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Jaun bringt Vize-Titel nach Hause

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Claudia Jaun von der Dorfmetzg Jaun in Neuenegg kann einen Erfolg verbuchen: Vergangene Woche sackte sie in Utrecht in den Niederlanden den Vize-Europameister-Titel der Fleischerjugend ein. Gemeinsam mit Luzia Mathys aus Dürrenroth siegte sie zudem in der Teamwertung: Ein Erfolg auf der ganzen Linie für die beiden Schweizerinnen, die gegen Fleischfachleute aus Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Deutschland und Grossbritannien antraten. «Wir haben bereits in den Niederlanden mit den anderen Teilnehmern gefeiert», erzählt die 21-jährige Fleischfachfrau und strahlt. Danach sei das Fest im Car Richtung Schweiz weitergegangen, «und in Dürrenroth haben die Dorfbewohner Luzia Mathys mit Treicheln empfangen». Zu Hause dann in Neuenegg habe sie mit Freunden und Familie im Restaurant Sternen Party gemacht.

In den Niederlanden habe es ihr sehr gut gefallen, aber nicht alles lief nach Plan: «Ich hatte eine Augenentzündung und befürchtete einen Moment, nicht an den Start gehen zu können», erzählt Jaun. Die Mitarbeitenden des Hotels hätten ihr sofort ärztliche Hilfe vermittelt. «Ich wurde rasch medizinisch betreut und die Ärzte waren sehr zuvorkommend.» Mit Medikamenten habe sich ihre Situation rasch verbessert, «da war ich sehr erleichtert», sagt Jaun.

Mit einem tränenden Auge hätten sich die Aufgaben kaum bewältigen lassen: «Am ersten Wettkampftag standen fünf von sechs Disziplinen an; ich war kaputt am Abend.» Am zweiten Tag seien sie nur vor einer Aufgabe gestanden: Aus einem ganzen Poulet mussten sie ein Menü kreieren. «Auf so eine Idee wäre ich nie gekommen», sagt Jaun, «aber schlussendlich war es die Disziplin, die mir am meisten Freude bereitet hat.» Sie habe viel gelernt und Neues gesehen an den Meisterschaften. «Es war eine tolle Erfahrung für mich.»

«The two ladies»

Neben einer Frau im deutschen Team waren die beiden Schweizerinnen die einzigen Fleischfachfrauen im niederländischen Utrecht. «‹The two ladies› haben sie uns genannt», erzählt Jaun und lacht. Sie seien jedoch nicht das erste Frauen-Team, das in der Männerdomäne gewonnen habe: «Das gab es schon früher einmal.» Die Favoriten für den Europameister-Titel seien immer wieder die Niederlande und die Schweiz (siehe Kasten). «Die Niederländer haben eine ähnliche Ausbildung wie wir in der Schweiz», weiss Claudia Jaun. «Wir bringen dieselben Voraussetzungen mit.» In der Einzelwertung gewonnen habe ein Fleischfachmann aus Frankreich, «aber sein Team-Kollege konnte nicht punkten.»

Die Ausbildung für Fleischfachleute in der Schweiz gibt es in drei Fachrichtungen: Veredelung, Verarbeitung und Gewinnung. Die Fleischbranche ist noch immer von Männern dominiert, insbesondere wenn es um das Schlachten von Tieren geht: «In meiner Schulklasse in der Berufslehre hat sich nur eine Frau für die Fachrichtung Gewinnung, also für die Schlachtung, entschieden», erzählt Jaun. Auch in der Produktion und damit in der Verarbeitung gebe es kaum eine Handvoll Frauen.

Bei der Veredelung sieht es anders aus: «Auch hier sind es vor allem Männer, aber doch gibt es inzwischen viele Frauen.» Überhaupt ist der Beruf nicht sonderlich begehrt und es gibt keinen Ansturm auf die freien Lehrstellen: «Wir sind in der glücklichen Lage, nie arbeitslos zu werden», sagt Jaun und lacht.

 Ihr Job im Fachbereich Veredelung umfasst jedoch nicht nur den Verkauf des Fleischs, die Beratung der Kunden oder die Produktion einer Terrine: «Auch Ausbeinen gehört dazu, das war denn auch die sechste Disziplin an den Europameisterschaften.» Rezepte gehörten ebenfalls zu den Aufgaben in Utrecht: «Symphonie von Geflügel und Kalb» ist der Titel der Produktionsanleitung der Terrine von Claudia Jaun. Neben Pouletbrust und Kalbsschulter braucht es für das Gericht Krautstielblätter, Pistazienkerne, Curry oder Herbsttrompeten.

Die 21-Jährige arbeitet im elterlichen Betrieb in Neuenegg. Ob sie die Dorfmetzgerei ihrer Familie dereinst übernehmen will, kann sie noch nicht sagen. «Wir haben schon darüber gesprochen, aber das weiss ich noch nicht», sagt Jaun. In einem anderen Betrieb in der Region Erfahrung zu sammeln, kann sich Jaun vorstellen, ins Ausland zu gehen jedoch nicht, auch wenn es ihr in den Niederlanden sehr gut gefallen habe: «Ich habe einen Freund und einen Hund hier», sagt die 21-jährige Fleischfachfrau aus Neuenegg, «ich will lieber hier bleiben.»

Fleisch ansprechend zu präsentieren, gehört zum Job. 

«Wir sind in der glücklichen Lage, nie arbeitslos zu werden.»

Claudia Jaun

Fleischfachfrau

Rangliste

Frauen holen Gold in Utrecht

Am diesjährigen Wettkampf der Jungfleischfachleute beteiligten sich mit Deutschland, England, Frankreich, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz insgesamt sechs Nationen. Die Schweiz wird an den Europameisterschaften durch diejenigen jungen Berufsfachleute vertreten, die sich vorgängig an den Schweizermeisterschaften qualifiziert haben. Nachdem sich das Schweizer Team an den letzten drei Europameisterschaften der Jung-Fleischfachleute stets die Silbermedaille erkämpfte, haben es nun zwei Berner Fleischfachfrauen auf die oberste Stufe des Podests geschafft. Laut einer Medienmitteilung des Schweizer Fleischfachverbandes haben Claudia Jaun und Luzia Mathys den 1. Platz nicht nur in der Teamwertung mit deutlichem Abstand auf die letztjährige Siegernation Niederlande errungen, sondern sich auch sechs Medaillen in den Einzeldisziplinen gesichert. In der Einzelwertung über alle Disziplinen holte der Franzose Lucas Bayle den Sieg. Die Silbermedaille geht an Claudia Jaun, die Bronzemedaille an Luzia Mathys. Das Ergebnis ist laut Fachverband auch der Verdienst des Coachs des Schweizer Teams, Mirko Zürcher, der als Fachlehrer am Ausbildungszentrum der Schweizer Fleischwirtschaft in Spiez arbeitet und mit den Frauen trainiert hat.emu

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