ChÂtel-SainT-Denis 15.03.2019

Die bereits bekannten Namen bestätigt

Die Freiburger Christdemokraten haben nominiert (v.l.n.r.): Beat Vonlanthen, Bruno Boschung, Marie-France Roth Pasquier, Bernhard Altermatt, Christine Bulliard-Marbach, Jean-Luc Mossier, Anne Meyer Loetscher und Francine Defferrard.
Keine Überraschungen gab es gestern Abend bei der Nominationsversammlung der CVP-Kantonalpartei. Sie nominierte unter anderem Bruno Boschung und Christine Bulliard-Marbach als Nationalratskandidaten.

Die CVP Freiburg nominierte gestern Abend in Châtel-Saint-Denis anlässlich einer aussergewöhnlichen Delegiertenversammlung ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Nationalrats- und Ständeratswahlen dieses Herbstes. Überraschungen gab es dabei allerdings keine – hatte die Parteileitung doch bereits im Februar eine Liste mit den Namen der Kandidaten verschickt, bevor die Bezirksparteien ihre Nominationsversammlungen abgehalten haben (die FN berichteten).

Diese Kandidaturen wurden denn auch gestern einmütig per Akklamation von der Delegiertenversammlung genehmigt. Es handelt sich bei der Grossen Kammer um die amtierende 59-jährige Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach aus Ueberstorf, den 56-jährigen Grossrat Bruno Boschung aus Wünnewil, die 51-jährige Grossrätin Francine Defferrard aus Villars-sur-Glâne, die 46-jährige Grossrätin Anne Meyer Loetscher aus Esta­vayer, die 50-jährige Grossrätin und Co-Kantonalpartei-Präsidentin Marie-France Roth Pasquier aus Bulle, den 41-jährigen Stadtfreiburger Generalrat Bernhard Altermatt sowie um den 56-jährigen Jean-Luc Mossier, den Beauftragten für strategische Projekte der Volkswirtschaftsdirektion.

«Diese Kandidaten haben wirklich das Potenzial, unsere beiden Sitze zu verteidigen», sagte der Co-Präsident der Kantonalpartei, Markus Bapst. «Dafür müssen wir aber ungefähr einen Viertel aller Stimmen erreichen, und die gewinnt man nicht zuhause in der Stube, sondern draussen bei den Menschen.»

Für die kleine Kammer steigt die CVP erwartungsgemäss mit dem 61-jährigen amtierenden Ständerat Beat Vonlanthen aus Heitenried ins Rennen (siehe Kasten).

Hoher Frauenanteil

Das Durchschnittsalter der Nationalratskandidatinnen und -kandidaten beträgt damit etwas über 51 Jahre beziehungsweise 52-einhalb Jahre, wenn man den Ständeratskandidaten hinzunimmt. Damit liegt die CVP bei den Nationalratskandidaturen deutlich über dem Durchschnittsalter der FDP von 45 Jahren, aber unter demjenigen der SVP von knapp 54 Jahren.

Andererseits scheinen die Christdemokraten ihr im vergangenen Mai angekündigtes Versprechen, den Frauenanteil in der Politik zu steigern (die FN berichteten), wahr machen zu wollen. Sie schicken nämlich von den drei grossen bürgerlichen Parteien mit vier Politikerinnen am meisten Frauen in den Nationalratswahlkampf, während auf der FDP-Liste nur drei und auf der SVP-Liste gar keine Frauen figurieren. «Auf unseren Frauenanteil sind wir wirklich stolz», so Bapst, «denn das war von Anfang an ein Teil unserer Strategie.» Bezirksmässig sind auf der christlichdemokratischen Nationalratsliste 2019 der Sense- und der Saanebezirk je zweimal, der Greyerz-, der Broye- und der Vivisbachbezirk je einmal, der See- und der Glanebezirk überhaupt nicht vertreten.

Und auch wenn gestern für die Nationalratsliste noch keine Reihenfolge der Namen festgelegt wurde, ist es ein offenes Geheimnis, dass Bruno Boschung als Alt-Grossratspräsident beste Karten für einen Top-Platz auf der Liste und somit auf die Nachfolge des abtretenden Nationalrats Dominique de Buman hat, auch wenn die Christlichdemokraten dann mit gleich zwei Spitzenkandidaturen aus dem Sensebezirk antreten würden – zumal der letztmalige erste Ersatzmann, Grossrat Eric Collomb (Lully), Mitte Februar mit der Entscheidung überraschte, dieses Mal nicht mehr antreten zu wollen.

«Mit Listenstimmen alleine wird man nicht gewählt; dazu braucht es einen bestimmten persönlichen Bekanntheitsgrad», sagte Boschung im Gespräch gegenüber den FN. Und Stimmen hat die Partei dringend nötig: Denn da Dominique de Buman der einzige Freiburger in der Grossen Kammer ist, der nicht mehr zur Wahl antritt, scheint die CVP von allen Freiburger Parteien am meisten unter Zugzwang zu sein, wenn es darum geht, diesen Herbst ihre Sitzanzahl in Bern zu halten. Bei den letzten Wahlen vom Oktober 2015 erreichte die Partei zusammen mit ihren Junglisten einen Wähleranteil von 22,3 Prozent, womit sie sich gegenüber 2011 um rund zwei Prozentpunkte steigerte.

Die Jungen fehlten gestern

Die Namen auf den vier Listen der Jungen CVP wurden übrigens gestern weder verraten noch nominiert; dies wird laut Jean-Thomas Vacher, dem Präsidenten der Jungen CVP Freiburg, erst im Rahmen einer separaten Versammlung vom 26. April stattfinden – ein Vorgehen, das laut Markus Bapst parteiintern nicht unumstritten ist.

Ständerat

Eine bewährte Kraft fürs Berner «Stöckli»

Bei der CVP-Kantonalpartei zweifelt derzeit wohl kaum jemand daran, dass ihr amtierender Ständerat ­Beat Vonlanthen wiedergewählt wird. 2015 landete er im zweiten Wahlgang mit 45 122 Stimmen zwar hinter Christian Levrat (SP, 48 680 Stimmen), aber klar vor Jean-François Rime (SVP, 27 132 Stimmen) sicher auf dem zweiten Platz. «Mit diesem bewährten Kandidaten dürfte es uns gelingen, unseren Sitz im Ständerat zu verteidigen», sagte gestern der Co-Präsident der Kantonalpartei, Markus Bapst. «Mit Begeisterung, Freude und viel Energie kann ich derzeit die Politik in Bundesbern mitgestalten», sagte Vonlanthen. «Es braucht die CVP als politische Brückenbauerin in der Mitte auch weiterhin.»

jcg