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Kanton nimmt sich der Notfälle an

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Autor: urs haenni

Erst entstand aus den ehemaligen Bezirksspitälern ein kantonales Spitalnetz, dann fanden sich die psychiatrischen Dienste in einem Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit wieder, und nun soll die präklinische Notfallversorgung auf kantonaler Ebene geregelt werden.

Darin inbegriffen sind in erster Linie die Ambulanzdienste, aber auch Notrufzentrale, Rega, Bereitschaftsdienst von Ärzten, psychologische Nothilfe oder auch Katastrophenorganisationen.

In einer Medienkonferenz hat Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre gestern diese dritte Etappe zur Reform der Gesundheitsstrukturen vorgestellt. Diese existiert vorläufig als Vorentwurf zu einem Gesetz. Bis Ende Januar geht dieser Entwurf in die Vernehmlassung, und Anne-Claude Demierre hofft, dass das neue Notfall-Netz per 1. Januar 2013 in Kraft treten kann.

90 Prozent in 20 Minuten

Für die Gesundheitsdirektorin sind vor allem die unterschiedlichen Strukturen in den Regionen der Grund für die Reform. Das heutige System sei vielschichtig, sagte Demierre. Nicht alle Regionen verfügen über ein Akutspital, die ärztliche Grundversorgung ist verschieden, die Ambulanzdienste sind unterschiedlich geregelt, die Notrufe nehmen je nach Bezirk andere Wege.

Kurz: Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren ist für die Gesundheitsdirektorin zwar gut, aber die Koordination müsse noch verbessert werden. Dazu sollen Lücken in der Versorgung durch neue Leistungen ergänzt werden, so dass die Einwohner des ganzen Kantons möglichst gleichgestellt sind. Patrice Zurich, Vorsteher des Amtes für Gesundheit, beschrieb die Zielsetzung so: «90 Prozent des Kantonsgebietes in 20 Minuten erreichen».

Gemäss dem Gesetzesentwurf wird ein neues Kompetenzzentrum «Kantonale Freiburger Rettungsorganisation» (KFRO) entstehen. Dieses soll die Koordination der gesamten Notfallversorgung durch ein und denselben Organismus garantieren. Die KFRO hat den Gesamtüberblick über die Versorgung, fördert die Effizienz und führt die verschiedenen Akteure gemeinsam auf einen hohen Qualitätsstandard hin, lautet die Zielsetzung

Keine kantonale Ambulanz

Als Form für die KFRO schwebt dem 2008 eingesetzten Steuerungsausschuss ein privatrechtlicher Verein vor, welcher die bisherigen öffentlichen und privaten Akteure vereint. Diese Akteure behalten ihre Funktion und sollen mit der KFRO Leistungsverträge abschliessen.

Anne Claude Demierre will vor allem auch die Gemeinden nicht als bisherige Trägerschaft der Ambulanzdienste ausschliessen. «Es wird keine Kantonalisierung der Ambulanzen geben», sagte sie. «Das hat keine der beteiligten Seiten gewollt.»

Kanton und Gemeinden werden sich wie bisher die Kosten aufteilen. Bisher beteiligte sich die öffentliche Hand an der Notfallversorgung mit rund 6,4 Millionen Franken im Jahr. Der Kanton finanzierte vor allem die Sanitätsnotrufzentrale mit 1,75 Millionen Franken; die Gemeinden die Ambulanzdienste mit 4,35 Millionen Franken.

Die geplanten neue Strukturen dürften pro Jahr etwa 2,5 Millionen Franken teurer sein. Darunter fallen eine halbe Million zulasten des Kantons für die KFRO, je eine halbe Million für Kanton und Gemeinde für die mobilen Dienste und je 330000 Franken für die telefonische Triage (siehe Kasten).

Dafür erwartet Anne-Claude Demierre nebst einer besseren Versorgung eine geringere Belastung für das Personal in den Spitälern.

In der Koordination von Notfalleinsätzen sieht der Kanton noch grossen Handlungsbedarf.Bild Aldo Ellena/a

Notfall: Mobile Dienste und Telefontriage geplant

Der Entwurf zum Gesetz für präklinische Notfälle sieht im Wesentlichen folgende Neuerungen vor:

• Einführung von mobilen Diensten:Bisher haben einzig die Bezirke Saane und Broye über mobile Dienste für Notfallmedizin und Reanimation (Smur) verfügt. Smur soll nun kantonal werden und das gesamte Kantonsgebiet abdecken. Ein Team von fünf Ärzten und fünf Ambulanzfahrern soll ab Freiburg Einsätze fahren. Die Ärzte sind eigens für Notfalldienste ausgebildet, das Fahrzeug ist speziell ausgerüstet. In der Peripherie werden weiterhin Ambulanzen und Bereitschaftsärzte zum Einsatz kommen, bei schweren Fällen übernimmt dann aber Smur.

• Medizinische Telefontriage: Als erster Kanton will Freiburg einer Telemedizin-Gesellschaft das Mandat einer medizinischen Telefontriage erteilen. Dies soll in Absprache mit der Ärztegesellschaft des Kantons Freiburg erfolgen. Damit würden die Belegschaftsärzte aber auch die Notfalldienste entlastet, da sie nur für Fälle beansprucht würden, um die sie sich wirklich selber kümmern müssen.

• Ausarbeitung eines Konzeptes: Ziele, Ressourcen, Einsatz- und Koordinationsmittel sowie die Aufgaben der verschiedenen Akteure im Notfalldienst sollen in einem Konzept definiert werden. Bisher hat es kein solches Konzept gegeben.uh

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