Freiburg 21.02.2020

Kulturveranstalter vereinen sich

Präsident Gerhard Andrey (Mitte) und die Vizepräsidenten Emilien Rossier und Léa Romanens stellten den Verein C den Medien vor.
Über zwanzig Kulturveranstalter des Kantons Freiburg haben sich im Verein C – Association K zusammengeschlossen, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Sie wollen die Kulturpolitik mitgestalten, Ansprechpartner sein und die Zweisprachigkeit fördern.

Viele Kulturveranstalter, die auf kleinem Raum um begrenzte finanzielle Mittel kämpfen: An den meisten Orten führt dies zu harten Konkurrenzkämpfen. Nicht so in Freiburg. Hier solidarisieren sich die Veranstalter miteinander, vom Musikclub über das Theaterhaus bis zum Festival. Viele Verantwortliche kennen sich gut und treffen sich seit Jahren regelmässig, um gemeinsame Anliegen zu besprechen. Aus diesen Kontakten ist vor zwei Jahren der Verein C – Association K entstanden, ein Dachverband der professionellen Kulturveranstalter des Kantons Freiburg. Gestern stellte sich dieser erstmals öffentlich vor – im Anschluss an seine Generalversammlung, an der die Mitglieder Nationalrat Gerhard Andrey (Grüne) zu ihrem Präsidenten wählten. Zudem nahmen sie neun neue Mitglieder in den Verband auf, so dass diesem nun 22 Veranstalter angehören (siehe Kasten).

Ansprechpartner für Behörden

Mit über zwanzig Mitgliedern aus dem ganzen Kanton habe der Verband eine schlagkräftige Grösse erreicht, und es sei an der Zeit, einen Schritt weiterzugehen, sagte Vizepräsident Emilien Rossier vor den Medien. Zum einen gehe es darum, die Kontakte zwischen den Kulturveranstaltern zu formalisieren und zu stärken und noch besser miteinander zu kommunizieren. Zum anderen sehe sich der Verband als Ansprechpartner für kantonale und kommunale Behörden. In welche Richtung dies gehen kann, zeigt ein Projekt aus dem Jahr 2019: Der Verein C erhielt damals vom Kanton, der Agglomeration und der Stadt Freiburg sowie der Stadt Bulle das Mandat, die Idee einer kantonalen Online-Kulturagenda auszuarbeiten.

«Wir wollen zeigen, wie wichtig unsere Arbeit für die ganze Region ist, auch in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht», so Rossier. Um dies zu illustrieren, will der Verband eine statistische Erhebung machen, um das kulturelle Angebot und die Kulturpolitik des Kantons Freiburg mit anderen Regionen vergleichen zu können. Konkret geht es darum, sich zwischen den Polen Lausanne und Bern besser zu positionieren. Ein grosser Trumpf sei dabei die Zweisprachigkeit, die es unbedingt zu fördern gelte, betonte der frisch gewählte Präsident Gerhard Andrey.

Politisch mitreden

Um die Kulturpolitik im Kanton mitzugestalten, will der Verein C aktiv an politischen Debatten und Prozessen teilnehmen. Wichtige aktuelle Themen seien die Entwicklung der Agglomeration Freiburg, die geplante Fusion von Grossfreiburg und die kantonalen Wahlen von 2021, sagte Vizepräsidentin Léa Romanens. «Das alles betrifft auch die Kultur, darum wollen und müssen wir mitreden und unsere Anliegen klar machen.» Dabei könne der Verein C auf bereits geleistete Arbeit aufbauen: «Viele unserer Anliegen entsprechen den Vorschlägen der Assises de la Culture von 2013 und dem Bericht Kultur 2030. Was damit angefangen hat, gilt es nun weiterzuführen.»

Gerhard Andrey zeigte sich voll des Lobes für das Engagement der Kulturakteure: «Ihre Einigkeit und ihre Entschlossenheit, mit einer Stimme zu sprechen, sind beeindruckend.» Die Freiburger Kulturszene sei den Einsatz wert, so der Nationalrat, der in jungen Jahren selbst als Türsteher im Fri-Son wirkte. Freiburg habe auf kleinem Raum ein unglaublich reichhaltiges Angebot. «Schon in meiner Jugend war dieses Angebot für mich ein Tor zur Welt, und in der Zwischenzeit ist es noch viel grösser geworden.»

«Typisch freiburgisch»

Positiv waren gestern auch die Reaktionen von politischer Seite: Philippe Trinchan, Vorsteher des kantonalen Amts für Kultur, sprach von einem «Tag der Freude». Die Initiative des neuen Dachverbands entspreche einem Wunsch des Staatsrats, der seine Kulturpolitik auf diesem Weg entwickeln wolle. «Dies passiert nicht im stillen Büro, sondern im Austausch mit Euch», sagte er zu den anwesenden Veranstaltern. Auch Natacha Roos, Vorsteherin des städtischen Kulturamts und Geschäftsführerin des Kulturverbands Coriolis, zeigte sich erfreut: «Der Verein C ist ein wichtiger Partner für uns. Ich bin beeindruckt von dem, was hier entsteht. Das ist so typisch freiburgisch.»

Der Verein C verfügt über kein eigenes Budget; die Mitglieder zahlen lediglich einen symbolischen Beitrag von 50  Franken pro Jahr. Viele Projekte basieren auf ehrenamtlicher Arbeit. «Und wir haben den Vorteil, dass wir zumindest genügend Lokale haben», sagte Léa Romanens lachend.

Fakten

22 Mitglieder aus dem ganzen Kanton

Der Verein C – Association K vereint Kulturveranstalter aus dem ganzen Kanton. Bis jetzt hat er 22 Mitglieder: Bad Bonn (Düdingen), Belluard Bollwerk International (Freiburg), Bicubic (Romont), Bilboquet (Freiburg), Ebullition (Bulle), Equilibre/Nuithonie (Freiburg/Villars-sur-Glâne), Estivale (Estavayer-le-Lac), Festival Altitudes (Bulle), Fête de la Musique (Freiburg), Francomanias (Bulle), Fri Art (Freiburg), Fri-Son (Freiburg), Internationales Filmfestival Freiburg, Kultur im Podium (Düdingen), Les Georges (Freiburg), La Spirale (Freiburg), Lichtfestival Murten, Neue Oper Freiburg, Nouveau Monde (Freiburg), Schweizer Museum und Zentrum elektronischer Musikinstrumente SMEM (Freiburg), Théâtre des Osses (Givisiez) und Tour de Vagabonde (Freiburg). Eine enge Partnerschaft besteht ausserdem mit der Blue Factory, wo regelmässig kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

cs