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Jesus als Wegweiser fürs Leben

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José Balmer ist ein doppelter Zwilling: Er hat eine Zwillingsschwester und ist Ende Mai 1950 in diesem Sternzeichen geboren. Das passe zu ihm, denn er sei vielseitig und schaue immer beide Seiten einer Sache an, sagt er.

José Balmer ist in einem katholisch-konservativen Haus im luzernischen Hochdorf aufgewachsen. Seine Eltern führten eine Metzgerei. «Ich kenne die unternehmerische Seite und habe Verständnis dafür. Ich sage das, weil ich mich mit der Zeit politisch nach links bewegt habe.» So war er vier Jahre lang CSP-Gemeinderat in Tafers.

Der christliche Glaube war in seiner Kindheit stets präsent, einen besonderen Eindruck haben die religiösen Ängste der Mutter hinterlassen. «Sie fürchtete sich vor dem strafenden Gott und litt darunter.» Die Frage, was die Religion mit einem mache, ob sie befreie oder ängstige, habe ihn deshalb schon früh interessiert.

Nach der Primarschule besuchte José Balmer ein Internat des Redemptionistenordens in Matran und machte die Matura am Kollegium St. Michael in Freiburg. Danach trat er in den Orden ein und studierte in Deutschland Philosophie und Theologie.

Kritisch durchs Studium

Während des Studiums begann Balmer die konservative Einstellung, mit der er aufgewachsen war, infrage zu stellen, und lernte, die Bibel kritisch zu lesen. Er interessierte sich zunehmend für die Befreiungstheologie, die sagt: Der Glaube soll helfen, innere Ängste zu überwinden und sich aus sozialer Unterdrückung zu befreien.

Gelebte Befreiungstheologie erfuhr José Balmer in Bolivien, wo er von 1982 bis 1988, einige Jahre nach der Priesterweihe, wirkte. «Mein Vorbild war Albert Schweitzer, der Musiker, Arzt und Theologe war und in Afrika gearbeitet hatte.» In Bolivien lebte Balmer in bescheidenen Verhältnissen. «Darauf hatte ich mich eingestellt. Doch viele Menschen dort waren sehr arm, lebten in Bambushütten, hatten wenig zu essen, waren ungebildet. Kinder starben, weil den Eltern das Geld für einfache Medikamente fehlte. Diese Armut hautnah zu erleben hat mich betroffen gemacht und fürs ganze Leben geprägt.» Er gehe nicht gerne in Kaufhäuser: «Leute kaufen Dinge, die sie nicht brauchen, und anderswo fehlt Menschen das Nötige zum Leben.»

In Bolivien sah Balmer auch, was Ausbeutung und Unterdrückung bedeutete: Angestellte wurden schlecht behandelt, Kleinbauern wurden von Grossgrundbesitzern vertrieben. Er begann, sich für die Ursachen der Armut und die globalen Zusammenhänge zu interessieren. «Die armen Leute haben mir die Augen geöffnet. So sagte mir eine einfache Frau: Ah, die Schweiz. Das ist dort, wo unser Geld liegt, das uns die Militärregierung gestohlen hat.»

1988 kehrte Balmer in die Schweiz zurück und erlebte eine persönliche Krise. Es störte ihn, dass der damalige Papst Johannes Paul II. die Befreiungstheologie bekämpfte. Auch missfiel ihm die Hierarchie in der katholischen Kirche und das Zölibat. So nahm er sich eine Auszeit und servierte ein Jahr lang im Bahnhofbuffet in Bern. «Ich musste auf andere Gedanken kommen.»

Priesteramt aufgegeben

Zehn weitere Jahre blieb José Balmer im Orden; er arbeitete in zwei Berner Pfarreien als Priester, war Seelsorger im Frauengefängnis Hindelbank und in der Psychiatrischen Klinik Waldau. Und dann entschied er sich, das Priesteramt aufzugeben. «Ich hatte Angst vor diesem Schritt. Ich habe mich gefragt: Wie geht es weiter? Was werde ich arbeiten? Als Theologe hat man nicht viele Möglichkeiten.» Auch habe er die Reaktionen der Leute gefürchtet. «Mein Entscheid wurde aber mit viel Verständnis aufgenommen.»

Kurz danach heiratete Balmer und fand eine Stelle beim Hilfswerk Brücke-Le Pont. Dort war er verantwortlich für Projekte in Bolivien und Brasilien und machte ähnliche Erfahrungen wie zu seiner Zeit als Missionar. «Mit Berufsbildung, dem Bau von Teichen in trockenen Gebieten und vielen anderen Projekten haben wir dazu beigetragen, die Situation der Menschen langfristig zu verbessern», sagt Balmer. Doch für ihn ist klar, dass es nicht nur Veränderungen in den Ländern des Südens braucht, sondern, dass der gesamte Welthandel gerechter werden müsste. «Man meint heute, die Kolonialzeit und die Sklaverei seien vorbei. Aber sie gehen mit anderen Mitteln weiter, die armen Länder und Menschen werden nach wie vor ausgebeutet.»

Jesus als Wegweiser

So will sich José Balmer auch jetzt, nach seiner Pension, weiterhin engagieren. «Die Gleichgültigkeit der Leute macht mir Mühe; man muss sie immer wieder über die Ungerechtigkeiten informieren und für mehr Gerechtigkeit sensibilisieren», sagt er. José Balmer kann sich vorstellen, beispielsweise für die Menschenrechtsorganisation Amnesty International tätig zu sein.

Obwohl José Balmer das Priesteramt niedergelegt hat und der Kirche und ihren Traditionen gegenüber kritisch eingestellt ist, hat er seinen Glauben: «Trotz all dem Unerfreulichen wie Krieg und Armut glaube ich, dass ein göttlicher Geist in uns Menschen aktiv ist, der die Menschheit allmählich vorwärtsbringt.» Vor zwei Jahren hat er das Büchlein «frei und engagiert» veröffentlicht, in dem er seinen Glauben und sozialpolitische Schlussfolgerungen darlegt. «Jesus, der ethnische, religiöse und soziale Grenzen überschritten und die Benachteiligten ins Zentrum gestellt hat, bleibt für mich der Wegweiser fürs Leben.»

FN-Serie

Eine Stafette mit Porträts

In einer losen Serie stellen die FN Menschen vor, die etwas Spannendes erlebt haben, über viel Lebenserfahrung verfügen, einen interessanten Beruf oder ein spezielles Hobby haben oder die an ihrem Wohnort das Dorf- oder Stadtbild prägen. Die Serie funktioniert wie eine Stafette: Es ist der jeweils Porträtierte, der das nachfolgende Porträt bestimmt. Das nächste Mal: Simon Althaus aus St. Antoni.

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