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Jugendliche betrinken sich in einem Wettspiel: Oberamt reicht Strafanzeige ein

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Autor: Mireille Rotzetter, irmgard lehmann

Die Kantonspolizei Freiburg musste in einer Privatwohnung in Düdingen in der Nacht auf Dienstag intervenieren. Vier bewusstlose Jugendliche befanden sich unter den insgesamt elf Anwesenden. Zwei Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen 16 und 17 Jahren hatten während eines Trinkspiels so viel Alkohol zu sich genommen, dass sie ohnmächtig wurden.

Nach solchen Ereignissen stellen sich immer wieder dieselben Fragen: Was geschieht nun mit diesen Jugendlichen? Werden sie nachfolgend psychologisch betreut? Gibt es rechtliche Konsequenzen? Welche gesundheitlichen Schäden können durch Rauschtrinken verursacht werden? Und wer übernimmt die Kosten, die durch solche Vorfälle verursacht werden? Die FN haben sich an die entsprechenden Stellen gewandt.

Konsum ist legal

Wie Oberamtmann Nicolas Bürgisser präzisiert, machen sich minderjährige Jugendliche nicht strafbar, wenn sie starken Alkohol trinken. «Der Konsum ist legal», erklärt der Oberamtmann. «Doch der Verkauf und die Abgabe von sogenannten gebrannten Wassern an Jugendliche unter 18 Jahren ist verboten.» Wegen dieser Vergehen hat Nicolas Bürgisser denn auch Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Rechtliche Konsequenzen ergeben sich für die Jugendlichen also kaum. «Die Jugendlichen machen sich nur dann strafbar, wenn sie ihren minderjährigen Kollegen selbst Alkohol abgeben.» Die Jugendlichen würden aber in solchen Fällen milder bestraft als Erwachsene.

Risiko für die Gesundheit

Gravierender als die rechtlichen Folgen sind die gesundheitlichen und psychischen Konsequenzen, die Rauschtrinken haben kann. «Dadurch, dass Jugendliche meist weniger wiegen als Erwachsene und ihr Körper sich noch in der Entwicklung befindet, reagieren sie empfindlicher auf Alkohol als Erwachsene», erklärt Sabine Dobler von der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA). Beim einmaligen Rauschtrinken lägen die Gefahren hauptsächlich in der jeweiligen Situation. Unfälle, ungeschützter Geschlechtsverkehr oder bei einem alkoholbedingten Koma gar ein Ersticken am Erbrochenen gehören zu den Risiken, die in Zusammenhang mit übermässigem Alkoholkonsum stehen.

Suchtpotential

Je früher Jugendliche anfangen, regelmässig zu trinken, und je häufiger sie berauscht sind, desto grösser ist das Risiko, später Alkoholprobleme zu entwickeln. Auch die schädlichen Auswirkungen auf den Körper seien bei Jugendlichen stärker als bei Erwachsenen, weil sie sich noch in Entwicklung befinden, so Sabine Dobler. Zudem sei in psychologischer Hinsicht regelmässiger Alkoholkonsum gefährlich. «Wenn Jugendliche zum Beispiel Alkohol trinken, um schwierige Situationen zu bewältigen, dann laufen sie Gefahr, nicht zu lernen, Probleme anders zu lösen.»

Nach dem Spital

Was nach einem Rauschtrinken geschieht, das wie bei den vier Jugendlichen zur Einlieferung ins Spital geführt hat, ist von Fall zu Fall verschieden. «Der behandelnde Arzt entscheidet, ob die Jugendlichen nach dem Austritt aus dem Spital eine weitere Behandlung, beispielsweise eine psychologische Therapie, benötigen», erklärt Oberamtmann Nicolas Bürgisser. Eltern und Betroffene könnten sich an die Präventionsstellen und auch an den Hausarzt richten, um weitere Hilfe zu erhalten.

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