Matran 07.11.2019

Der neue Generaldirektor präsentiert die künftige Ausrichtung von Groupe E

Den ersten Arbeitstag im neuen Amt verbrachte Groupe-E-Direktor Jacques Mauron im Kanton Neuenburg.
Jacques Mauron hat als Generaldirektor das Ruder beim Energieunternehmen Groupe E übernommen. Gestern präsentierte er in einem neuen Kompetenzzentrum, wohin er die Gruppe führen will.

Der erste Arbeitstag von Jacques Mauron als neuer Generaldirektor von Groupe E war am Freitag, dem 1. November. Da Freiburg an diesem Tag Allerheiligen feierte, arbeitete Mauron im Kanton Neuenburg, dem zweiten Kanton im Einzugsgebiet von Groupe E. Er wollte seine neuen Aufgaben vom ersten Tag an wahrnehmen.

Zu seinem Amtsantritt als Nachfolger von Dominique Gachoud lud Jacques Mauron gestern Medienvertreter an den Unternehmensstandort in Matran ein, wo gleichentags der erste Espace Groupe E seine Türen öffnete. Zwei weitere dieser Kompetenzzentren öffnen nächstens in Boudry und in Châtel-St-Denis.

Eine Lösung, ein Kontakt

«Der Espace Groupe E zeigt den Wandel und die Herausforderungen unseres Unternehmens auf», sagte der neue Generaldirektor. Den Kunden könne Groupe E in diesen neuen Räumlichkeiten globale Lösungen, einen einzigen Ansprechpartner sowie persönliche Beratung bieten.

Wie Mauron sagte, befinde sich das ganze Bauwesen im Wandel. Während bisher bei Bau- oder Renovationsvorhaben eine ganze Reihe von Handwerkern wie Elektromonteuren, Heizungstechnikern und Sanitärinstallateuren kontaktiert werden musste, wolle ein Bauherr heute am liebsten nur noch mit einem Ansprechpartner zu tun haben, so Mauron. Aber auch die Installationsarbeiten müssten mehr denn je koordiniert werden. Wer ein neues Heizsystem installiert, sollte auch gleich die Stromversorgung und die Gebäudeisolation in die Planung einbeziehen.

Motor der Energiewende

Die Kompetenzen und die Dienstleistungen, die das Unternehmen als Globallösung anbietet, können im neuen Espace Groupe E mit dem Kunden besprochen und visualisiert werden. Das Angebot ist Teil der neuen Vision, die der Stromproduzent nun verfolgt. Mauron machte klar, dass das Potenzial an neuen Kunden für Groupe E begrenzt sei. Umso mehr will das Unternehmen neue Dienstleistungen anbieten.

Die zweite grosse Herausforderung, die auf den Generaldirektor wartet, ist die Energiewende. «Heute herrscht aufseiten der Kunden eine Sensibilisierung betreffend nachhaltige Energie. Sie wollen wissen, woher ihre Energie kommt», so Mauron. Auch die Frage der Selbstproduktion werde immer wichtiger. «Das bringt für uns als Stromlieferant grosse Änderungen mit sich. Aber wir wollen ein Motor dieser Energiewende sein.»

Groupe E organisiert sich neu

Mit dem neuen Generaldirektor erneuert Groupe E ab dem 1. Januar 2020 auch die Organisation. Statt wie bisher sieben wird der Konzern noch mit fünf Unternehmensein­heiten funktionieren: Technik und Grossprojekte, Gebäude und Infrastruktur, Wärme­produktion, Elektroproduktion mit erneuerbaren Energien sowie Stromnetze. Die Generaldirektion wird ab 2020 aus zehn Mitgliedern bestehen.

Ziel dieser neuen Organisation ist es, Margen zu erhalten und weiterhin Wachstum zu generieren. «Wir sind also bezüglich Organisation wie auch bezüglich Kundenkontakt voll im Umbruch», sagte Jacques Mauron gestern.

Jacques Mauron

«Der Kunde will einen Anbieter aus der Region»

Jacques Mauron, Groupe E stehen sowohl bei der Organisation als auch beim Dienstleistungsangebot grössere Reformen bevor. Warum sind Sie die geeignete Person, um sie umzusetzen?

Mauron: Ich habe an der ETH Lausanne ein Studium als Physikingenieur abgeschlossen, arbeitete anschliessend in verschiedenen Firmen in der Energiebranche und bin seit 15  Jahren bei Groupe E. Ich arbeitete mit Kunden und hatte mit der Stromproduktion sowie dem Stromnetz zu tun. Ich kenne also ganz verschiedenen Bereiche, die bei unserem Wandel zusammenspielen.

 

Wenn Groupe E nun globale Lösungen bei Bauprojekten anbieten will: Nehmen Sie als Konzern mit Staatskapital da nicht privaten Handwerksbetrieben Arbeit weg?

Der Wandel wird eher seitens der Kunden erwartet. Diese wollen nur noch mit einer Stelle zu tun haben. Das schliesst jedoch nicht aus, dass wir mit anderen Firmen zusammenarbeiten. Schliesslich hat der Kunde ein Interesse daran, mit einem Anbieter aus der Region zu arbeiten.

 

Welches sind Ihre Prioritäten?

Was die Dienstleistungen angeht, zählen wir auf die Kompetenz unserer 2000 Mitarbeitenden. Ich konzentriere mich auf die neue Organisation unserer Firmengruppe, die Ende 2020 abgeschlossen sein soll.