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Jäger retten Rehkitze vor dem sicheren Tod

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Vielleicht sehen wir gar kein Rehkitz», warnt Willy Buchs am Anfang des Treffens. Der Hegeobmann des Jagdschutzvereins Diana Sense und sein Jägerkollege Hugo Piller treffen sich an diesem Nachmittag auf den Brünisrieder Allmenden. Rings herum hört man landwirtschaftliche Maschinen. Von Mitte Mai bis Anfang Juni kommen die jungen Rehe auf die Welt, genau dann, wenn Landwirte Heu ernten wollen. Kurzfristig sind die beiden deshalb aufgeboten worden, um die Wiesen vorher nach Rehkitzen abzusuchen.

Kaum sichtbare Spuren

Durch lange Erfahrung wissen sie, wonach sie im teils hüfthohen und dichten Gras suchen müssen. «Ein erstes Anzeichen ist das Lager der Tiere», erklärt Hugo Piller. Kleine rundliche Stellen mit platt gedrücktem Gras verraten, wo die Tiere übernachtet haben. Sie zu finden, sieht für einen Laien wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen aus. Die Fläche scheint riesig und die Zeit drängt: Am Rande des Feldes hat der Fahrer der grossen Schlagmähmaschine bereits angefangen, Bahn um Bahn zu mähen.

Die beiden Jäger stapfen durch das Gelände. «Ganz junge Rehkitze rennen nicht weg, wenn sie in Gefahr sind», erklärt Willy Buchs. «Vielmehr ducken sie sich instinktiv.» So könne es gut sein, dass die Maschine oder auch Menschen wenige Zentimeter neben dem Tier durchgehen, ohne dass dieses fliehe. Kaum hat Hugo Piller das gesagt, gibt er Alarm: ein Rehkitz! Fast nicht zu sehen, die Farbe des Felles ist perfekte Tarnung. Vorsichtig stösst der erfahrene Jäger die Halme beiseite. Das Tier stösst laute und durchdringende Fiep-Laute aus – der Ruf nach der Mutter ist seine einzige Abwehrreaktion. Hugo Piller rupft ein grosses Bündel Gras ab: Das Tier darf nicht mit der menschlichen Ausdünstung in Berührung kommen. Er hebt es vorsichtig hoch. Das Rehkitz fiept wieder und zappelt etwas. Es ist etwa drei bis vier Kilo schwer und wohl knapp eine Woche bis zehn Tage alt. Ein kurzes Posieren fürs Foto, dann bringt er es an den Rand des Feldes und setzt es ab. Es rennt auf unsicheren Beinen in Richtung Waldrand, wo wohl schon seine Mutter wartet.

Respekt vor dem Tier

Ein gutes Gefühl! Die beiden freuen sich, dass es einmal mehr geklappt hat. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, die Mähmaschine rückt näher. Hugo Piller und Willy Buchs aus Brünisried sind Teil der siebenköpfigen Jagdgruppe im Gebiet Buecha, die für die Kitzrettung ausrückt. Die Stunden zählen sie nicht, bei der Frage nach einer Entlöhnung lachen sie. «Wir machen das nur für das Tier», sagen sie unisono. «Wir sind so aufgewachsen, dass man Tiere mit Respekt behandelt.» Mit den Landwirten in ihrem Gebiet haben sie einen guten Kontakt. Zu Weihnachten bringen sie ihnen als Dank für die Zusammenarbeit eine Flasche Wein.

Sie haben auch schon erlebt, wie ein Rehkitz von den scharfen Messern der Maschine buchstäblich zerschreddert wurde. «Kein schöner Anblick», sagt Willy Buchs. Früher, als die Landwirte mit Motormähern gearbeitet haben, sei es noch viel brutaler gewesen, weil diese den Tieren die Beine abgeschnitten haben, erklärt Hugo Piller, der diese Arbeit schon seit 33 Jahren macht. Acht bis zehn Rehkitze retten sie pro Saison, manchmal mehr, manchmal weniger.

Es sind nicht wenige Kilometer, welche die beiden zurücklegen, und das rasche Gehen im Gras ist anstrengend. «Das ist unser Fitnessprogramm», sagt Willy Buchs mit einem Lachen. Die beiden verabschieden sich nach gut anderthalb Stunden: Die nächste Wiese wartet und vielleicht auch das nächste Rehkitz, das gerettet werden soll.

Glück gehabt: Hugo Piller (rechts) und Willy Buchs haben ein Rehkitz gefunden. 

Rehkitz-Rettung: Verschiedene Methoden

E twa 2000 Stunden investieren Freiburger Jäger nach eigenen Angaben jährlich in die Rehkitz-Rettung. Das Abschreiten der Felder ist eine der Methoden. Ballone, Leintücher oder Futtersäcke auf Zaunpfosten, blinkende Baulampen oder wehende Fahnen mitten in den Feldern sind andere Möglichkeiten, um die Rehgeiss am Vorabend der Ernte aufzuschrecken, damit sie ihren Nachwuchs in Sicherheit bringt. Einige Jäger benutzen elektronische Pieper, andere verwittern die Felder mit einem Spray aus Konzentrat von menschlichem Schweiss. Oft werden mehrere Methoden kombiniert. Möglich sei es auch, mit einem Hund an der Leine durch die Felder zu gehen. Für diesen sei es aber sehr anstrengend, das hohe Gras zu durchstöbern, sagt Willy Buchs. im

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