FREIBURG 31.10.2017

Speed Debating statt Speed Dating

Der Jugendrat lädt alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen des Kantons nach Payerne ein, um über Fragen und Probleme der Zukunft zu diskutieren.

Der Jugendrat des Kantons Freiburg lanciert zusammen mit seinem Partnerrat aus der Broye die zweite Ausgabe des Speed Debating. Diese findet am Samstag, 4. November, um 14.30 Uhr im Schloss Payerne statt, wie der Jugendrat mitteilt. «Dass die Veranstaltung in der Waadtländer Broye stattfindet, soll ihren interkantonalen Charakter unterstreichen», sagt der Ratspräsident Oxel Suarez Alvarez.

Das Format der Veranstaltung bleibt indes gegenüber der ersten Ausgabe, die am 3. Mai in Freiburg über die Bühne ging (die FN berichteten), unverändert. Ganz nach dem Vorbild des Speed Datings – bei dem es allerdings um Partnersuche geht – wird jeweils 15 Minuten zu einem aktuellen Thema debattiert, und dann wechseln die Zuhörergruppen zum jeweils nächsten Gesprächspartner. Diese Form der Debatte will in ihrer Dynamik besonders attraktiv für Jugendliche sein, wie es seitens des Jugendrats heisst. Das Thema der Veranstaltung in Payerne lautet «La Broye dans le turfu», also «Die Broye in der Zukunft». «Turfu» ist eine in den sozialen Netzwerken von Jugendlichen oft gebrauchte Umdrehung des Wortes «Futur» im Verlan-Slang. Dazu hat der Jugendrat fünf Gesprächspartner eingeladen. Christophe Chardonnens, ehemaliger Oberamtmann des Broyebezirks, spricht über die interkantonale Entwicklung, SP-Nationalrat Samuel Bendahan über die Arbeit von morgen, Basile ­Peret, Projekt-Consultant bei der Waadtländer Gesundheits- und Präventionsförderung an der Schule über die sozialen Netzwerke. Homophobie ist das Gesprächsthema von Sébastien Zürcher, dem ehemaligen Präsidenten der christlichen Waadtländer Homosexuellen-Gruppe Vogay und Komitee-Mitglied des «Projekt D» (Westschweizer Jugendplattform für Gleichheit und Vielfalt). Der Vizepräsident der Waadtländer FDP schliesslich, Matthieu Blanc, spricht über die Wirtschaft von morgen.

«Die Idee des Speed Debating stammt ursprünglich aus Genf», sagt Oxel Suarez Alvarez im Gespräch. Das Format solle sich speziell an junge Menschen richten. «Bei der Erstausgabe in Freiburg hatten wir im Mai leider nicht sehr viele Teilnehmer», so Suarez Alvarez weiter. «Aber denjenigen, die dabei waren, gefiel die Form der offenen Diskussion gut.»

Seit 18 Jahren

Der Freiburger Jugendrat wurde 1999 gegründet. Momentan umfasst er rund 20 Mitglieder. «Darunter sind nur zwei, drei Deutschfreiburger», räumt Suarez Alvarez ein. «Das liegt wohl daran, dass die meisten jungen Sensler, die sich für Politik interessieren, bei Jugend und Politik Sense Mitglied sind.» Der Jugendrat wird nicht gewählt. Wer Lust hat, mitzumachen, kann sich einschreiben und wird anschliessend vom Staatsrat nominiert. Wahlen finden einzig fürs Ratsbüro und die Präsidentschaft statt. Die Mitgliedschaft ist offen für alle 16- bis 25-Jährigen, das Schweizer Bürgerrecht ist keine Voraussetzung, sondern lediglich ein Wohnsitz im Kanton Freiburg. Parteipolitisch ist nur ein Teil der Mitglieder gebunden. So ist Suarez Alvarez, der seit Beginn dieses Jahres Ratspräsident ist, Mitglied der SP.