Freiburg 27.02.2018

Kanton strebt Immersion an sämtlichen OS an

Noch drei Winter, dann sollen alle OS immersiv unterrichten.
14 von 21 Orientierungsschulen des Kantons bieten derzeit zweisprachigen Unterricht an. Der Staatsrat möchte, dass dies bis 2021 an allen OS der Fall ist.

An einer Orientierungsschule der Stadt Freiburg habe nur ein Drittel aller interessierten Schüler ein Angebot an Immersionsunterricht wahrnehmen können. Das hat die Grossräte Simon Bischof (SP, Ursy) und Laurent Thévoz (Grüne, Freiburg) bewogen, in einer Anfrage an den Staatsrat die Gründe für die Beschränkung des Immersionsunterrichts an den Orientierungsschulen zu erfragen. Gemäss ihren Informationen dürfen OS-Schulen nur eine beschränkte Anzahl zweisprachiger Klassen eröffnen, und zwar nur bei starker Nachfrage und nahe der Kantonsgrenze. Im Weiteren wollten sie vom Staatsrat wissen, welche konkreten Verbesserungen er sich zum Ziel gesetzt hat.

Bedingungen zu erfüllen

In seiner Antwort schreibt der Staatsrat nun, dass es an der Sekundarstufe I im Prinzip keine Beschränkung für zweisprachigen Unterricht gebe. Das Angebot hänge von der Anzahl Lehrpersonen mit den entsprechenden Sprachkompetenzen und auch von der Anzahl der eingeschriebenen Schülerinnen und Schüler ab. Gebe es mehr Einschreibungen als verfügbare Plätze in solchen Klassen, entscheide das Los.

Bei der von den Grossräten erwähnten OS hätten die Einschreibungen nur die Bildung von je einer Progymnasialklasse im zehnten und elften Schuljahr erlaubt. Im Schuljahr 2017/18 bieten 14 von 21 Orientierungsschulen zweisprachigen Unterricht an. 88 Lehrpersonen unterrichten 935 Schülerinnen und Schüler in 45 Klassen immersiv.

«Ziel der nächsten Jahre ist es, immersiven Unterricht bis 2021 an allen Orientierungsschulen des Kantons anzubieten sowie auf Primarschulstufe gezielt zu fördern», schreibt der Staatsrat. Nebst Schulen, die bereits immersiven Unterricht anbieten, entwickeln weitere Schulen Konzepte für die Umsetzung.

Aufbau über drei Jahre

Zur Förderung des immersiven Unterrichts hätten die kantonalen Ämter einen Leitfaden erstellt. Nach der Genehmigung eines Projekts werde dieses während drei Jahren bis zur Implementierung unterstützt. Die ersten beiden Jahre würden dazu dienen, das Projekt aufzubauen, auszuarbeiten und zu erproben. Das dritte Jahr solle dann eine nachhaltige Weiterführung für die kommenden Jahre ermöglichen.

Wie der Staatsrat weiter schreibt, arbeiten derzeit eine Steuergruppe sowie je eine Arbeitsgruppe «Förderung von Immersionsunterricht auf der Primar- und Orientierungsstufe» sowie «Förderung von sprachlichen Austauschaktivitäten» an weiteren Verbesserungen.

uh