FREIBURG 06.12.2017

Einer von fünf schwimmt in der Schule nie

16,8 Prozent der Primarschüler und 25,3 Prozent der Orientierungsschüler des Kantons erhalten ­keinen regelmässigen Schwimmunterricht, obwohl die Lehrpläne dies eigentlich vorsehen.

Im Kanton Freiburg erhalten derzeit von insgesamt 29 902 Schülerinnen und Schülern der Primarstufe 5031 keinen Schwimmunterricht. Das sind 16,8 Prozent, wie der Staatsrat in seiner Antwort auf eine Anfrage der SP-Grossräte David Bonny (Prez-vers-Noréaz) und Guy-Noël Jelk (Freiburg) festhält. Diese hatten sich nach dem Stand der Dinge beim Schwimmunterricht in der Schule erkundigt.

Jaun besonders betroffen

Laut der staatsrätliche Antwort erhalten die restlichen 24 871 Schülerinnen und Schüler der Primarstufe derzeit ganz unterschiedlich Schwimm­unterricht, von 2 bis 18 Lektionen pro Schüler und Jahr, was es ihnen in den meisten Fällen nicht erlaubt, die in den Lehrplänen festgelegten Ziele für den Schwimmunterricht zu erreichen. Auf der Sekundarstufe 1 erhalten von insgesamt 11 092 Schülerinnen und Schülern 2809 keinen regelmässigen Schwimmunterricht. Das sind 25,3 Prozent. Weitere 1716 besuchen den Schwimmunterricht nur sporadisch, was nochmals 15,5 Prozent entspricht. Im deutschsprachigen Kantonsteil erhalten die Primarschüler nur im Schulkreis Jaun keinen regelmässigen Schwimmunterricht; im französischsprachigen Kantonsteil sind es 15 Primarschulkreise. Auf der Sekundarstufe 1 gehen die Schüler der Orientierungsschulen Gurmels, Tafers, Plaffeien und Wünnewil mit der Schule nie oder nur selten ins Schwimmbad.

Die Pflicht zum Schwimmunterricht ist im Kanton Freiburg nicht gesetzlich verankert, wie Benoît Gisler, Dienstchef beim Amt für Sport, auf Anfrage bestätigte. Die Schwimmkompetenzen und die Wassersicherheit wären aber an sich in den Lehrplänen festgelegt. Das Amt für Sport hat die Schwelle bei zehn Stunden pro Jahr und Schüler angesetzt, damit die Mehrheit der Schüler am Ende der obligatorischen Schule diese Ziele erreichen kann. Der Bau von Schwimmbädern liege jedoch in der Hand von Initiativen, die nicht vom Staat, sondern entweder von der Privatwirtschaft oder von Gemeinwesen wie den Gemeinden ausgehen würden. Diese könnten, wenn ein Projekt realisiert sei, beim Amt für Sport ein Gesuch um Finanzhilfe einreichen.

2017 keine neuen Anlagen

Mit der Annahme der Verordnung über die Subventionierung von Schwimmbädern seien die erforderlichen Beträge im Finanzplan 2017–2021 enthalten. Der Staatsrat hoffe, dass ihm bald konkrete Projekte vorgelegt werden, damit in absehbarer Zeit sämtliche Schüler der obligatorischen Schule die Ziele der Lehrpläne erreichen können. 2017 seien im Kanton allerdings keine neuen Schwimmeinrichtungen erstellt worden. Zwar seien Projekte im Gang. Doch aufgrund der Fristen bis zu deren Realisierung werde sich in naher Zukunft in Sachen Schwimmunterricht nichts verbessern. Der Staat sei aber bereit, Projekte, die realisiert und den Zielsetzungen entsprechen würden, finanziell zu unterstützen. Die in den Voranschlägen und Finanzplänen der vergangenen Jahre vorgesehenen Beträge würden zur Verfügung stehen, hätten aber nicht ausbezahlt werden können, da bislang keines der Projekte genügend konkret umgesetzt sei.