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Jäger sein oder nicht sein?

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Auch im Kanton Freiburg gehen jedes Jahr viele Jäger auf die Pirsch.Bild Aldo Ellena/a

Jäger sein oder nicht sein?

Autor: Janine Rufener

Weidmannsheil! Reh und Co. sind nun wieder zum Abschuss freigegeben und nach Christian Peter vom Wildtierschutzverein Schweiz bedeutet die Jagd für die Natur nur eins: «Stress, Tod und Zerstörung des natürlichen Gleichgewichts, der natürlichen Tierverbände, der gesunden Biodiversität und des Erhalts gesunder Gene zur Fortpflanzung.»

Doch für einen lokalen Jäger aus Plaffeien sieht es ganz anders aus: «Durch die Jagd wird der Wildbestand reguliert. Somit versucht man auch die Wildschäden auf Feld und Wald niedrig zu halten», sagt Christophe Baeriswyl (23). Denn für Christophe ist die Jagd eine Passion, eine Vorliebe zur Natur, wobei er zusätzlich noch die Kameradschaft pflegen kann.

Regulierung der Bestände

Nach Christophes zweijähriger Ausbildung, wo er viel über die Flora, Fauna und den Umgang mit der Waffe gelernt hat, ist er nun im Jagdverein Diana-Sense angelangt. Er erklärt, dass der Weidmann nicht nur im Herbst aktiv ist: «Über das ganze Jahr trägt der Jäger etwas zur Hege und Pflege des Wildes und dessen Lebensraum bei.» Die Rehkitzrettung, die Raufutterherstellung und die Erhaltung der Lebensräume gehören zu den wichtigsten Tätigkeiten.

Christian Peter findet die Idee, dass Menschen mit Gewehren etwas Gutes vollbringen, kontrovers: «Mit der Erschiessung von Tieren kann kein Wildschutz gemacht werden. Dass die Jäger helfen, Biotope zu erstellen und sonstige Arbeiten im Wald mittragen, ist nur eine moralische Legitimation, um als «Belohnung» zum Schuss kommen zu dürfen.» Der Wildtierschützer geht noch einen Schritt weiter und meint, dass sich der Wildbestand von selbst reguliert: «Dies zeigen nicht bejagte Gebiete wie der Kanton Genf oder der Naturpark Gran Paradiso.» Christophe Baeriswyl teilt diese Ansicht nicht: «Ich bin überzeugt, dass die Jagd immer notwendig sein wird. Die Regulation des Wildbestandes wird vom Staat überwacht und für den ist die Jagd eine Geldeinnahmequelle.»

Geteilte Meinungen

Auf einen gemeinsamen Nenner wird diese Debatte wohl nie führen oder vielleicht erst in ferner Zukunft. Fakt ist, dass die Jagd noch heute von vielen ausgeübt wird, wobei Rehe, Füchse und andere Wildtiere mit Hilfe von Hunden aufgesucht und durch einen Gewehrschuss erlegt werden. Auf die Frage, was Christophe Baeriswyl einem Jagdgegner gerne sagen würde, betont er Folgendes: «Das Erlegen eines Wildtieres durch einen Jäger ist nicht halb so brutal wie der Riss durch einen Wolf oder eine Raubkatze.»

Auch der Wildtierschützer Christian Peter gibt seine Meinung preis: «Jäger sagen gerne, dass sie die Tiere lieben. Ich hoffe nur, dass mich nie ein Jäger liebt.»

Jagd in der Schweiz:Ein Blick zurück

Autor: Tamara T. Widmer

Die ältesten Zeugnisse der Jagd in der Schweiz sind bis zu 200000 Jahre alt. Gejagt wurden Mammut und Wollnashörner, später Ren, Wisent, Rot- und Schwarzwild. Diese Wildtiere wurden in Fallgruben gefangen oder mit Speer, Keule und Schleuder erlegt. Die Jagd verlor aber im Laufe der Zeit zu Gunsten von Ackerbau und Viehzucht an Bedeutung als Nahrungsquelle und diente dazu, Mensch, Acker und Vieh vor Wildtieren zu schützen.

Bis ins Mittelalter galt das Recht des freien Tierfangs, dieses Recht wurde aber immer weiter beschnitten und immer mehr zum Privileg der Herrschenden. Gebräuchlich waren Hetzjagden oder die Jagd mit abgerichteten Falken. Als Waffe wurde ab dem 13. Jh. die Armbrust verwendet, welche erst im 17. Jahrhundert durch Schusswaffen abgelöst wurde. Im späten Mittelalter entstanden eine Fülle von Verordnungen und Bestimmungen, welche die Jagd regelten und auch gewisse Gebiete und Wildarten von der Jagd ausnahmen oder Schutzzeiten festlegten.

Strenge Bestimmungen

Das erste Bundesgesetz über die Jagd von 1875, welches das Ziel verfolgte, die Wildbestände zu erhalten, enthielt für die damalige Zeit sehr strenge Artenschutzbestimmungen. Dazu gehörten starke Einschränkungen der Jagdzeiten sowie ein Verbot für den Abschuss von Mutter- und Jungtieren. Daraufhin nahm die Population an Wildtieren stark zu, begünstigt durch die Zunahme der Waldfläche. 1986 wurde mit einer Totalrevision des Jagdgesetzes, welches als Hauptziel die Erhaltung der Artenvielfalt nennt, festgehalten, dass die Bestände nicht weiter anwachsen sollten, sondern nachhaltig bejagt und reguliert werden.

Einige aktuelle Zahlen aus der Jagdstatistik des Bundesamtes für Umwelt: im Jahr 2010 erlegten 30295 Jäger 68897 Huftiere (Rothirsch, Reh, Gämse und Wildschwein), 32522 Raubtiere (Fuchs, Dachs, Steinmarder, Baummarder), 7884 Murmeltiere und 5909 Enten. Sowohl die Zahl der Abschüsse wie auch der Jäger blieb in den letzten zehn Jahren relativ konstant.

In jüngster Zeit steht die Jagd immer mehr in der Kritik und wird kontrovers diskutiert. Aus Jägerkreisen wird die Jagd vor allem damit gerechtfertigt und verteidigt, dass sie verhindere, dass sich eine Art zu stark ausbreite. Dadurch spiele sie eine wichtige Rolle im Naturschutz und der Erhaltung der Artenvielfalt. Auf der anderen Seite argumentieren Tierschützer, dass sich die Bestände in der Natur auch ohne Raubtiere selbst regulieren würden.

Christian Peter.Bild zvg

Christophe Baeriswyl.Bild zvg

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