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«Kanton Freiburg ist heute sicherer»

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Autor: Nicole Jegerlehner

FreiburgWer heute an einen Störfall denkt, denkt an die Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima. In den 1970er- und 1980er-Jahren kamen andere Bilder auf: Damals wurde ein Störfall mit den Chemieunfällen im italienischen Seveso (1976) und in Schweizerhalle bei Basel (1986) in Verbindung gebracht. Diese waren denn auch Anstoss für die Ausarbeitung der eidgenössischen Verordnung über den Schutz vor Störfällen, die sich rund um chemische Stoffe dreht, nicht aber um Atomkraftwerke.

Informationsanlass

Seit 20 Jahren gilt nun diese Verordnung. Der Kanton Freiburg organisiert deshalb heute einen Informationsanlass zum Thema. Rund 170 Personen aus Gemeinden und betroffenen Firmen nehmen teil. Das kantonale Amt für Umwelt organisiert den Anlass zusammen mit dem «Klub Umwelt, Energie und Sicherheit». Dieser wurde von Unternehmern gegründet, welche sich mit Fragen rund um Umwelt, Energie und Sicherheit auseinandersetzen.

In den letzten zwanzig Jahren wurden im Kanton Freiburg alle Risikoanlagen erfasst. Dazu gehören nicht nur Tankstellen und Fabriken, die mit Säuren oder Mikroorganismen hantieren. Auch Schwimmbäder, Kunsteisbahnen und sogar das Papiliorama in Kerzers wurden erfasst: Schwimmbäder benutzen Chlor, Eis wird mit Ammoniak gekühlt, und das Papiliorama hat einen Propangastank. Weil es zugleich von vielen Personen besucht wird, hat der Kanton zusätzliche Sicherheitsmassnahmen gefordert, wie einen Damm und Gasmeldegeräte. Die Verantwortlichen überlegen sich, künftig Erdgas zu nutzen.

Einige der erfassten Bäder und Eisfelder unterstehen heute nicht mehr der Verordnung über den Schutz vor Störfällen. So wurden sieben Schwimmbäder im Kanton Freiburg saniert: Sie entsprechen den neusten Sicherheitsstandards oder nutzen andere Substanzen als Chlor für die Wasseraufbereitung. Einzig die Schwimmbäder in Kerzers und Murten sind noch der Verordnung unterstellt, erfüllen aber alle Vorschriften.

Die Eishalle St. Leonhard in Freiburg verwendet heute ein indirektes Kältesystem, das nur noch 400 Kilogramm Ammoniak sowie ein Glykol-Wasser-Gemisch benötigt. Das alte System arbeitete mit 3000 Kilogramm Ammoniak. Die Eishalle untersteht damit nun nicht mehr der Verordnung über den Schutz vor Störfällen.

Ähnliches gilt für zahlreiche Unternehmen und Abwasserreinigungsanlagen: Sie haben ihre Betriebe saniert, die Sicherheit erhöht und teilweise auf andere Produkte umgestellt.

Einfluss auf die Raumplanung

Auf Autobahnen, Kantonsstrassen und Bahngeleisen können sich Unfälle ereignen, wenn chemische Stoffe transportiert werden. Diese Gefahr sei im Kanton Freiburg klein, schreibt das Amt für Umwelt in einer Broschüre: Vor allem auf der Schiene würden die meisten Güter auf der Achse Lausanne–Neuenburg transportiert. «Trotzdem ist es besser, keine empfindlichen Objekte wie Schulen und Spitäler in der unmittelbaren Nähe der Eisenbahnlinien zu bauen.»

Solche Überlegungen fliessen im Kanton Freiburg seit zehn Jahren in die Raumplanung ein – seit der kantonale Richtplan überarbeitet wurde. «Wir waren die ersten, welche die Verordnung über den Schutz vor Störfällen in die Raumplanung eingebunden haben», sagt Giancarla Papi, Vorsteherin des Bau- und Raumplanungsamtes.

So wird bei Ortsplänen darauf geachtet, dass Unternehmen, die mit chemischen Stoffen arbeiten, nicht zu nahe an Wohnsiedlungen zu stehen kommen – und dass umgekehrt neue Wohnzonen nicht in der Nähe solcher Unternehmen entstehen.

Papi weist darauf hin, dass Ortspläne nur alle fünfzehn Jahre überarbeitet werden; Unternehmen hingegen können von einem Tag auf den anderen ein anderes Produkt einsetzen und damit der Verordnung über den Schutz vor Störfällen unterstehen. Daher bringt der Kanton den Risikokataster jedes Jahr auf den neusten Stand.

Die absolute Sicherheit gebe es nicht, sagt Papi. «Aber der Kanton Freiburg ist heute in Bezug auf chemische Störfälle auf jeden Fall sicherer als vor zwanzig Jahren.»

Schwimmbäder – hier das Hallenbad Murten – brauchen grosse Mengen an Chlor und gelten deshalb als Risikoanlagen.Bild mk

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