Freiburg 17.09.2019

Uni-Forscher sind international erfolgreich

Charly Rappo/a
An der Pressekonferenz der Universität Freiburg freute sich gestern Rektorin Astrid Epiney zu Beginn des Herbstsemesters über die Erfolge ihrer Forscher, aber auch über die neuen Angebote, so etwa ein Jus-Studium als «Teilzeit-Job».

Laut Rektorin Astrid Epiney nehmen rund 10 500 Personen diesen Herbst das Studium an der Uni Freiburg auf. «Das sind ein bis zwei Prozent mehr als im Vorjahr», sagte sie und wies sogleich darauf hin, dass rund 76 Prozent der Studierenden von ausserhalb des Kantons Freiburg stammten. «Man muss nach Freiburg kommen wollen», fügte sie an und führte dies vor allem auf die Attraktivität der Uni Freiburg zurück.

Andererseits seien rund 40  Prozent der Professorinnen und Professoren Ausländer – gar 50 Prozent, zähle man die eingebürgerten Professoren dazu. Mit Stolz kündigte Epiney einige neue Studiengänge an. So könnten Studierende an der Uni Freiburg einmalig in der Schweiz ein Bachelor-Rechtsstudium als Teilzeitstudium in Angriff nehmen. Sie dachte dabei an Spitzensportler oder jene Studierenden, die bereits Familienpflichten zu erfüllen hätten. Natürlich kam sie auch auf das Master-Studium in Medizin zu sprechen, das 40 Studierende gestern begonnen haben (FN vom Samstag). Sie verheimlichte aber nicht, dass rund 80 der 120 Bachelor-Studenten in Medizin ihr Studium an einer der Unis von Bern, Basel oder Zürich fortsetzen werden, mit denen Freiburg ein Abkommen unterzeichnet hat.

Die Rektorin erwähnte auch das europaweit einzigartige Masterprogramm «Islam und Gesellschaft». Dabei würden zentrale Fragen des muslimisch-religiösen Selbstverständnisses aufgegriffen und Perspektiven für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen erarbeitet, dies als Programm des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft des Instituts der Uni Freiburg. Und ab Herbst 2020 werde auch der Master in «Environmental Sciences and Humanities» gestartet. «Unter anderem werden Aspekte der sozialen Gerechtigkeit in Bezug auf die Verteilung von Umweltproblemen stärker in den Blickpunkt rücken. Das dazu gegründete Institut soll sich als nationales Kompetenzzentrum mit internationaler Ausstrahlung positionieren», hielt Astrid Epiney fest.

Sie wies ebenfalls auf den Master in «Data Analytics & Economics» ab Herbst 2020 hin, der den Anforderungen der Digitalisierung Rechnung tragen soll: Internetplattformen, Systeme für Produktempfehlungen und dynamische Preissetzung seien Beispiele für aktuelle Themen. Zudem gab Epiney bekannt, dass ab Frühling 2020 die Ausbildung von Informatik-Professoren forciert werde, da Informatik neu ein obligatorisches Fach an den Gymnasien werde.

Ans Collège de France

Stolz ist Astrid Epiney darauf, dass die Rechtsprofessorin Samantha Besson ab 1. Oktober den neu geschaffenen Lehrstuhl für Internationales Recht der Institutionen am Collège de France in Paris innehaben werde. Das zeuge vom guten Ruf der Uni Freiburg. Besson werde weiterhin teilzeitlich an der Uni Freiburg lehren. Sie fühle sich geehrt und freue sich, die Gründe für die heutige Krise des Völkerrechts zu erforschen und Lösungen zu suchen.

Erwähnenswert war für die Rektorin weiter, dass Ullrich Steiner, Professor am Adolphe-Merkle-Institut, vom Europäischen Forschungsrat einen der begehrten ERC-Advance Grants erhalten hat, der ihm ermöglicht, mit 2,5 Millionen Euro während fünf Jahren das Verständnis von Strukturfarben in der Natur zu erforschen. Sie wies aber auch auf viele andere internationale Erfolge von Freiburger Forschern hin.