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Kanton will den Murtner Turm öffnen

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Der grosse, viereckige Turm des Murtner Schlosses soll zwischen Mitte Juni und Ende Oktober für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Doch bis es so weit ist, müssen noch Unterhaltsarbeiten und Sicherheitsmassnahmen vorbereitet werden, wie dem Amtsblatt zu entnehmen ist.

Die Architektin Carmen Reolon, die das Projekt im Auftrag des Kantons betreut, spricht gegenüber den FN von «reversiblen Massnahmen», die im Inneren des Turms geplant seien: «Konkret müssen wir Steine sichern, unebene Treppenstufen ausgleichen, das Geländer nachrüsten und eine Notbeleuchtung installieren. Zudem wollen wir die Graffiti der Häftlinge mit Plexiglas abdecken.» Die Kosten für diese Arbeiten schätzt Reolon auf 80 000 Franken.

Die Öffnung des grossen Turms, der sogenannte Bergfried oder «Luegisland», geschehe anlässlich des Kultur­erbe­jahres, sagt Reolon. «Im Rahmen dieses Jahres will der Kanton Freiburg verschlossene Orte für die Öffentlichkeit zugänglich machen. So soll sich die Bevölkerung wieder stärker mit unserem Kulturerbe identifizieren.»

Geschützte Turmdohlen

Laut Reolon beherbergt das Dachgeschoss des Turmes seit 1985 20 Turmdohlen-Pärchen, die in Brutkästen ihre Kleinen aufziehen. Diese Vögel sind in der Schweiz selten und stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Vögel. Dies sei berücksichtigt worden, so Reolon. «Der Termin Mitte Juni wurde gewählt, weil die Brutzeit der Turmdohlen dann vorbei ist.»

Noch offen sei, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten der Turm offen sein werde. «Wahrscheinlich muss aus Sicherheitsgründen immer eine verantwortliche Person vor Ort sein», gibt Reolon zu bedenken.

In der nächsten Zeit wolle sie der Frage nachgehen, welche Funktionen das Schloss und der grosse Turm haben und wie der Bergfried in Zukunft genutzt werden könnte.

Ivan Mariano, der Leiter des Museums Murten, begrüsst das Vorhaben auf Anfrage. Touristen würden ihn regelmässig fragen, ob das Schloss besuchbar sei. Dass der Turm nun seine Türen für Besucher öffnen soll, sei «wirklich interessant und sehr wichtig für Murten». Es handle sich – zusammen mit der Ringmauer, die bis zum Schloss reichte – um ein wesentliches Stück der Geschichte der Stadt, so Mariano. Zudem habe der grosse Turm auch eine Symbolik für die gesamte Region. Denn die Fenster ermöglichen nicht nur einen sehr schönen Blick aufs Stedtli, sondern auch Richtung Freiburg und Bern – sozusagen auf beide Seiten des Röstigrabens. Dass bald Besucher den Turm betreten können, sei sehr schön für die Attraktivität der Stadt, so Mariano. «Ich bin überzeugt, dass das Vorhaben Erfolg haben wird.»

«Der Turm ist ein wesentliches Stück Stadtgeschichte und hat auch eine Symbolik für die gesamte Region.»

Ivan Mariano

Leiter des Museums Murten

«Im Rahmen des Kulturerbejahres will der Kanton verschlossene Orte zugänglich machen.»

Carmen Reolon

Architektin

Chronologie

Eine wechselhafte Geschichte

Die Geburtsstunde des Schlosses verorten Histo­riker im Jahr 1255. Laut Ivan Mariano, Leiter des Museums Murten, trieb der Graf Peter  II. von Savoyen den Bau des Schlosses voran. Bereits vorher habe es an dieser Stelle einen Turm gegeben. Der Graf habe eine benachbarte Parzelle gekauft, um genug Platz für das Schloss zu haben. Im 15. Jahrhundert konnte Adrian von Bubenberg vom Turm aus während der Schlacht das Geschehen überwachen. Später hatten das Murtner Schloss und der dazugehörige Turm wechselnde Funktionen. Die Gebäude fungierten als Residenz der Schultheissen. Das Schloss wurde auch als Spital und Kaserne sowie bis nach dem Zweiten Weltkrieg als Gefängnis genutzt. Die Graffiti, welche die Häftlinge auf den Wänden angebracht haben, seien immer noch sichtbar, so die Architektin Carmen Reolon. Wie sie sagt, hat der Turm auch eine Taubenpost und ein Archiv beherbergt. Heute steht der grosse Turm leer.

jmw

 

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