Freiburg 25.07.2019

Schweizern fehlt der Unternehmergeist

Schweizer gründen markant weniger oft Unternehmen als Bürger vergleichbarer Länder. Dies geht aus einem soeben veröffentlichten Bericht der Freiburger Hochschule für Wirtschaft hervor.

Nur 6,9 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben derzeit die Absicht, ein Unternehmen zu gründen, deutlich weniger als die 17,1 Prozent in anderen Volkswirtschaften mit hohem Einkommen. Tatsächlich haben bisher 7,4 Prozent der Schweizer auch wirklich ein Unternehmen gegründet. In den Vergleichsländern sind es 10,4 Prozent.

Dies geht aus den Ergebnissen des Global Entrepreneurship Monitors 2018/2019 hervor. Es handelt sich dabei um die grösste internationale Studie zum Unternehmertum. Die Schweizer Ausgabe der Untersuchung haben die Hochschule für Wirtschaft Freiburg und die Fachhochschule der italienischen Schweiz verfasst.

Die Ergebnisse des neusten Berichtes räumen auf mit dem Mythos der Start-up-Nation Schweiz, heisst es in einer Medienmitteilung der Freiburger Hochschule für Wirtschaft.

Der Glaube schwindet

Nur rund ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer glauben, sie haben genug unternehmerische Fähigkeiten, um eine Firma zu gründen. Noch höher ist der Prozentsatz jener, die Angst vor einem Scheitern haben.

Wie der Vergleich über die letzten Jahre zeigt, nehmen diese Tendenzen gar noch zu. «Seit 2013 schwindet der Glaube an die eigenen Fähigkeiten und ist mittlerweile auf das niedrige Niveau von 2012 abgeglitten», schreibt die Freiburger Fachhochschule.

Allgemein schwinde der Status erfolgreicher Unternehmer zusehends, und auch die Aufmerksamkeit der Medien für Unternehmertum werde kleiner. Die Schweizer Start-up-Szene sei jung, von Zürich und der Genferseeregion geprägt und regional breit gestreut.

Rico Baldegger, einer der Autoren der Studie und Rektor der Hochschule für Wirtschaft, wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: «Der Unterschied zu den Spitzenländern in Bezug auf die unternehmerische Tätigkeit ist 2018 grösser geworden. Die positiven Resultate von 2017 führten nicht zu einem stärkeren Engagement bezüglich der unternehmerischen Tätigkeit. Diese Ergebnisse sind kritisch und müssen in den nächsten Jahren genau beobachtet werden.» Der internationale Vergleich zeige, dass Geschäftsideen aus der Schweiz durchaus von hoher Qualität seien. Familien spielen eine starke Rolle.

Ganz allgemein ist die Bereitschaft zum Gründertum bei den Frauen noch geringer als bei den Männern: 2018 fielen in der Schweiz auf eine Gründerin zwei Gründer.

uh