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Kamerzins Kameradenschelte

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Mit 0:1 verlor Gottéron am letzten Samstag in Lausanne. Obwohl das Toreschiessen gegen diese primär defensiv orientierten Waadtländer kein leichtes Unterfangen ist, war die Offensive Freiburgs ein glatter Ausfall und Lausanne-Hüter Cristobal Huet kam verhältnismässig einfach zu seinem Shutout. In einem Spiel, bei dem es für Gottéron hinsichtlich einer kaum mehr realistischen Playoff-Qualifikation einmal mehr um alles oder nichts gegangen war, zahlten die Freiburger nicht den Preis, den es eben Bedarf, um die nötigen Tore zu erzielen. Dies veranlasste Jérémie Kamerzin im Anschluss an die Partie dazu, in der Zeitung «24 heures» Tacheles zu reden. «Es spielen zu viele Leute nicht auf ihrem eigentlichen Niveau. In einem solchen engen Spiel, in dem kleine Details die Differenz ausmachen, gehen noch immer zu viele Spieler nicht vor das gegnerische Tor, dort, wo es wehtut», liess sich der Verteidiger zitieren.

 Ein paar Tage später steht der 26-jährige Walliser, der sich selbst nicht zu schade ist, blaue Flecken zu holen, nach wie vor zu den Aussagen. «Ich war sehr enttäuscht, wie das Spiel in Lausanne gelaufen ist. Wir sind ganz einfach nicht wie eine Mannschaft aufgetreten, der das Wasser bis zum Hals steht.» Er respektiere jeden seiner Mitspieler, betont Kamerzin. Jetzt müsse aber jeder Einzelne begreifen, um was es gehe. «In Lausanne haben wir uns nach Spielende in der Kabine angeschaut und festgestellt, dass wir uns mit dieser Einstellung nicht aus dieser ungemütlichen Lage befreien können.» Weil sich das ganze Team der Situation nunmehr bewusst sei, habe es innerhalb der Kabine im Nachhinein keine Reaktionen auf seine kritischen Voten gegeben. «Die Atmosphäre in der Mannschaft ist weiter gut. Ich habe nur gesagt, was allen klar ist.»

«Wir wollen noch daran glauben»

Sieben Punkte beträgt der Rückstand von Gottéron auf das achtplatzierte Biel, das zudem ein Spiel weniger absolviert hat. Nimmt man die letzten sechs Saisons als Referenz, waren im Schnitt 69,3 Punkte nötig, um sich für die Playoffs zu qualifizieren. Um diese Marke zu erreichen, müssten die Freiburger mindestens neun ihrer zwölf verbleibenden Spiele gewinnen. «Die Rechnung ist schnell gemacht: Wir müssen endlich beginnen zu siegen», sagt Kamerzin. Die Playoffs seien noch immer möglich, bekräftigt er. Wirklich überzeugend wirkt er dabei aber nicht. «Doch, doch, solange es mathematisch weiterhin zu schaffen ist, wollen wir daran glauben», will er den Eindruck so nicht stehen lassen und schiebt fast trotzig nach: «Noch sind wir am Leben.» Dies hätten die erfolgreichen Spiele in Kloten und gegen Biel gezeigt. Hoffnung schöpft er vorab aus der neuen Stabilität in der Defensive. In den vier bisherigen Partien 2015 kassierten die Freiburger im Schnitt nur 1,25 Tore. «Torhüter Benjamin Conz spielt momentan sehr gut. Wir machen weniger Fehler und kassieren nicht mehr so viele Strafen. Zudem arbeiten die Stürmer gut nach hinten», erklärt Kamerzin den Aufschwung in der Verteidigung. Dafür hapert es nun im Angriff. In den letzten sechs Spielen erzielte Gottéron ganze acht Tore. «Das ist eindeutig zu wenig für eine Mannschaft mit solch offensivem Talent», bemängelt er. «Wir alle müssen produktiver sein, nicht nur die Stürmer.»

Heute gegen Davos und morgen bei Schlusslicht Rapperswil sind die Freiburger ein weiteres Mal zum Siegen verdammt, wollen sie das Unmögliche doch noch möglich machen. «Zu Hause können wir jeden Gegner bezwingen, und wenn wir bei den Lakers nicht gewinnen, haben wir die Playoffs auch nicht verdient», sagt Kamerzin, der so gut es geht versucht, nur von Spiel zu Spiel zu denken. «Fokussieren wir uns zu sehr auf unsere Situation, verlieren wir nur unnötig Energie.»

 

Der heutige Gegner

Die Fakten zum HC Davos

• Zum 112. Mal trifft HCD-Trainer Arno Del Curto heute auf Gottéron. Seine Bilanz: 67 Siege, 6 Remis, 38 Niederlagen.

 

• HCD-Legende Reto von Arx wartet seit 1494 Spielminuten oder dem 19. Oktober 2014 auf ein Tor.

 

• Die Davoser gewannen alle drei bisherigen Saisonspiele gegen Gottéron und insgesamt die fünf letzten Begegnungen.

 

• Davos verfügt über das zweitbeste Boxplay der NLA.

 

• Topskorer ist Marcus Paulsson (14 Tore, 20 Assists).

René Matte: Nächste Saison wird seine zehnte als Gottérons Assistenz-Trainer sein

S eit dem Sommer 2006 ist René Matte der Assistenz-Trainer bei Gottéron, zuerst unter Serge Pelletier, dann als rechte Hand von Hans Kossmann. Derweil die beiden Chef-Trainer entlassen wurden, übt der Kanadier seine Funktion auch unter Gerd Zenhäusern weiter aus – bis zumindest Ende der nächsten Saison. Eine Vertragsverlängerung wurde von Seiten des Klubs nie kommuniziert. Matte selbst hielt sich gestern ebenfalls bedeckt und wollte keine Auskunft über seine Zukunft geben. Gottérons Generaldirektor Raphaël Berger bestätigte schliesslich auf Anfrage, dass der Vertrag von Matte wie jener Zenhäuserns auch nächste Saison noch gültig sei.

Gesprächiger ist Matte, der mitunter während der Spiele für die Verteidiger zuständig ist, bezüglich der aktuellen Situation des Teams. Der Assistent nennt drei Hauptgründe für die verbesserte Defensive im neuen Jahr. «Erstens zeigte Benjamin Conz zuletzt Leistungen, die es in der NLA von einem Goalie braucht, um Erfolg haben zu können. Zweitens spielen wir die Zonenverteidigung aggressiver und drittens lassen wir weniger Konter zu.» Dominik Granak habe zudem zur Stabilität beigetragen.

Mit dem kürzlich verpflichteten Slowaken stehen nunmehr zehn Verteidiger im Kader von Gottéron. «Das ist ein Luxusproblem. Dank der neuen Breite spielt der Konkurrenzkampf, was immer positiv zu sehen ist.» In der Regel stehen bei den Freiburgern jeweils acht Verteidiger auf dem Matchblatt. «Oftmals reduzieren wir aber während des Spiels auch auf sieben. Alle kriegen zu Beginn ihre Chance, wenn nötig, stellen wir wie zuletzt gegen Kloten und Lausanne auf sieben Verteidiger um», erklärt Matte. Dies dürfte in den nächsten Spielen umso öfter der Fall sein, weil sich Granak nun eingelebt habe und ein Spieler sei, «der Eiszeit braucht», wie Gerd Zenhäusern anmerkte. fs

Vorschau: Hasani gegen Davos zurück, einzig Ness fällt noch aus

I m Heimspiel heute Abend (19.45 Uhr, St. Leonhard) gegen den drittplatzierten HC Davos kann Gottéron-Trainer Gerd Zenhäusern fast aus dem Vollen schöpfen. Stürmer Adam Hasani, der am vergangenen Wochenende krankheitshalber hatte passen müssen, ist wieder gesund. Der einzige Abwesende ist neben den beiden überzähligen Verteidigern Marc Zangger und Maxime Montandon Center Martin Ness (Knöchelbruch). Während Zenhäusern bis anhin im Angriff Pärchen gebildet hatte, um dann je nach Verfügbarkeit jeweils den passenden dritten Stürmer hinzuzufügen, bildet er nun wieder Trios. So kommt es heute gegen die Bündner zur Wiedervereinigung der altbekannten Angriffsformation mit Andrei Bykow, Benjamin Plüss und Julien Sprunger. Hasani übernimmt die Centerrolle im vierten Block zwischen Sandro Brügger und John Fritsche, während Christian Dubé eine Linie mit Tristan Vauclair sowie Killian Mottet bildet und das Trio Marc-Antoine Pouliot, Greg Mauldin und Thibaut Monnet unangetastet bleibt. «Jede der vier Linien muss für die Entscheidung sorgen können», fordert Zenhäusern.

Unabhängig vom Gegner ist Gottéron mehr denn je auf Siege angewiesen, will es die mathematische Chance auf eine Playoff-Qualifikation wahren und das «kleine Wunder», wie es Zenhäusern nennt, realisieren. «In Lausanne hat uns das gewisse Etwas gefehlt», sagt Gerd Zenhäusern und meint damit den allerletzten Biss. Dieser ist heute gegen den HCD unerlässlich. «Die Davoser sind jung, schnell und talentiert. Es ist eine sehr, sehr gute Mannschaft. Um dies festzustellen, reicht ein Blick auf die Tabelle.» fs

 

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