Freiburg 07.10.2016

Mit Smartvote den Wahlzettel ausfüllen

Smartvote bietet eine Orientierungshilfe im Kandidaten-Dschungel.
Bild Charles Ellena
Am 6. November wählt die Freiburger Bevölkerung das neue Parlament und die neue Regierung. Wer im Kandidaten-Dschungel den Überblick verliert, kann auf eine Online-Wahlhilfe zurückgreifen.

«Freiburg zuerst», «Dank Solidarität ein starker Kanton Freiburg», «Morgen beginnt heute» – so und ähnlich lauten die Slogans der politischen Parteien für die kantonalen Wahlen vom 6. November. Doch was versteckt sich hinter diesen Parolen? Und welcher Kandidat oder welche Kandidatin setzt sich nun für jene Interessen ein, die mir als Wähler oder Wählerin am Herzen liegen? Wer dies auf eine möglichst effiziente Art herausfinden will, bedient sich am besten der Online-Wahlhilfe Smartvote.

Für Eilige und weniger Eilige

Auf Smartvote können Benutzerinnen und Benutzer einfach über die FN-Homepage zugreifen. Das Tool bietet innert zehn bis zwanzig Minuten einen Überblick, welche Kandidaten mehr oder weniger die eigene Meinung teilen. Smartvote gibt es für Eilige und für solche, die Zeit haben: Benutzer können zwischen einem Fragebogen mit 31 oder einem mit 55 Fragen auswählen. Diese sind in verschiedene Themenbereiche wie Bildung, Migration, Finanzen, Umwelt oder politisches System gegliedert. Sie lauten beispielsweise: Soll der Kanton Freiburg die Schaffung von familienergänzenden Betreuungsstrukturen verstärkt finanziell unterstützen? Soll sich der Kanton Freiburg stärker – auch finanziell – für die Integration der Ausländerinnen und Ausländer einsetzen? Sollen vermehrt Massnahmen zur Förderung der Zweisprachigkeit ergriffen werden?

Wer den Fragebogen ausfüllt, erhält am Ende eine Liste mit den Kandidatinnen und Kandidaten, deren Antworten am stärksten mit den eigenen übereinstimmen. Auch können Benutzer Kandidatinnen und Kandidaten aussuchen und schauen, wie diese auf die einzelnen Fragen geantwortet haben.

Damit Smartvote überhaupt funktioniert, müssen natürlich auch die Kandidierenden selbst den Fragebogen ausfüllen. Wie die Smartvote-Mitarbeiterin Jacqueline Venetz den FN sagt, haben von den 14 Freiburger Staatsratskandidatinnen und -kandidaten alle den Fragebogen ausgefüllt, ausser die beiden Vertreter der Künstlerpartei. Von den 616 Frauen und Männern, die einen der 110 Sitze im Kantonsparlament ergattern möchten, haben laut Venetz knapp die Hälfte die Fragen beantwortet. «Wir haben sie diese Woche per Mail erneut daran erinnert und hoffen, dass die Quote noch auf mindestens 60 Prozent steigt», sagt sie.

Freiburger Bezug

Den Fragebogen mit spezifischen Themen zu Freiburg haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Smartvote erstellt, in dem sie die Parteien zu aktuellen Themen befragten, Recherche im Internet betrieben und Artikel der Tageszeitungen «La Liberté» und «Freiburger Nachrichten» berücksichtigten.

Zahlen und Fakten

Über eine Million Wahlempfehlungen

Die Online-Wahlhilfe Smartvote gibt es seit dem Jahr 2003. Sie wird vom politisch neutralen und nicht gewinnorientierten Verein Politools getragen. Das Jahresbudget von Smartvote beläuft sich laut Angaben auf der Homepage der Wahlhilfe auf rund 320 000 Franken. Es wird finanziert durch Beiträge von politischen Parteien und Medien, welche das Angebot von Smartvote nutzen. Weiter erhält Smartvote Unterstützungsbeiträge von Universitäten, Stiftungen und Spendern. Gut 20 Prozent des Budgets werden durch Freiwilligenarbeit gedeckt. Die Schweizerinnen und Schweizer nutzten Smartvote bei den nationalen Wahlen der vergangenen Jahre bereits intensiv. Im Vorfeld der National- und Ständeratswahlen im Jahr 2011 gab Smartvote 1,2 Millionen Wahlempfehlungen ab, im Wahlherbst 2015 waren es bereits 1,35 Millionen Empfehlungen.

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