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Kahlschlag oberhalb des Sensestegs

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Die dreiachsige Forstmaschine dröhnt laut, als sie am Donnerstagmorgen ihren Weg durch das Flussbett der Sense bahnt. Darauf bedacht, das Gewässer möglichst zu umfahren, sucht sich der Fahrzeugführer einen Weg über den steinigen Untergrund. «Wir mussten bei den Kantonen Bern und Freiburg Bewilligungen einholen, um hier fahren zu dürfen,» sagt Gerhard Lehmann. Der Gemeinderat von Ueberstorf steht auf dem bei Wanderern beliebten Wandersteg an der die Kantonsgrenze bildenden Sense. Vor zwei Wochen wurde der in die Felswand eingelassene Steg Opfer eines Erdrutsches. Nun klafft eine fünf Meter breite Lücke in der Holzkonstruktion und macht den Wanderweg unpassierbar. Dies sei gerade jetzt tragisch, meint Lehmann: «Auch wegen Corona sind mehr Menschen in der Region unterwegs. Da ist es besonders schade, wenn die beliebte Strecke gesperrt ist.» Nun sei die Gemeinde daran, den Schaden so schnell wie möglich zu beheben. Jetzt wird in den steilen Waldhängen gearbeitet, um weiteren Erdrutschen und Steinschlägen vorzubeugen.

Unwegsames Gelände

Vor Ort wird sichtbar, wieso sich das Forstfahrzeug einen Weg durch das Flussbett bahnen muss. Das Freiburger Ufer auf der Höhe Hangried und Sensenau auf dem Gemeindegebiet von Ueberstorf ist steil, felsig und für Fahrzeuge keinesfalls passierbar. So mussten sich die Waldarbeiter einen anderen Weg suchen – und fanden ihn in der Sense. Der tonnenschwere Forwarder, wie die Maschine für den Transport von Holz im Wald genannt wird, fährt vom Gemeindegebiet Köniz aus in die Sense, stellt sich quer zum Wasserlauf und arbeitet von unten dem Arbeiter in der Felswand zu. Dieser seilt sich ab und fällt mit einer Motorsäge Bäume, die dem Wandersteg gefährlich werden könnten.

«Wir möchten nicht in einem Jahr wieder hier stehen,» rechtfertigt Lehmann die umfangreichen Massnahmen. Bäume und Büsche hätten auf dem felsigen Untergrund nicht immer guten Halt. Es käme immer wieder zu Erdrutschen, die Teile des Wanderwegs zerstören. Deshalb werde nun die Gelegenheit ergriffen und der Fels von unsicheren Bäumen befreit. Auf vorhandenem Waldboden würde dann Buschwerk angepflanzt, um das Erdreich durch Wurzeln zusätzlich zu stabilisieren. «Wenn alles gut läuft, können wir den Steg in zwei Wochen wieder freigeben,» meint er. Bereits am Montag starte die Produktion von neuen Stahlträgern, die anschliessend in der Felswand verankert werden müssten. Wie viel die umfassenden Massnahmen kosten, sei noch nicht bekannt.

Stress für tierische Bewohner

Fische und Wasserlebewesen in der Sense sind es nicht gewohnt, durch solche Aktivitäten gestört zu werden. Deshalb mussten die Arbeiten mit den Behörden abgesprochen werden. «Solche Maschinen im Flussbett verursachen Trübungen des Wassers und wirbeln viele Feinsedimente auf,» erklärt der Wildhüter und Fischereiaufseher Reto Hässig auf Anfrage. Dies sei für die vielen Lebewesen in und um das Wasser schlecht. Deshalb wurde bereits früh besprochen, wie der Fauna nur ein kleinstmöglicher Schaden zugefügt werden könne.

Das geschlagene Holz bleibt der Natur in einer besonderen Weise erhalten: Einige Bäume, die nach ihrer Fällung in der Sense zu liegen kommen, bleiben dort. In den letzten Jahren hielten die Kantone die Bachbetten möglichst sauber und frei von totem Holz. Davon sind die Behörden nun vermehrt abgekommen. «Totholz ist ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere wie Fische, Krebse und Insekten», sagt Hässig. «Solche Baumstämme fördern die Vielfalt und sind deshalb ein wichtiger Faktor für die Natur.» Damit die gefällten Bäume nicht quer im Wasser liegen, platziert die Forstmaschine das Holz direkt unter dem im Felsen eingelassenen Wandersteg. Der Wildhüter zeigt sich zuversichtlich, dass bereits in zwei bis drei Monaten neue tierische Bewohner bei den Baumstämmen ein neues Zuhause finden werden.

Stichwort

Viel besuchter Wanderweg

Der Wandersteg ist Teil des Wanderwegnetzes entlang der Sense. Er ist Bestandteil des Ueberstorfer Wanderwegs «Gang a ds Wasser». Ausserdem bildet er mit der Riedernbrücke und der Fussgänger-Hängebrücke einen abwechslungsreichen Rundweg. Mit der Öffnung des Stegs sei übernächste Woche zu rechnen, wie Gerhard Lehmann, Gemeinderat von Ueberstorf, sagte.

nmm

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