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«Ja hallo, Neuhaus, wie gehts?»

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«Ja hallo, Neuhaus, wie gehts?»

Der Papagei Aladin brachte mit seiner Flucht Aufregung in den Rechthaltner Alltag

Alexander Neuhaus (22) aus Rechthalten ist ein richtiger Tierliebhaber. Er hält Sittiche, Papageien und auch drei Leguane. Sein Papagei Aladin ist gelehrig und imitiert sogar das Telefon. Wie bei jedem gezähmten Vogel musste es auch bei Aladin einmal passieren: Er suchte das Weite.

Von GUIDO BIELMANN

Nach fünfeinhalbstündigen Bemühungen erst konnte Aladin mit einem Kran der Firma Leibzig aus 25 Metern Höhe von einer Pappel geholt werden. Alexander Neuhaus freute sich wie ein Vater, dessen Kind aus Lebensgefahr gerettet worden war: «Ich hatte Tränen in den Augen», sagt der 22-jährige Student an der Ingenieurschule.

Aladin ist ein Gelbbrust-Ara und erst 13 Wochen alt. Als Alexander Neuhaus ihn vorigen Mittwoch zum Füttern aus der Voliere holte, passierte es: «Ich rief: komm. Die beiden Hunde meinten, ich würde sie rufen. Sie bellten, Aladin erschrak und flog davon.» Zuerst zog der Vogel, der bis dahin noch nie im Freien gewesen war, ein paar grosse Kreise über dem Dorf Rechthalten. Alexander Neuhaus geriet in Stress, weil er den prächtigen Vogel nicht verlieren wollte. René Meuwly, der im gleichen Quartier wohnt, früher bei der GFM Buschauffeur und dann Einsatzleiter war, kam zu Hilfe und fuhr mit dem Töffli in der Gegend herum, um Aladin nicht aus den Augen zu verlieren.

Irgendwann landete Aladin in der Nähe des Hauses der Familie Neuhaus auf einer Pappel, in 25 Metern Höhe: «Er konnte nicht mehr herunterfliegen. Ich merkte, dass er Angst hatte, denn er ist diese Höhe nicht gewöhnt. Er wagte nicht herunterzufliegen.» Hinaufklettern kam wegen des schwachen Geästs der Pappel nicht in Frage.

Feuerwehr, dann ein Leibzig-Kran

Ab und zu rief Aladin «Hallo» von seinem Sitzplatz aus – gut hörbar für die Helfer. Denn inzwischen war noch der Schulhaus-Abwart Heinrich Spicher mit seinem Strassenputzgefährt dazugekommen: «Heinz betätigte die orang e Drehlicht-Warnlampe, er liess auch den Motor aufheulen, um Aladin aufzuscheuchen.» Auch Alexanders Bruder Adrian, dann Joseph Zbinden, der ehemalige Briefträger, und Patrick Piller, ein weiterer Nachbar der Familie Neuhaus, kamen herbei um zu helfen.

Es half alles nichts. Die Feuerwehr von Düdingen musste her, aber die ausfahrbare Leiter war zu kurz. Heinrich Spicher, in Rechthalten immer zur Stelle, wenn irgendwo ein Problem nach einer Lösung ruft, liess sogar eine 1.-August-Rakete steigen, um Aladin von der Pappel zu verscheuchen. «Als die Rakete an Aladin vorbeiflog, drehte dieser nur den Kopf und schaute ihr nach», erklärt Alexander Neuhaus.

Alexander Neuhaus unterliess nichts, um Aladin zu retten, denn inzwischen kreiste ein Milan-Pärchen, das Beute erspäht hatte, über der Pappel. Es musste ein fahrbarer Kran her. Ein Telefon an die Firma Leibzig in Marly, und der Kran, ein Manitu-Kran mit Hebebühne, war unterwegs. Da das Vehikel nur 40 km/h fahren darf und es unerhört eilte, lud die Firma den Kran auf einen Tieflader und brauste nach Rechthalten. Der Einsatz eines fahrbaren Krans ist eine teure Angelegenheit. Aber Leibzig habe einen sehr fairen Preis gemacht, hält Alexander Neuhaus fest.

Sittiche seit der dritten Klasse

Nach fünfeinhalb Stunden war Aladin wieder in den Armen von Alexander Neuhaus. Es gab Tränen, und Aladin holte die Schmuseeinheiten nach, die er verpasst hatte. Denn man muss wissen, dass Alexander Neuhaus den Papagei, als dieser noch kleiner war, alle drei Stunden füttern musste und sich so eine enge Beziehung zwischen den beiden entwickelt hatte. «Am Anfang war Aladin in der Wohnung in der Nähe des Telefons. Eines Tages machte er den Klingelton nach und sagte: «Ja hallo, Neuhaus, wie gehts?»

Aladin ist wieder zuhause. Aber sein abenteuerlicher Ausflug ist in Rechthhalten immer noch Tagesgespräch. Jetzt ist Alexander Neuhaus, der seit der dritten Klasse Sittiche hält und übrigens eine amtliche Bewilligung für seine Haustiere hat, etwas vorsichtiger geworden, wenn er Aladin aus der Voliere holt.

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