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Kälte macht Landwirten zu schaffen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Mireille Rotzetter

Beim Betreten des Stalls von Guido Jungo in St. Ursen deutet nichts auf die vergangenen turbulenten Tage hin: die Kühe kauen friedlich vor sich hin, alles wirkt ruhig und ordentlich. «Damit es hier drin so aussieht, haben wir fünf Tage lang von Hand gemistet», erzählt der 42-jährige Landwirt. Am Freitagmorgen, das Thermometer zeigte fast minus 20 Grad an, stieg die Entmistungsmaschine aus. «Meine Frau und ich haben überlegt, ob wir abwarten wollen und den Mist liegen lassen sollen.» Das Paar beschloss aber, sich besser gleich an die Arbeit zu machen. «Meine Eltern halfen auch mit, so konnten wir es in zwei Stunden schaffen.» Zwei Stunden misten, zweimal am Tag. Das war aber nicht das grösste Problem. «Die Tränken sind alle eingefroren, jeden Morgen und Abend müssen wir diese auftauen.» Zusätzlich barst am Sonntag auf dem Hof noch eine gefrorene Wasserleitung. «Die Kühe hatten nichts zu trinken und begannen zu brüllen.» 2000 Liter Wasser benötigen die 40 Kühe von Guido Jungo täglich. «Ich musste sofort jemanden haben, der die Leitung repariert.» Denn nicht nur die Kühe, sondern auch die 35 Jungtiere und 5000 Küken brauchen Wasser. Der Leitungsschaden wurde behoben, damit war aber nicht genug. Am Freitag hatte Jungo frische Küken bekommen. «Normalerweise herrschen in der Halle 32 Grad, am Sonntagmorgen sank die Temperatur plötzlich auf 12 Grad.» Glücklicherweise habe sich das Problem leicht beheben lassen.

Tiere sind resistent

Seit Guido Jungo und seine Frau 2004 den elterlichen Hof übernommen haben, hat er noch nie einen solchen Winter erlebt. 2008 baute das Paar einen modernen Auslaufstall. «Für die Tiere ist der Stall super, bei dieser Kälte ist er aber nicht ideal», sagt der Landwirt. Im Stall war es jeweils nur etwa fünf Grad wärmer als draussen. «Und mein Stall ist besser geschlossen als andere moderne Ställe.» Tatsächlich stellen die offenen Ställe, auch kalte Ställe genannt, bei den momentanen eisigen Temperaturen ein grösseres Problem dar als die alten Ställe (siehe Kasten). Jungo hält aber fest, dass die Kühe und das Jungvieh die Kälte gut aushalten.

Auch Melkmaschinen frieren ein

Viele Bauern mit offenen Ställen hatten in den letzten Tagen mit der Kälte zu kämpfen. Otto Lötscher von der DeLawal GmbH, die Melkanlagen und Stalleinrichtungen macht, ist mit seinem Team seit letztem Donnerstag im Dauereinsatz. «Das Wasser gefriert in den offenen Ställen sofort», sagte Lötscher. Neben den Selbsttränken und Entmistungsmaschinen funktionierten bei vielen auch die Melkmaschinen nicht mehr. Mit zusätzlichen Heizöfen oder Heissluftföhnen wurde versucht, die Leitungen an den Maschinen zu heizen. «Das ist aber gefährlich, da leicht Brände entfacht werden können.»

Ferien verdient

Bis die Temperaturen steigen, haben die Landwirte noch alle Hände voll zu tun. Guido Jungo beklagt sich nicht über die Arbeit, dass aber seit gestern die Entmistungsmaschine wieder funktioniert, freut ihn. «Und ich hoffe, dass es bis zur Fasnachtswoche wieder wärmer wird, dann können wir ein paar Tage in die Ferien.»

Bei den herrschenden eisigen Temperaturen gefriert der Mist auf dem Stallboden innert kürzester Zeit. Seit gestern funktioniert glücklicherweise die Entmistungsmaschine auf dem Hof von Guido und Hildegund Jungo in Roschiwil wieder.Bild Aldo Ellena

Kalte Ställe: Ausreichende Isolation ist häufig zu teuer

Viele moderne, offene Ställe sind für eisige Temperaturen unzulänglich isoliert. Bruno Häller, Verantwortlicher der Sektion Beratung im landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve, nennt zwei Gründe für die moderne Bauweise: «Einerseits kommt man mit den offenen Ställen den Forderungen des Tierschutzes nach.» Die Tiere sollen sich bewegen können und möglichst freien Auslauf haben. «Andererseits kostet eine gute Isolation sehr viel.» Die finanzielle Lage zwinge viele Bauern, Lösungen zu wählen, die für die momentanen Wetterverhältnisse nicht ideal seien. Häller hält fest, dass die technischen Einrichtungen extremer, anhaltender Kälte nicht gewachsen seien. «Das ist der Preis, den wir für die Technisierung bezahlen.»

Wäre es aber nicht sinnvoll, von offenen Ställen wegzukommen? «Eine solche Kältewelle gibt es laut Statistik etwa alle 20 Jahren», sagt Häller. Kurzfristig werde sich deshalb nichts ändern. «Die Stalleinrichtungsfirmen werden aber Schwachstellen erkennen und verbessern können.» Wie sich die Bauweise entwickeln wird, wenn es vermehrt zu extremen Kältewellen kommt, hänge von den politischen Rahmenbedingungen ab.mir

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