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Jassrunde mit Kammermusik verbinden

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 «Ich mag es, wenn ich überrascht und von Musik mitgerissen werde, die ich nicht kenne», meinte eine der zahlreichen Zuhörenden am Samstagabend nach dem Konzert im Kulturzentrum Murten.

Mit der musikalischen Jasspartie hat sich Murten Classics tatsächlich Ausgefallenes erlaubt. Wie Jassen mit einer Uraufführung, Saint-Saëns, Sibelius, Karg-Elert und Ravel vereinbar ist, das haben sich einige mit Spannung gefragt. Doch wie kommt Murten Classics auf eine solche Idee? Der künstlerische Leiter Kaspar Zehnder sagt dazu: «Am Anfang war die Komposition von Ravel für vier Instrumente, und rund um dieses Stück haben wir am Stammtisch Ideen entwickelt.»

Konzentration war gefragt

Aussergewöhnlich war allerdings nicht nur die Jassrunde, sondern auch die ungewohnte Ensemble-Zusammensetzung mit Konzertharmonium, Klavier, Violine, Violoncello und Flöte. Zehnder und sein Team haben viel reingepackt. Vielleicht gar zu viel? Auf jeden Fall verlangte das eineinhalbstündige Konzert mit den vier Jassrunden–ohne Pause–von den Zuhörenden einiges an Konzentration, was bei der Hitze im Raum nicht immer leicht war.

Dennoch war der Abend eine herrliche Entdeckungsreise in eine verzaubernde Ausdruckswelt. Einerseits das Werk «Troiscartesmitschtöck» von Christophe Schiess: eine Auftragskomposition mit einem gewaltigen Ausdrucksspektrum zu Beginn (vgl. Kasten). Und zum Abschluss die selten gehörte Instrumentalkomposition von Maurice Ravel. Auch hier eine facettenreiche Musik, bei der das Quartett mit Flötist Kaspar Zehnder, der Geigerin Meret Lüthi, der Pianistin Charlotte Dentan und dem Organisten Marc Fitze am Harmonium eine kultivierte, differenzierte Klanggestaltung zeigte.

Jede der vier Jassrunden, Schaufel–Herz–Kreuz und Egge, folgten nach dem gleichen Schema: Der künstlerische Leiter Kaspar Zehnder und Komponist Christophe Schiess holten für jede Runde zum Mitspielen zwei Personen aus dem Publikum. Mit einem Klangteppich aus der Feder des Komponisten begleitete das Quartett das Kartenspiel. Nach der gespielten Runde, die auf eine Leinwand projiziert wurde, interpretierten die vier Musiker die einzelnen Sätze des Werkes. Dem folgten ein Solostück und ein Werk für Quartett.

Mit dem kurzen Solostück setzten die Musiker einen entspannenden Kontrastpunkt: Die Violinistin Meret Lüthi bot eine lebendige Interpretation mit Telemann. Cellist Matthias Schranz setzte rhythmisch starke Akzente mit Tcherepnin. Und Marc Fritze liess mit Karg-Elert das Harmonium als Konzertinstrument entdecken. Die Pianistin wiederum präsentierte ein fein ausgestaltetes Solospiel mit J. S. Bach.

Mit Saint-Saëns’ Bacarolle, dem Quartett in g-Moll von Sibelius, einem Duo für Harmonium und Klavier von Karg-Elert und dem Instrumentalstück von Ravel haben die engagierten Musikerinnen und Musiker die Jassrunden ausklingen lassen. Gelöst, beweglich und temperamentvoll war ihr Spiel.

Das Programm mit der Mixtur bot wohl gehaltvolle und interessante Ansätze. Trotzdem bleibt die Frage, was wäre wohl, wenn sich die Medien nur gerade für Solches mobilisieren und die andern 30 Konzerte ohne Echo blieben?

Experiment: Wenn Jasskarten inspirieren

D as Werk «Troiscartesmitschtöck» von Christophe Schiess umfasst vier Sätze: 1. Satz «Sur table»: rhythmisch prägnant. Die Karten werden auf den Tisch gelegt. 2. Satz «Comme un Château»: geheimnisvoll mit absteigenden Motiven. Das Kartenhaus fällt zusammen. 3. Satz «Le dessous»: zart und sinnlich, dominant besetzt vom Unisono-Ton der Instrumente. «Unter der Oberfläche verbergen sich viele Geschichten», kommentiert der Komponist. 4. Satz: «Marche nuptiale». König und Königin (Stöck) inspirieren ihn. Es erklingt ein Hochzeitsmarsch. Dem Werk liegt ein lyrisches Stück für Klavier von Edvard Grieg zugrunde. «Da habe ich Grieg etwas gestohlen», schmunzelt Schiess. Die zwölf Minuten dauernde Komposition ist ein spannendes Werk, das auch ohne Jasspartie aufgeführt werden kann. Der 39-jährige Komponist und Dirigent aus Biel hofft es auch. il

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