockpit muss Murielle von Büren im Griff haben. Ein Super Puma sei wie ein kleiner Airliner, erklärt sie. Man fliegt immer zu zweit: Neben dem Pilot sitzt der Co-Pilot im Cockpit des Helikopters. «Einer führt die Checkliste und ist für den Funk verantwortlich, während der andere sich auf das Fliegen konzentriert.» Auch braucht es immer eine dritte Person: Hinten im Laderaum–wo 18 Sitze und somit 18 Passagiere reinpassen–fliegt immer der «Loadmaster» mit. Er ist für die Mechanik verantwortlich und lotst die Piloten bei der Landung, weil diese vom Cockpit aus das Heck nicht sehen.

Eine unter tausend

Als Mädchen träumte Murielle vom Flug ins All. «Später habe ich gemerkt, dass der Job als Astronautin gar nicht so spannend ist. Da geht man einfach ins All arbeiten.» Die Fliegerei und das ganze Drumherum begann sie zu faszinieren. Trotzdem schlug von Büren eine klassische Ausbildung ein. Sie machte das Lehrerseminar. Unglücklich war sie nicht; es habe ihr «uu guet gefallen». Der Traum vom Fliegen liess sie trotzdem nicht los: Nach dem Lehrerseminar wollte sie die Linienpilotenausbildung bei der Swissair beginnen. Ihr Ziel war klar: Für die renommierte Fluggesellschaft im Cockpit sitzen.

 Von Bürens Traum endete abrupt: Im Oktober 2001 groundete die Swissair. Statt zu fliegen, unterrichtete sie. Die Fliegerei ging ihr aber nicht aus dem Kopf, und schliesslich wagte sie einen zweiten Anlauf. «Ich traf per Zufall einen Kollegen, der mir von der Militärfliegerei vorschwärmte», erinnert sie sich. Sie entschloss sich, mit 24 Jahren den militärischen Weg einzuschlagen–von der Rekrutenschule über den Unteroffizier bis zum Leutnant. «Dass die Schulleitung mich unterstützte, gab mir die nötige Gelassenheit.» 2005 bestand sie die Selektion, danach konnte sie mit der Fliegerausbildung beginnen. Die Prüfung war happig: Von ursprünglich rund 1000 Interessierten kamen 18 in die engere Auswahl, davon schafften es sieben Personen zum Militärpiloten. Darunter war eine Frau: Murielle von Büren.

 Heute fliegt die 33-Jährige verschiedenste Einsätze. Von Büren transportierte schon mal Bundesräte; sie ist bei Feuerlöscheinsätzen in der Luft und fliegt für Holztransporte ins Berggebiet. Erst im April war sie für dreieinhalb Wochen im Kosovo. Dort ist sie mit Spezialeinheiten Aufklärungsflüge geflogen. Als Super-Puma-Pilotin ist sie auch im Einsatz, wenn die Polizei eine flüchtige Person sucht.

 Während der Woche ist von Büren rund zwei Tage in der Luft. Ihre Einsätze erhält sie eine Woche im Voraus von der «Dispatcherin», die die Arbeitseinsätze der Piloten koordiniert. «Ich bin auch selber ein bisschen eine Dispatcherin», sagt sie und lacht. Mit ihren beiden kleinen Kindern und ihrem 70-Prozent-Pensum plant Murielle von Büren den Hütedienst ihrer Eltern und Schwiegereltern online. Die Kinder haben sich dran gewöhnt, meint die Pilotin. Die nun dreijährige Amelia wisse bereits: «Ist Mami in Grün, geht sie arbeiten.»

Nächste Woche haben Amelia und ihr kleiner Bruder Timeo ihre Mutter ganz für sich: Von Bürens machen Ferien–nicht mit dem Auto, sondern mit dem Flugzeug. «Wir haben ein Privatflugzeug gemietet und machen eine Frankreich-Rundreise.» Murielle und Alain wechseln sich ab als Pilot und Co-Pilot, Sohn Timeo setzen sie ins Auto-Kindersitzli. Amelia ist bereits genügend gross, um sich auf einem eigenen Sitz anzuschnallen. Jeden Tag aber hebt die Familie nicht ab. So können Murielle von Büren und ihr Mann Alain den Beruf auch mal vergessen.

«Im Heli habe ich Boden unter den Füssen.»

Murielle von Büren

Berufsmilitärpilotin

Zahlen und Fakten

Fünf Tonnen schwer und fünf Meter hoch

Die Schweizer Armee besitzt 26 Super-Puma-Helikopter. Ein Teil der Flotte ist auf dem Militärflugplatz in Payerne stationiert. Wird Murielle von Büren nach den Eckdaten des Helis gefragt, sprudeln die Zahlen nur so: Ein leerer Super Puma ist 5,4 Tonnen schwer, das maximale Abfluggewicht beträgt neun Tonnen. Er ist 18,7 Meter lang, 4,9 Meter hoch, der Durchmesser der Rotoren misst 15,6 Meter. Der Heli kann maximal 310 Stundenkilometer schnell fliegen.hs

 

Mehr zum Thema