FREIBURG 14.03.2019

Die realen Kollegen von R2D2

Die Hochschule für Technik und Architektur schickt ein 15-köpfiges Team an die Schweizer Robotik-Meisterschaften.

Sei es zum Rasenmähen, zum Reinigen, in der Industrie oder in der Pflege – Roboter sind derzeit in aller Munde. Und der Nachwuchs schläft nicht: Eine Gruppe von Studierenden der Informatik, Elek­tronik und Maschinentechnik der Freiburger Hochschule für Technik und Architektur (HTA) tüftelt derzeit regelmässig am Dienstagabend im ehemaligen Chocolat-Villars-Gebäude an neuen Robotern und bereitet sich als «Robot Team Freiburg Murten» (RTFM) für die «Eurobot»-Europameisterschaften der Robotik-Studenten vor. Am Tag der offenen Tür der HTA vom kommenden Samstag, 16.  März, werden sie ebenfalls mit einem Stand präsent sein.

Nicht alle sind gleich fair

«Jede Mannschaft tritt bei ‹Eurobot› mit einem bis zwei Robotern an, die während 100 Sekunden auf einem vordefinierten Spielfeld gegen andere Mannschaften antreten und dabei verschiedene Aufgaben zu erfüllen haben», sagt Roland Scherwey, Dozent im Studiengang Elektrotechnik an der HTA. Nach einem Vorbereitungsturnier im belgischen Namur werden die Freiburger am 10. und 11. Mai an den Schweizer Meisterschaften in Yverdon teilnehmen, bei denen sich wiederum die besten drei Schweizer Mannschaften für die Europameisterschaften qualifizieren, die vom 29. bis 30. Mai im französischen La-Roche-sur-Yon über die Bühne gehen werden. «Zu gewinnen gibt es dabei aus­ser der Ehre und einem Pokal nichts», so Scherwey. Die Schweizer Mannschaften, die sich für «Eurobot» qualifizieren, würden allerdings einen Beitrag von 2000 Franken an die Reisespesen bekommen. Gilles Waeber, Stephan Buchs und Raphael Rätz sind drei der Studenten, die Teil der insgesamt 15-köpfigen Schweizer Mannschaft sind. «Man kann mit einem oder zwei Robotern antreten», so Gilles Waeber. Zwei Roboter seien aber nicht unbedingt ein Vorteil, da sich die beiden auch im Weg stehen könnten. Und natürlich gebe es auch immer wieder Teams, die mit harten Bandagen kämpften, so Waeber weiter. Die gegnerischen Roboter dürften sich zwar – wie im Basketball – niemals unmittelbar berühren. Es sei aber durchaus eine Strategie, den einen Roboter einfach in der Mitte des Feldes stehen zu lassen, damit er den Gegner an der Bewegung hindere, während der andere die gestellten Aufgaben erledige. «Dies ist aber nicht unsere Strategie», sagt Stephan Buchs.

Siegessicher sind sie alle drei – ebenso wie Scherwey. «Die Konkurrenz ist aber stark», sagt dieser, «wobei vor allem Deutschland und Frankreich zu den europaweit stärksten Mannschaften gehören.» Ähnlich wie im Sport sei dort schlicht die bevölkerungsmässige Basis einfach viel breiter.

Wie R2D2 oder der Terminator sehen sie zwar nicht aus, die hier entwickelten Roboter. «Das ist aber auch gar nicht nötig», lacht Raphael Rätz. Mindestens im Inneneinsatz seien Räder ohnehin viel effizienter als Beine.

Chronologie

«Atom Factory» lautet das Motto

«Eurobot» ist eine internationale Meisterschaft, in der es darum geht, autonome Roboter zu konstruieren, die eine bestimmte, jedes Jahr wechselnde Aufgabe zu erfüllen haben. Die Teilnehmer kommen vor allem aus Europa. Der Wettbewerb ist jedoch für Teams aus aller Welt offen und wird seit 1998 jedes Jahr an wechselnden Standorten und unter immer neuen Mottos durchgeführt. Das diesjährige Motto lautet «Atom Factory». Die Hochschule für Technik und Architektur Freiburg ist seit 2010 mit einem Team an der «Eurobot» vertreten.

jcg