Freiburg 26.02.2020

Kanton ist auf das Virus vorbereitet

Fieber ist ein häufiges Symptom für das neue Coronavirus, Schnupfen tritt weniger oft auf.
Das Coronavirus ist in der Schweiz angekommen. Die designierte Kantonsärztin Barbara Grützmacher beantwortet auf Anfrage der FN die drängendsten Fragen zur Lage im Kanton Freiburg.

Inwiefern ändert der erste Coronavirus-Fall im Tessin die Lage für den Kanton Freiburg?

Es ändert sich nichts für den Kanton. Wir bleiben in Kontakt mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Welche Massnahmen hat der Kanton ergriffen?

Bereits im Januar wurden sämtliche Ärzte und Spitäler des Kantons vom Kantonsarzt über die Situation und die bei einem Verdachtsfall zu ergreifenden Massnahmen informiert. Diese Weisungen werden entsprechend der Entwicklung der Verdachtskriterien und der Richtlinien des Bundesamts für Gesundheit (BAG) regelmässig aktualisiert. Informationen über Hygienemassnahmen wurden öffentlichen Institutionen wie Schulen oder Kitas und auch der Polizei kommuniziert.

Welches Verhalten empfehlen Sie?

Beim jetzigen Stand der Dinge werden der Gesamtbevölkerung und den Schulen dieselben Massnahmen empfohlen wie bei der saisonalen Grippe: Hände häufig mit Wasser und Seife waschen oder desinfizieren. In ein Papiertaschentuch oder die Armbeuge husten oder niesen. Unnötigen engen Kontakt zu Personen mit Husten vermeiden. Das Tragen von Hygienemasken wird Personen, die keinen Kontakt zu bestätigten Covid-19-Fällen haben, nicht empfohlen.

Wie gross ist die Gefahr einer Verbreitung in Freiburg?

Es ist möglich, dass auch im Kanton Freiburg Fälle auftreten. Aktuell ist es nicht möglich abzuschätzen, ob und wann dies sein wird. Für den Fall einer Ausbreitung des neuen Coronavirus sind Bund, Kantone und die Gesundheitsversorgung vorbereitet.

 

Was geschieht bei einem Verdacht?

Nach Kontaktaufnahme mit dem Notfall des HFR in Freiburg wird ein Verdachtsfall in die dortige Notaufnahme geschickt. Dort wird die Person, wenn sie den vom BAG definierten Kriterien entspricht, getestet.

Wie zeigt sich das Virus?

Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Grippe. Fieber ist ein häufiges Symptom, Schnupfen tritt weniger häufig auf. Dazu muss eines der BAG-Kriterien zutreffen: eine Reise nach China in den letzten 14  Tagen vor Symptombeginn oder enger Kontakt zu einem bestätigten 2019-nCoV-Fall.

Was sollen Menschen machen, die Symptome verspüren?

Wenn sie es aufgrund ihres Gesundheitszustands als notwendig erachten, sollen sie ihren Hausarzt anrufen.

Wie lange dauert die Abklärung, ob jemand mit dem Coronavirus infiziert ist?

Weniger als 24 Stunden.

Was passiert mit einer infizierten Person?

Das hängt von ihrem Gesundheitszustand ab.

Wo befinden sich die nächsten Quarantänebetten?

Personen mit Wohnsitz im Kanton werden zu Hause unter Quarantäne gestellt. Das sind die besten Bedingungen. Eine regelmässige Überwachung wird organisiert, um den Gesundheitszustand zu überprüfen. Quarantäneplätze sind für Personen vorgesehen, die nicht zu Hause unter Quarantäne gestellt werden können, etwa Touristen.

Infoline Coronavirus: +41 58 463 00 00. Täglich von 8 bis 18 Uhr.