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Jugend wird nicht immer schlimmer

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Mit immer neuen Schlagzeilen über saufende, randalierende und gewaltbereite Jugendliche zementieren die Medien ein negatives Jugendbild, das zu düsteren Prognosen Anlass gibt. Mit Bekanntwerden des Falls «Carlos» werden zudem Stimmen laut, die fordern, der Kuscheljustiz in der Schweiz endlich ein Ende zu setzen. Am Donnerstagabend referierte Strafrechtsprofessor Christof Riedo von der Universität Freiburg im Rahmen der Vortragsreihe «Recht im Alltag» in Flamatt über eben dieses brisante Thema und gab seinem Publikum einige erstaunliche Fakten mit auf den Weg.

Trend zu weniger Gewalt

Riedo ging zunächst der heiklen Frage auf den Grund, ob die Gewalttätigkeit der Jugendlichen tatsächlich immer schlimmere Ausmasse annehme. Nach der Präsentation einiger, sich zuweilen auch widersprechender juristischer Studien kam der Referent zum Schluss, dass eine gewisse Zunahme von Delikten im öffentlichen Raum innerhalb der letzten Jahre zwar zu verzeichnen sei, «die neusten Zahlen aber auf einen klaren Rückgang der Jugendkriminalität hinweisen». Die Jugend werde also nicht immer schlimmer, bilanzierte Riedo: «Bestimmte Delikte – die sich etwa in der Schule, zu Hause oder im Ausgang zutragen – werden aber häufiger angezeigt.»

Leben hat sich gewandelt

Jugendliche seien heute mobiler, über Soziale Medien miteinander vernetzt, und auch ihr Freizeitverhalten habe sich gewandelt, zählte der Strafrechtsprofessor Gründe dafür auf, wieso der Eindruck von einer ausartenden Jugendkriminalität stark mit den sich ändernden Lebensverhältnissen junger Menschen zusammenhänge.

Im zweiten Teil des Referats erklärte Christof Riedo zudem, weshalb man in der Schweiz trotz des Falls «Carlos» nicht einfach von Kuscheljustiz im Umgang mit Jugendlichen sprechen könne. Nach Exkursen in das Jugendstrafrecht und in die aktuellen Rückfallstatistiken meinte Riedo, dass das Schweizer Jugendstrafrecht im internationalen Vergleich zwar milde, aber auch erfolgreich daherkomme: «Für die meisten Fälle ist unser Jugendstrafrecht völlig ausreichend, nur bei sehr schwierigen Fällen – wie etwa ‹Carlos› – kann es teilweise bizarre Formen annehmen.» Viele ergänzende Beiträge aus dem Publikum erhärteten das Fazit Riedos, wonach die heutige Jugend nicht schlimmer sei als jene von früher. «Wir haben uns auch die Köpfe blutig geschlagen», meinte etwa ein Herr im gestandenen Alter, «das wurde aber nie zur Anzeige gebracht.»

Der nächste Vortrag der Reihe«Recht im Alltag»findet am 14. November 2013 in Tafers statt–unter anderem zum Thema Patientenverfügung.

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