Granges-Paccot 03.06.2017

Braucht es für Nano in Zukunft ein Label?

Mit einer Debatte über Gefahren und Risiken von Nanopartikeln ist gestern die Nanokonferenz in Freiburg zu Ende gegangen. Dabei tauchte die Frage auf, ob Nano in einem Produkt deklariert werden muss.

Sind Konsumenten bereit, Produkte mit Nanopartikeln zu akzeptieren? Vertrauen Patienten der Nanomedizin? Wie sicher sind Nanometarialien und welchen Einfluss haben sie auf die Umwelt? Diese Fragen standen im Zentrum einer Podiumsdiskussion zum Abschluss der zweitägigen Nanokonferenz gestern im Forum Freiburg. Wie sicher Nanomaterialen sind, ging aus der Debatte nicht hervor. «Nicht so sicher, wie wir vielleicht denken, aber auch nicht so gefährlich, wie manche befürchten», sagte Andrew Maynard von der Arizona State University.

Wenn es auch keine Anzeichen gibt, dass sich in der Vergangenheit Nanomaterialien schädlich auf die Umwelt oder Menschen ausgewirkt hätten, so fehlen doch die entsprechenden Studien. Peter Gehr, Präsident des nationalen Forschungsprogramms NFP 64, sagte, es gebe viele Tests im Reagenzglas, aber es brauche Studien über die langfristige Auswirkung und auch über die Zeit nach einem Langzeitkontakt mit Nanomaterialien. Vor allem brauche es dann auch Studien über die Auswirkungen auf Tier und Mensch.

Die Fachleute diskutierten über die Frage, ob es für Produkte ein Nano-Label braucht. Thomas Sieber, Laborchef beim kantonalen Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, macht sich dafür stark: «Ein Label für Nano-Produkte ist logisch. Es braucht Informationen, um zu entscheiden, was man kaufen will. Nano muss identifiziert werden, dies gehört zur Transparenz.» Gegenüber den FN sagte er, dass im Bereich der Nanopartikel die Regulation noch in den Kinderschuhe stecke. Um eine Deklaration durchzusetzen, müsste auch die entsprechende Infrastruktur zur Kontrolle vorhanden sein.

Label ohne Bedeutung?

Catia Contado von der Universität Ferrara meinte aber: «Nano hat für viele Personen keine Bedeutung.» Wie sie sagte, könnten viele Konsumenten mit so einer Bezeichnung gar nichts anfangen. Auch Andrew Maynard unterstützte sie: «Ein Label Nano macht keinen Sinn und hat keine wissenschaftliche Basis. Man gibt den Leute eine halbe Information und streut so Zweifel und Ängste.»

Ein Konferenzteilnehmer sagte, ein Label Nano sage genauso wenig aus wie ein Label Chemie. Ein weiterer fragte: «Müsste man konsequenterweise etwa auch ein Label Mikro einführen?»