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Kanton will Tetra-Pak-Areal erwerben

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Bis Ende September wird auf dem Areal des Verpackungskonzerns Tetra Pak noch produziert, dann ist nach 41 Jahren Schluss mit dem Standort Romont. 38 Personen arbeiten derzeit dort noch für Tetra Pak, 20 Personen werden bis Ende Jahr die endgültige Demontage vornehmen, danach sind die Räumlichkeiten leer. Dies sagte Bernard Gendre, Direktor des Standorts, auf Anfrage der FN.

Doch die Produktionshallen sollen nicht lange leer stehen, wenn es nach dem Willen des Kantons geht. Dieser will nämlich das Tetra-Pak-Areal auf den 1. April 2017 kaufen, wie der Staatsrat gestern in einem Communiqué mitteilte. Die Volkswirtschaftsdirektion sei mit der Direktion des Standorts und der Konzernleitung seit der Ankündigung der Schliessung im November 2015 in Kontakt gewesen.

Der Staatsrat hat sich mit Tetra Pak auf einen Verkaufspreis von 21 Millionen Franken geeinigt, wie Volkswirtschaftsdirektor Beat Vonlanthen (CVP) den FN auf Anfrage sagte. Bereits ist eine Absichtserklärung unterschrieben, und der Grosse Rat sollte die Vorlage noch vor Ende Jahr beraten, heisst es im Communiqué.

Arbeitsplätze auf dem Spiel

Der Kauf sei aber nur als eine vorübergehende Massnahme zu sehen, so Vonlanthen. «Wir wollen das Areal so bald als möglich weiterverkaufen.» Der Staat wolle nicht als Immobilienmakler auftreten, betont er. Vielmehr sei das Geschäft als eine Massnahme im Sinne einer aktiven Bodenpolitik zu verstehen.

Seit 2014 ist auf dem Gelände der Tetra Pak in Romont der Pharma-Grosshändler PharmaFocus eingemietet. Dieser hat selber in einer ersten Phase fünf Millionen Franken in den Standort Romont investiert. «Für PharmaFocus herrschte nach dem Schliessungsentscheid von Tetra Pak eine unsichere Situation», so Vonlanthen. «Die Firma suchte deswegen einen anderen Standort. Sie fand keinen im Kanton Freiburg und sondierte deshalb auch in anderen Kantonen. Es geht dabei um den Erhalt von rund 100 Arbeitsplätzen; das war der Anstoss für unsere Intervention.»

Vonlanthen erwähnt zudem ein weiteres Unternehmen aus einem «sehr interessanten Bereich», das sich in der Schweiz niederlassen will. «Da stehen wir in Konkurrenz zu anderen Kantonen», sagt Vonlanthen. «Aber diese Firma sucht genau solche Räumlichkeiten in einem bestehenden Gebäude.»

Der Staatsrat hält in seinem Communiqué fest, dass es sich bei dieser Intervention um eine Ausnahme handle. Das Areal sei aber im kantonalen Richtplan als eine strategische Zone aufgeführt, zudem gehe es um einen von zwei Standorten im Kanton, an welchen für Unternehmen Steuererleichterungen des Bundes in Aussicht stünden.

Der Volkswirtschaftsdirektor erachtet deshalb den vorübergehenden Kauf des Tetra-Pak-Areals «überhaupt nicht als Risiko». Das Gelände sei attraktiv und hervorragend erschlossen, die Gebäude seien in einem ausgezeichneten Zustand und deshalb für Unternehmen «hochinteressant». Im Falle eines Kaufs durch den Kanton habe PharmaFocus bereits die Zusicherung gegeben, sich in Romont weiterzuentwickeln, sagt Vonlanthen.

Der Staatsrat schreibt, er befürchte, «dass der Markt kurzfristig keine Nutzung gewährleisten könne, die den Interessen der Allgemeinheit in der Region und im Kanton entspricht». Deshalb sei der Eingriff als aktive Massnahme zu betrachten, die es erlauben soll, neue Industrietätigkeiten an diesem «Vorzeigestandort des Kantons» zu lancieren. Die Chancen stünden gut, neue Wirtschaftstätigkeiten mit hoher Wertschöpfung in Romont anzusiedeln. Angesichts der Grösse des Areals erwartet der Staatsrat eher eine Teilvermietung an neue, im Wachstum begriffene Unternehmen. «Diese werden voraussichtlich langfristig die Kontrolle über das Areal übernehmen», heisst es in der Mitteilung.

Zahlen und Fakten

Nach Ungarn und Schweden verlagert

Anfang November 2015 hat der Konzern Tetra Pak angekündigt, dass er seinen Produktionsstandort Romont 2016 schliessen will. Kurz vor Weihnachten wurde der Entscheid mit der Unterzeichnung eines Sozialplans definitiv. Damit begann ein Abbau von 123 Arbeitsplätzen. Die Produktion wird nach Ungarn und Schweden verlagert. Drei Aktivitäten waren in Romont angesiedelt: Forschung und Entwicklung, Blasfolien und Tetra-Recart-Verpackungen. Tetra Pak zog 1975 nach Romont.uh

Jean-Luc Mossier: «Wirtschaftliche Interessen»

D er Direktor der Freiburger Wirtschaftsförderung, Jean-Luc Mossier, erklärt, warum der Kanton Industriegebäude kauft.

Eben hat der Grosse Rat den Kauf des Schumacher-Gebäudes in Schmitten bewilligt, jetzt kündigt der Staatsrat den Kauf des Tetra-Pak-Areals an. Eine neue Form der Wirtschaftsförderung?

Mossier: Die beiden Geschäfte haben keinen Bezug zueinander. Beim Kauf des Schumacher-Gebäudes waren die Wirtschaftsförderung und die Volkswirtschaftsdirektion nicht beteiligt. Es wird für kulturelle Zwecke genutzt. Beim Tetra-Pak-Gelände geht es um wirtschaftliche Interessen. Es ist ein Ausnahmefall.

Ein neues Vorgehen?

Im Rahmen von aktiver Bodenpolitik kauft man Terrains und erschliesst diese für Firmen. Bei der Blue Factory war es ein Industrieareal, auf dem nicht mehr produziert wurde. Nun kauft der Kanton ein Gelände, auf dem noch produziert wird: Das ist neu.

Hätte das nicht auch der Markt tun können?

Eigentlich ist es nicht die Rolle des Staates, aber hier bestand die Gefahr, dass Lager mit wenig neuen Arbeitsplätzen entstehen oder dass spekuliert wird und zehn Jahre nichts passiert. uh

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