Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Junger Pianist sucht Freiheiten

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Dass Georgijs Osokins Pianist wurde, ist kein Zufall: «Ich bin quasi unter dem Klavier aufgewachsen», sagt der 24-jährige Lette, der am Samstag bei den International Piano Series Freiburg spielt. Kein Wunder: Seine Eltern sind Pianisten ebenso wie sein elf Jahre älterer Bruder. «In unserer kleinen Wohnung stand immer ein Flügel.» Seine Eltern hätten ihn nie unter Druck gesetzt, dieselbe Laufbahn einzuschlagen. Er hatte auch andere Interessen, erzählt Osokins. So spielte er als Jugendlicher intensiv Tennis, später komponierte er Soundtracks für Filme. Doch das Klavier habe ihn geprägt. Zu seinen ­ersten Lehrern gehörte sein ­Vater, ein bedeutender Klavierprofessor in Lettland.

Hilfe vom Vater

Die familiäre Nähe erlebte Osokins eher als Vorteil. «Ich konnte viel von den Erfahrungen meiner Eltern und meines älteren Bruders profitieren.» Junge Talente würden sich zuweilen allzu früh auf den kommerziellen Erfolg statt auf ihren künstlerischen Charakter fokussieren. «Mein Vater half mir, diese Klippen zu umschiffen.» Er habe ihn auch früh ins Ausland geschickt. «Denn in Lettland kommst du als junger Pianist irgendwann nicht mehr weiter.» So studierte Osokins an der Juilliard School of Music in New York. Bis heute tritt er mit Vater Sergejs und Bruder Andrejs unter dem Label «The Three Osokins» auf. «Das ist ein Projekt, das wir zu unserer Freude verfolgen», sagt Georgijs, der jüngste im Trio. Mit Vater und Bruder zusammenzuarbeiten sei durchaus herausfordernd. «Wir sind künstlerisch und menschlich sehr verschieden.» Es brauche deshalb viele Diskussionen, um ein gemeinsames Programm zu entwickeln.

Neue Möglichkeiten

Georgijs Osokins wuchs in einer spannenden Zeit auf: Vier Jahre vor seiner Geburt zerfiel die Sowjetunion, und Lettland wurde unabhängig. Das habe seine Karriere massgeblich beeinflusst. «Lettland wurde früh europäisch. Das brachte mir nur schon im Vergleich zu meinem älteren Bruder ganz andere Reisemöglichkeiten.» Das Ende des Kalten Kriegs habe aber auch die Ästhetik beeinflusst. «Die typisch russische Klavierschule beginnt sich mit Elementen aus anderen Schulen zu vermischen.»

Klickt man sich online durch die Kritiken über Osokins, dann fällt auf, dass das Echo auf seine Interpretationen teilweise kontrovers ausfällt. So wird er etwa als aussergewöhnlich und unberechenbar bezeichnet. Osokins nimmt sich gegenüber der Partitur Freiheiten, die über das übliche Mass hinausgehen. «Es ist nicht mein Ziel, Kontroversen auszulösen», sagt Georgijs Osokins dazu. Er sei sich aber bewusst, dass seine Interpretationen nicht dem künstlerischen Mainstream folgten. Er wolle klassische Musik lebendig machen. «Die Komponisten hinterliessen uns geniale Werke. Aber diese leben erst durch die Interpreten auf.» Er wolle das Publikum mit seinen Interpretationen packen und berühren. «Was heisst denn in der klassischen Musik schon Partiturtreue?», fragt er rhetorisch. Künstler könnten die Partitur Note für Note interpretieren und die Aussage des Werks trotzdem verfehlen. Niemand wisse genau, wie der Komponist das Werk gedacht habe. «Wir können nur versuchen, seine Intentionen zu ver­stehen.»

Von Chopin fasziniert

Bislang widmete sich Osokins stark der Musik von Frédéric Chopin und Sergei Rachmaninow. «Ich widme mich lieber einzelnen Komponisten vertieft, als überall etwas auszuprobieren.» In Chopin habe er sich seit dem Chopin-Wettbewerb 2015 vertieft. «Von ihm bin ich nie gelangweilt.»

Osokins freut sich auf das Freiburger Publikum. Sein Rezital widmet er Mariss Jansons. Der international bekannte lettische Dirigent starb Ende November im Alter von 76 Jahren. Auch in seinem Freiburger Konzert spielt er unter anderem Werke von Frédéric Chopin und Johann Sebastian Bach. «Ich versuche immer, Beziehungen zwischen Komponisten in einem Programm aufzubauen.» Chopin habe Bach bewundert. «Man weiss, dass er auf Reisen stets Bach-Partituren mitnahm und sie zum Beispiel vor Konzerten spielte.»

Eigene Klavierbank

Osokins nimmt auf Konzertreisen keine Bach-Partituren mit, dafür aber seine eigene Klavierbank, die extra für ihn designt wurde. «Ich habe einst Aufnahmen verschiedener grosser Künstler analysiert», erklärt er. Dabei habe er gelernt, wie die Sitzposition am Klavier den Klang beeinflusse. Darum sitze er auf seiner Bank etwas tiefer als normal. «So wird mein Klang reichhaltiger.»

Programm

Ein Konzertabend rund um Chopin und Bach

Das Klavierrezital mit Georgijs Osokins findet am Samstag in der Aula der Universität Freiburg statt. Osokins eröffnet das Konzert mit zwei langsamen Sätzen aus Instrumental­konzerten von Antonio Vivaldi, die Johann Sebastian Bach bearbeitet hat. Weiter geht es mit mehreren Bach-Bearbeitungen von Ferrucio Busoni und einem Präludium und einer Fuge aus Bachs «Wohltemperiertem Klavier». Nach der Pause spielt Osokins drei Werke von Frédéric Chopin: eine Mazurka in cis-Moll, eine Ballade in As-Dur sowie die dritte Klaviersonate in h-Moll. Georgijs Osokins gastiert in Freiburg im Rahmen der International Piano Series. Abonnenten der «Freiburger Nachrichten» können für dieses Konzert vergünstigte Tickets beziehen.

sos

 

Aula Magna, Universität Miséricorde, Freiburg. Sa., 14. Dezember, 19.30 Uhr. www.pianoseries.ch

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema