Freiburg 15.10.2019

Öko-Sinneswandel in vier Jahren

Die Freiburger Kandidatinnen und Kandidaten zeigen mehr Bewusstsein für die Umwelt und die Biodiversität als vor vier Jahren. Das zeigt ein Vergleich ihrer Antworten 2015 und 2019. Auch was seither an der Urne durchkam, findet vermehrt Unterstützung.

Soll eine CO2-Abgabe auch auf Treibstoffe wie Benzin und Diesel erhoben werden? Diese Frage hatte die Schweizer Online-Wahlhilfe Smartvote vor vier Jahren den Nationalratskandidaten gestellt, und sie stellte die Frage auch vor den diesjährigen Wahlen wieder.

CVP von 0 auf 86

Die Auswertung der Hauptlisten im Kanton Freiburg zeigt, dass bei dieser für das Umweltdenken relevanten Frage allgemein ein Meinungswandel stattgefunden hat. Bei der CVP-Liste stieg die Zustimmung von 0 auf 86 Prozent, bei der FDP-Liste von 0 auf 29 Prozent. Die Grünen und die Grünliberalen stimmten vor vier Jahren wie auch jetzt dieser Abgabe zu 100 Prozent zu, bei der SVP bleibt die Zustimmung bei 0 Prozent.

Auch beim Thema Biodiversität zeigen die Kandidaten vier Jahre später eher mehr Bewusstsein. So sinkt allgemein die Bereitschaft, die Schutzbestimmungen für Grosswildtiere wie Luchs, Wolf oder Bär zu lockern. Die Werte für eine Lockerung sanken bei der CSP von 33 auf 0 Prozent und bei der FDP gar von 86 auf 29  Prozent. Nur die SVP spricht sich für lockerere Bestimmungen aus: Die Zustimmung stieg von 71 auf 100 Prozent.

Stärker als vor vier Jahren ist bei den Kandidaten das Vertrauen in das Schengen-Abkommen. Bei der FDP forderten 2015 noch 14 Prozent schärfere Grenzkontrollen, heute kein Kandidat mehr. Und selbst bei der SVP ist das Misstrauen nicht mehr so ausgeprägt: Da stösst die Forderung nach schärferen Kontrollen noch auf 71 statt wie zuvor auf 100 Prozent Zustimmung.

Mehr Transparenz nach Volks-Ja

Die Offenlegung der Finanzierung von Wahl- und Abstimmungskampagnen ist im Kanton Freiburg an der Urne angenommen worden. Entsprechend ist bei den Freiburger Kandidaten der Wunsch nach mehr Transparenz in der ganzen Schweiz gestiegen. Während Grüne, SP, CSP und GLP diese Forderung damals wie heute zu 100 Prozent unterstützten, stieg die Zustimmung bei der CVP von 0 auf 71 Prozent. Einzig SVP-Kandidaten wollen unverändert nichts von mehr Transparenz bei der Politikfinanzierung wissen.

Die Erhöhung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre ist bei den Grünen und der SP wie 2015 tabu, bei der GLP aber zu 100 Prozent akzeptiert. Die FDP stützt diese Forderung unverändert auf hohem Niveau, bei den SVP-Kandidaten sank die Akzeptanz von 86 auf 57 Prozent.

Bei der Frage nach der getrennten Besteuerung von Ehepartnern stieg die Akzeptanz bei FDP, SP und SVP auf bereits hohem Niveau. Mit unveränderten 29 Prozent stösst das Anliegen bei der CVP aber auf wenig Gegenliebe.

Zur Methode

Lückenlose Teilnahme

Smartvote ist eine Online-Wahlhilfe, die seit 2003 vom neutralen und nicht gewinnorientierten Verein Politools entwickelt und betrieben wird. Die FN haben sechs identische Fragen von 2015 und 2019 herausgegriffen und die Antworten der Kandidierenden der Freiburger Hauptlisten verglichen. 2019 haben alle Kandidaten mitgemacht; 2015 ging von der BDP keine Antwort ein.

uh