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«Jede Kerze geht durch alle Hände»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Chantal sitzt an einem vollbepackten Tisch im Kerzenatelier der Sensler Stiftung für Behinderte in Tafers. Konzentriert fädelt sie silberne Perlen auf einen dünnen Draht, drei kleine und dann eine grössere. «Die grösseren mag ich lieber», sagt sie lachend. Sobald sie fertig ist, wird diese Verzierung um eine dicke Kerze gelegt, die in einem Kranz aus Birkenästen auf einem Teller steht. Die 44-Jährige hat in den letzten Wochen etliche solcher Ketten aufgezogen.

Für sie und ihre sechs Grupenkolleginnen und -kollegen in der Behindertenwerkstätte ist Hochsaison in der Kerzenproduktion. «Wir haben schon im Oktober angefangen», sagt Gruppenleiterin Nina Zbinden. Jedes Jahr gehe es etwas früher los, da die Nachfrage gross sei. Nina Zbinden und Andrea Perler, die sich die Stelle teilen, entwickeln jedes Jahr neue Kreationen. «Das Problem ist, dass wir meist erst Ende Sommer erfahren, was jeweils die Trendfarben für den Winter sind.» Heuer sind neben den roten und weissen Kerzen auch orange-rostfarbene, eisblaue und malvenfarbene Gestecke gefragt.

Etwa 700 Kilo Wachs verarbeitet das Atelier pro Jahr. Weisses Granulat wird mit Farbpigmenten gemischt, so dass neue Farben entstehen. Der Wachs kommt in dicke, dünne, runde und eckige Gefässe verschiedener Grösse. Einige werden auf Holzständern befestigt, andere sind in ei- nem bauchigen Glas auf Sand und wieder andere stehen auf metallenem oder gläsernem Untergrund. Dieses Jahr verlassen rund 1300 Kerzen das Atelier, zwei Drittel davon in der Weihnachtszeit.

Den Fähigkeiten angepasst

Ideen für Verzierungen hätten die Gruppenleiterinnen viele, schon deshalb, weil beide gelernte Floristinnen sind. Bei Neukreationen müssen sie darauf achten, dass die Herstellung die Behinderten nicht überfordert. Der eine hat genügend Fingerfertigkeit, um den Docht auf einer Nadel aufzufädeln und nach dem Trocknen der Kerze wieder zu entfernen. Der andere kann den Docht schneiden, die Kerze verzieren oder sie am Schluss einpacken. «Jede Kerze geht durch jede Hand in diesem Atelier», sagt Nina Zbinden. Am Schluss seien alle stolz darauf. «Es sind Arbeiten, die sie gerne und gut machen.» Um die Vitrinen für den Weihnachtsverkauf in der Werkstatt in Schmitten und im Café Bijou in Tafers rechtzeitig füllen zu können, spüren die Gruppenleiterinnen manchmal schon etwas Druck. Diesen geben sie aber nie auf das Team weiter. «Es ist eine produktive Beschäftigung, das heisst, die Hauptaufgabe liegt in der Betreuung der Leute.» Weil die Kerzen und übrigen Erzeugnisse aus dem Atelier bei den Kunden trotzdem gut ankommen sollen, wird jedes Produkt von den Gruppenleiterinnen mehrfach überprüft.

Sensler Stiftung für Behinderte,Weihnachtsverkauf, Werkstatt Schmitten: Mo.-Fr.: 8-12 und 13-17 Uhr; Café Bijou Tafers: Mo.-Fr., 13.30-17 Uhr, zudem Mo., 22. und Di., 23. Dezember, 13.30-17 Uhr sowie Mi., 24. Dezember, 8 bis 14 Uhr.

Atelier: Opferkerzen und Anzündhilfen

I st die Weihnachtszeit vorbei, gibt es im Kerzenatelier eine Verschnaufpause von etwa einem Monat. Dann beginnt schon wieder die Produktion für den Muttertag. Werden keine Zierkerzen hergestellt, hat das Atelier andere Schwerpunkte. Hier werden nämlich auch gebrauchte Opferkerzenbecher für viele Pfarreien Deutschfreiburgs rezykliert. Rolf zum Beispiel ist sehr geübt darin, die Wachsreste aus den roten Plastikbehältern herauszuschaben, neue Kerzen mit einem Docht zu versehen und sie in die gereinigten Behälter zu pres- sen. Jährlich verlassen rund 163 000 Stück die Werkstätte. Jeder Becher wird bis zu dreimal kontrolliert, damit die Qualität gewährleistet ist.

Eine andere Alltagsarbeit sind die Anzündhilfen für Cheminée und Holzgrill, die das Atelier herstellt. In mehreren Schritten spalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viereckige Holzstücke erst in kleinere flache Stücke und dann in gleichmässige Holzstäbchen. Für die «Wädele» werden die Holzstäbchen und der Docht in ein Stück WC Rolle gesteckt. Eine spezielles «Wädeleböckli» dient als Hilfe bei der Anfertigung. Für einzelne Schritte stehen einfache Werkzeuge oder Arbeitshilfen zur Verfügung. im

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