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Jeden Abend gab es stehende Ovationen

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Manche gingen erst gar nicht ins Bett, einige schliefen im Schafsack unter der Tribüne, und noch andere gingen um fünf Uhr morgens kurz nach Hause, um dann am Sonntag wieder beim Abbau der Tribüne mitzuhelfen. «Gestern liessen wir es tschädere», sagt Andreas Piller, Präsident des Organisationskomitees des Freilichttheaters «De Schacher Sepp», das am Samstag zum letzten Mal aufgeführt wurde. Vielen von der Truppe sei ein Stein vom Herzen gefallen, dass die 15 Aufführungen mit je 388 Zuschauerinnen und Zuschauern reibungslos abgelaufen seien. 5820 Personen sahen sich das Lustspiel an. Die Produktion war schon vor der Premiere ausverkauft. Am Sonntagnachmittag bei den Abbauarbeiten zog Piller eine entsprechend positive Bilanz des Projekts, das sich die Theatergesellschaft Plaffeien zum 40-Jahr-Jubiläum «geschenkt» hatte. «Es ist aus der Sicht aller gelungen.» Wetterglück hätten sie auch gehabt. Einzig bei der Premiere und bei der Zusatzvorstellung habe es während des dritten Akts stark geregnet. Die Zuschauer blieben dank gedeckter Tribüne trocken.

Dialekt war ein Trumpf

«Es war der Wahnsinn», sagt auch Bernadette Aeby, die zusammen mit Astrid Haas und Siegfried Bürgy Regie geführt hat. «Jeden Abend die Spielfreude der Schauspieler zu sehen, das Glitzern in den Augen der kleinen Engel und die riesige Begeisterung des Publikums–ich bin mehr als zufrieden», freut sich die 64-jährige Plaffeierin über die gelungene Produktion. Sie hatte die Idee zur Aufführung des Freilichtspiels als Jubiläumsanlass in den Vorstand der Theatergesellschaft Plaffeien getragen. «Ich fand das Stück schon beim erstem Mal, als ich es im Wallis sah, grandios. Bei uns fand ich es noch überwältigender», schwärmt die Regisseurin. Der Sensler Dialekt habe viel dazu beigetragen: «Er hat Potenzial», so Aeby. Auf den Dialekt habe sie grossen Wert gelegt. «Nur der Gebrauch erhält die Sprache.» Im Freien zu spielen habe allen Spass gemacht. Die Begeisterung übertrug sich auf das Publikum, das die Leistung der Truppe von der Premiere am 24. Juni bis zur Derniere mit Standing Ovations belohnte.

Bühne auf dem Hausplatz

«Der Erfolg schweisst zusammen», sagt Bernadette Aeby–nicht nur innerhalb des Vereins. Das ganze Dorf sei auf irgendeine Art und Weise ins Projekt involviert gewesen: ob als Helfer beim Auf- und Abbau, im Festzelt, hinter den Kulissen, durch das Mitwirken der Schule oder durch das Betreiben eines Marktstandes. Auch die Familie Riedo, genannt Stäfelers, auf deren Hof die ganze Infrastruktur stand, war jeden Tag automatisch mitten im Geschehen. «Es war ein rechter Tumult, aber wir haben es sehr genossen», sagt Eliane Riedo, die wie ihre Schwester und ihr Vater Josef Riedo im Bauernhaus wohnt. Da sie selber Mitglied der Theatergesellschaft Plaffeien ist, sei es ihr eine Ehre gewesen, dass das Freilichtspiel vor ihrer Haustüre aufgeführt wurde. Nachdem die Darsteller geschminkt waren, habe sie das Treiben von der Treppe aus beobachtet, erzählt Eliane Riedo. Jeweils kurz vor 23 Uhr kam dann auch Josef Riedo auf der Bühne zu einem Kurzeinsatz. «Er konnte vorher im Wohnzimmer schon ein wenig dösen», so Eliane Riedo.

Erfolgreicher als in Murten

Was hat die Theatergesellschaft Plaffeien besser gemacht als die Macher des Freilichtspiels «Helvetische Revolution» in Murten, das wenig Anklang fand? Zum einen habe sicher der bekannte Titel des Plaffeier Stücks den Unterschied gemacht, zum anderen der Preis, sagt Andreas Piller. In Plaffeien kostete ein Ticket 39 Franken, und die Tribüne war gedeckt, in Murten bezahlten die Zuschauer für die günstigste Kategorie 50 Franken, für die zweitgünstigste 70 Franken. Dies bei einer Tribüne ohne Dach. Während das Murtner Stück ein grosses Defizit eingefahren hat, wird für die Theatergesellschaft Plaffeien ein Gewinn herausschauen. «Wir haben aber noch keine Überschlagsrechnung gemacht», sagt Piller. Das Budget lag bei 260 000 Franken.

Trotz des grossen Erfolgs ist ein zweites Freilichtspiel kein Thema. «Das war etwas Besonderes, das wir uns zum Jubiläum geleistet haben», sagt Bernadette Aeby. Ausruhen können sich die Vereinsmitglieder dennoch nicht: In gut fünf Monaten beginnen schon wieder die Aufführungen des regulären Winter-Theaters.

Zum Stück: 1991 erstmals in Dialekt aufgeführt

D as Lustspiel «De Schacher Sepp» in drei Akten aus der Feder von Josef Brun und Jörg Schneider war 1991 erstmals in Dialektfassung am Bernhard-Theater in Zürich inszeniert worden. Die Geschichte handelt von einem gewitzten Bauern, der den Tod beim Kartenspielen überlistet und so 18 zusätzliche Jahre Lebenszeit aushandeln kann. Das bekannte Volkslied «Dr Schacher Seppli» ist Bestandteil des Theaterstücks. ak

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