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Kanton soll zweisprachiger werden

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Im Immersionsunterricht steht nicht die Sprache im Mittelpunkt, sondern das entsprechende Fach. Der Begriff bedeutet, dass Fächer wie zum Beispiel Geografie oder Biologie nicht in der Muttersprache unterrichtet werden, sondern in einer Zweitsprache – im zweisprachigen Kanton Freiburg also in der jeweils anderen Sprache.

Der Grosse Rat fällte gestern zwei divergierende Entscheide in Sachen Immersion. Dies, obwohl die Hochschätzung der Zweisprachigkeit des Kantons Freiburg wohl von niemandem im Saal bestritten wurde, wie aus den zahlreichen – teils in etwas holprigem Deutsch vorgebrachten – Voten klar wurde.

Mit 48 zu 29 Stimmen und sechs Enthaltungen erklärte das Kantonsparlament eine Motion der Grossräte Peter Wüthrich (FDP, Domdidier) und Pierre Mauron (SP, Riaz) für erheblich. Dies, obwohl der Staatsrat den Vorstoss zur Ablehnung empfohlen hatte. Ursula Krattinger-Jutzet (SP, Düdingen) sprach wohl den meisten Grossratsmitgliedern aus der Seele, als sie festhielt: «Die gelebte Zweisprachigkeit wird bei jeder Gelegenheit als Trumpf erwähnt, aber die Realität sieht anders aus: Die Mehrheit der Freiburger ist nicht zweisprachig. Das muss sich ändern.»

Mauron und Wüthrich forderten, das Freiburger Schulgesetz so zu ändern, dass das Erlernen der Partnersprache zusätzlich zum bisherigen System flächendeckend durch Immersionsunterricht gewährleistet wird. Dazu sollen sich die Lehrpersonen freiwillig zu anderssprachigen Klassen begeben, und der Unterricht soll in gewissen Fächern in der anderen Sprache erfolgen. Die Erziehungsdirektion soll nun die Modalitäten für die praktische Umsetzung der Motion festlegen. Von den Fraktionen unterstützten die SVP, die SP und Mitte-links-Grün den Vorstoss von Wüthrich und Mauron; die CVP und die FDP waren mehrheitlich dagegen.

Einem Auftrag von zehn Parlamentariern der Mitte-links-Grün-Fraktion, die ausgeschüttete Gewinne der Nationalbank für die Förderung von zweisprachigem Unterricht und Immersionsprojekten einsetzen wollte, erteilte der Grosse Rat hingegen mit 43 zu 29  Stimmen bei drei Enthaltungen eine – wenn auch eher knappe – Abfuhr. Die Ratsmehrheit folgte damit der Argumentation von Erziehungsdirektor Jean-Pierre Siggen (CVP), dass die Höhe dieser Gewinnausschüttungen von Jahr zu Jahr schwanke und nur schon deshalb für eine derartige feste Zweckbindung ungeeignet sei. Die SP und Mitte-links-Grün hatten diesen Auftrag unterstützt, die CVP, die SVP und die FDP waren dagegen.

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