Givisiez 27.06.2017

«Eine Inspektion muss gut vorbereitet sein»

Der Kantonschemiker Claude Ramseier im Labor in Givisiez.
Im Gespräch mit den ZiG-Reportern erklärt der Freiburger Kantonschemiker Claude Ramseier, wie im Kanton Freiburg Lebensmittelkontrollen ablaufen und auf was die Inspektoren bei ihren Kontrollen ganz besonders achten müssen.

«Jubel gibt es jeweils keinen», antwortet Freiburgs Kantonschemiker Claude Ramseier auf die Frage der ZiG-Reporter, wie denn die Besitzer der Betriebe auf Lebensmittelkontrollen reagierten. Unkooperativ verhielten sie sich aber in den meisten Fällen auch nicht. «Beide Parteien arbeiten schliesslich für einen zufriedenen Konsumenten», fügt Ramseier an. Auch versuchten die Lebensmittelinspektoren in der Regel, zu den Zeiten zu erscheinen, an denen wenig Kundschaft da ist. Grundsätzlich kann der Lebensmittelinspektor aber während den Öffnungszeiten zu jeder Zeit und auch unangemeldet kontrollieren.

Heute gibt es fixe Vorschriften

Doch wie oft wird ein Betrieb überhaupt kontrolliert? «Früher war das eher Handgelenk mal Pi», erinnert sich Ramseier. Die Inspektoren hätten die Betriebe gekannt und nach Erfahrung kontrolliert. Heute gebe es fixe Vorschriften. Nicht jedes Unternehmen werde gleich häufig kontrolliert, erklärt er. Das hänge von der Art des Betriebs ab. Die Zeitspanne zwischen einer Inspektion und der nächsten belaufe sich je nach dem auf ein bis maximal acht Jahre.

Im Kanton Freiburg sorgen sieben Lebensmittelinspektoren, ein Trinkwasserinspektor und 14 Laborangestellte für die Sicherheit in Sachen Nahrung. Die Inspektoren sind nach ­Region und Spezialisierungen organisiert, so gibt es beispielsweise auch einen speziellen Kontrolleur für Metzgereien.

«Eine Inspektion muss gut vorbereitet sein», betont Ramseier. Zu diesem Zweck schaut der Inspektor den Bericht von der letzten Kontrolle an, um zu sehen, worauf er speziell achten muss. Auch muss er das entsprechende Material mitnehmen.

Vier wichtige Aspekte

Bei den Kontrollen überprüft der Inspektor vier wesentliche Punkte: die Selbstkontrolle, welche die Betriebe dokumentieren müssen, die Arbeitsprozesse, die Räumlichkeiten und die Installationen und Produkte an sich sowie deren Etikettierung. Er entnimmt Proben für die Laboratorien und führt vor Ort verschiedene Tests durch, wie zum Beispiel eine Temperaturmessung. Wenn es ihm möglich ist, schreibt er den Bericht gleich vor Ort und druckt ihn aus, um ihn vom Besitzer unterschreiben zu lassen. Der Besuch eines Lebensmittelinspektors dauert daher meist zwei bis drei Stunden. Dann sind die Kontrollierten wieder aus der Inspektion entlassen und dürfen in der Regel aufatmen.

Zahlen und Fakten

Analysen dauern bis zu drei Wochen

Der Kanton Freiburg verfügt über drei Labore, die im Rahmen von Lebensmittelkontrollen zum Einsatz kommen. Sie befinden sich in Givisiez im Gebäude des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Es gibt das Chemielabor, das Laboratorium für Lebensmittelbiologie und das Laboratorium für Veterinärbiologie. Sie untersuchen unter anderem die während den Kontrollen genommenen Proben auf ihre chemische und mikrobiologische Zusammensetzung. Eine Analyse im Labor kann je nach Komplexität der Untersuchung bis zu drei Wochen dauern. Meist werden die Untersuchungen aber innert Stunden oder in Tagesfrist erledigt.

Sean Dauwalder, Noah Thurnherr, Janic Rist