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«Jazz heisst Geschichten erzählen»

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«Jazz heisst Geschichten erzählen»

Jazz Parade: Am Sonntag tritt der 27-jährige Freiburger François Ingold auf

Den Anspruch, dass seine Musik jedem gefällt, hat er nicht. Trotzdem wünscht er sich, dass sich möglichst viele Leute von seiner Musik angesprochen fühlen: Der ausgebildete Jazzmusiker François Ingold tritt am Sonntag mit seinem Trio an der Jazz Parade in Freiburg auf.

Mit FRANÇOIS INGOLD sprach
IRMGARD LEHMANN

Wie erklären Sie einem Nichtkenner den Jazz?

Mmm . . . schwierig . . . Guter Jazz ist eigentlich Programmmusik, die an Debussy, Mussorgsky, oder Smetana anknüpft. Ein typisches Beispiel von Programmmusik ist die «Moldau» von Smetana. Die Musik beschreibt und erzählt. Und so ist es auch beim Jazz.

Jazz heisst Geschichten erzählen, und zwar immer wieder anders – je nach Stimmung und eigenem Befinden. Einmal spiele ich ein Thema langsam, ein anderes Mal zügig.

Doch das Wichtigste im Jazz ist das «Aufeinandereingehen»,das Zuhören.

Ein anderes Element wäre die Improvisation, die allerdings solides Wissen voraussetzt.

Als Grundlage dient das harmonische Schema. Notiert ist lediglich die Melodie.

Ich versuche das Publikum an der Hand zu nehmen, es in den Bann der Musik zu ziehen. Um einen Bezug zu schaffen, verwende ich auch Chanson-Melodien oder solche aus dem Bereich der Popmusik.

Ob das immer gelingt?

Bestimmt nicht. Doch wenn die Musik nicht gefällt, darf man das auch sagen. Kürzlich kam ein Pianist auf mich zu und sagte mir: «Was du da gespielt hast, ist nicht mein Stil, aber du spielst gut.» Vielfach fehlt den Leuten der Mut zu sagen, dass sie mit dieser oder jener Musik nichts anfangen können.

Welches sind die klassischen Elemente des Jazz?

Vorerst die Formation mit Schlagzeug, Kontrabass und Piano. Und in dieser Besetzung treten wir am Sonntag auch auf.

Zur klassischen Besetzung gehören aber auch das Saxophon und die Gitarre.

Ein weiteres Element ist der Rhythmus – namentlich die Synkopen.

Free-Jazz scheint heute «in» zu sein, doch dieser ist für ungeübte Ohren oft unerträglich.

Ja, auf diesem Gebiet wird viel Scharlatanerie getrieben. Denn Free-Jazz beherrschen nur jene, die auf dem soliden Fundament des klassischen Jazz aufbauen.

Das Davonlaufen kann also auch Ihnen passieren?

Ganz sicher. Entweder verlasse ich den Ort nach fünf Minuten oder höre gleich zwei Stunden gebannt zu.

Werden Sie also am Sonntag die klassischen Harmonien auch verlassen?

Ich versuche es. Doch keine Angst – nur wohldosiert für einen kurzen Moment.

Jazzmusiker – ein brotloser Beruf. Nur ein paar Auserlesene wie etwa Keith Jarrett können davon leben. Wie stellen Sie sich die Zukunft vor?

Ich bin zuversichtlich und habe seit einiger Zeit bereits Aufträge am Theater als «Arrangeur» und Pianist. Ab Herbst unterrichte ich Musikgeschichte an einem Kollegium. Aber zentral bleiben die Konzerte. Dieses Jahr sind es um die 80 Auftritte.

Auch im Stil von Dinner-Concerts?

Oh nein, das mache ich nicht mehr. Ich finde, dass Musik einen Wert hat und gehört werden muss. Das gleichzeitige Reden und Trinken mag ich nicht. Doch manchmal hat man keine Wahl – vorab wenn Rechnungen ins Haus flattern.

Jazzmusiker zu werden – war das ein klarer Entschluss?

Nicht so ganz. Ich habe die Matura gemacht und anschliessend ein Architekturstudium aufgenommen. Doch die Ellbogenatmosphäre hat mir zu schaffen gemacht. Jeder sah sich bereits als der grosse Künstler. Geschnuppert habe ich auch an der Uni – Philosophie und Soziologie. Aber auch das war nicht das Richtige.

Sie wurden an der Jazzschule Lausanne aufgenommen, was aber bereits ein gutes pianistisches Niveau voraussetzte.

Eine Ansichtssache. Mit neun Jahren habe ich den ersten klassischen Klavierunterricht am Konservatorium gehabt. Nicht sehr erfolgreich, muss ich sagen. Nach drei Jahren wechselte ich dann zu Max Jendly in den Jazzunterricht.

Doch entschieden, ernsthaft zu arbeiten, habe ich mich eigentlich erst mit 23 Jahren.

Was werden Sie an der Jazz Parade nicht verpassen?

Das «Bad Mehldau Trio» am Dienstag, dem 12. Juli, und «The Bad Plus» am Freitag, dem 15. Juli.

François Ingold ist in Freiburg aufgewachsen. Demnächst schliesst er an der Jazzschule Lausanne EJMA «Ecole de Jazz et de la musique actuelle» die dreieinhalbjährige Ausbildung ab. Das «François Ingold Trio» tritt am Sonntag um 20.00 Uhr an der Jazz Parade auf dem Georges-Python-Platz in Freiburg auf.
100 Gratiskonzerte

Vom 1. bis 16. Juli findet auf vier Bühnen der Stadt Freiburg die 17. Ausgabe der Freiburger Jazz Parade statt: Die Hauptbühne befindet sich wie üblich auf dem Georges-Python-Platz.

Rund 100 Konzerte finden statt. Die meisten Bands- und Formationen hat Jean-Claude Henguely ausgewählt, unterstützt vom Jazzmusiker und künstlerischen Leiter Max Jendly.

Zur Frage nach der Bezahlung meint er: «Die Musiker erhalten eine Gage, die dem Vergleich mit andern Festivals standhält.» Was allerdings – wie bereits letztes Jahr – zu Buche schlage, seien die verstärkten Lärmschutzmassnahmen. «Für zusätzliches Material müssen bis zu 40 000 Franken aufgewendet werden.» Nebst Jendly und Henguely wirken Dieter Zingg, Jean-Marie Jordan (Finanzen) und Oberamtmann Nicolas Deiss (Präsident) im Vorstand mit.
Die Parade wird grösstenteils aus dem Getränkeverkauf finanziert. il

Infos: www.jazzparade.ch

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