GrandSIVAZ 11.02.2019

Weniger Honig, aber mehr Imker

Die Freiburger Imker blickten an ihrer Delegiertenversammlung auf ein Jahr zurück, in dem ein heisser und trockener Sommer eine eher bescheidene Sommerernte brachte.

«Heiss, trocken, wenig Honig» – mit diesen Worten fasste der Präsident des Verbands Freiburgischer Bienenzüchter, Serge Jemmely, vorgestern an der Delegiertenversammlung in Grandsivaz das vergangene Jahr zusammen. Die Imker seien laut Jemmely in grossem Ausmass vom Wetter abhängig. Auch würden sich die oft milden Herbstmonate günstig auf die Entwicklung der Varroamilbe auswirken. Laut dem Honig-Obmann Arnold Chassot ist die Blütenhonigernte im Frühjahr gut ausgefallen. Die Sommerernte sei hingegen schwach gewesen. Knapp 14 000 Kilogramm Honig seien letztes Jahr mit dem goldenen Honig-Qualitätssiegel ausgezeichnet worden; im Vorjahr seien es rund 18 500 Kilogramm gewesen. Der kantonale Bieneninspektor Yves ­Jacquet teilte in seinem Bericht mit, dass es letztes Jahr im Sense- und Seebezirk drei Fälle von Sauerbrut gegeben habe. Dazu kamen zwei Fälle von Faulbrut im Saanebezirk. «Insgesamt mussten 14 Völker vernichtet werden», so Jacquet.

Buckfast-Züchter zufrieden

Die Belegstationen der Buckfast-Biene, welche sich in der Region Moléson-Dent-de-Lys befinden, wurden 2018 von der Sauerbrut verschont. Der Buckfast-Züchter Marius Schneuwly zeigte sich in seinem Jahresbericht zufrieden mit den Zuchterfolgen. «Wir konnten an der Dent de Lys über 1700 und beim Moléson 400 Königinnen produzieren», sagte er. Die Züchter der Mellifera-Biene hatten letztes Jahr weniger Glück. In mehreren Belegsta­tionen gab es Sauerbrut, so dass es im Moment schwierig ist, das grosse Interesse an dieser Bienenrasse zu befriedigen. Alexandre Gumy, welcher über die Aktivitäten der Carnica-Züchter berichtete, bedauerte, dass die Greyerzer Belegstation im Klein-Mung-Tal letztes Jahr an Beliebtheit eingebüsst habe. «Da wir von den Imkern nun ein amtliches Gesundheitszeugnis verlangen müssen, damit sie ihre Bienenstöcke bringen dürfen, ist die Belegsta­tion für Imker anderer Kantone unattraktiv geworden», so Gumy. «Im Jahr 2017 wurden 1603 Bienenstöcke in den Kleinen Mung gebracht, 2018 bloss noch 727», so Gumy. «Diese Zahlen sprechen für sich.» Obwohl die Zahl der Bienenvölker zurückgeht – im Jahr 2018 waren es noch 9677 und somit 175 weniger als im Vorjahr – gibt es immer mehr Imker. 2018 waren es 14 mehr als im Vorjahr. Die 836 Freiburger Imker kann man laut Jemmely in drei Typen einteilen: den Berufsimker, den Hobbyimker und den einfachen Bienenfreund.