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Käsereisterben im Sensebezirk

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Käsereisterben im Sensebezirk Gestern stellten vier traditionsreiche Käsereibetriebe ihre Produktion ein Strukturelle und wirtschaftliche Gründe führen zu einem Käsereisterben: Der Übergang zum neuen Milchjahr bedeutet das Ende der vier Sensler Käsereibetriebe Heitenried, Fendringen, Schmitten und Ried/Oberschrot. Von JOSEF JUNGO und ANTON JUNGO Mit der Schliessung dieser vier Betriebe gehen teils über 100-jährige Traditionen und ein Stück Dorfgeschichte zu Ende. Dabei geht auch Kulturgut verloren. Die Käserei mit dem Milchladen war Treffpunkt der Produzenten und Konsumenten. Schliesslich gehen auch Arbeitsplätze verloren. Heitenried: in vierter Generation Die Käsereigenossenschaft Heitenried wurde im Jahre 1894 gegründet. Von Beginn weg war die Käserfamilie Stettler Milchkäufer. Gestern ging der Vertrag mit Thomas Stettler (vierte Generation) zu Ende. Laut Willy Aebischer, Präsident der Käsereigenossenschaft, gibt es mehrere Gründe für die Betriebsaufgabe. In der Käserei müsste einer der Käsefertiger ersetzt werden. Bei der gegenwärtigen Marktsituation waren die 23 Produzenten nicht mehr bereit, 150 000 Franken zu investieren. Die Milchmenge von 2,2 Mio. kg – die Emmentaler-Käserei Heitenried war im Bezirk der grösste Milchkäufer-Betrieb – ging wegen Umstellungen auf Biomilch und der Bildung von Betriebsgemeinschaften auf etwa 1,8 Mio. kg zurück. Einige Produzenten liefern ihre Milch neu nach Wiler vor Holz und Schwenny. Diese Betriebe konnten die Kontingente für Vacherin erhöhen. Für den Käsereibetrieb Heitenried wäre schlussendlich noch eine Mio. kg Milch verblieben. Unter diesen Voraussetzungen habe Käsermeister Thomas Stettler seine Zukunft nicht mehr gesichert gesehen. Nach dem Versammlungsbeschluss, auf eine Investition zu verzichten, sei man in gegenseitigem Einvernehmen übereingekommen, das Vertragsverhältnis aufzulösen. Die Milch geht neu an die Cremo. Umstellung auf Greyerzernicht möglich Die Abnahme des Emmentalerkäses durch die Firma von Mühlenen war nicht mehr gesichert, erklärte der Präsident weiter. Eine Umstellung auf Greyerzerproduktion war aufgrund der Marktsituation nicht mehr möglich. Das vor zwei Jahren eingereichte Gesuch musste deshalb negativ beantwortet werden. Mit der Einstellung des Fabrikationsbetriebes wird auch der Milchladen im Käsereigebäude geschlossen. Das Käsereigebäude soll zum Verkauf ausgeschrieben werden. Die Schliessung des Käsereibetriebes, welche die langjährige Zusammenarbeit mit der Familie Stettler beende, sei bedauerlich. Andererseits könne man von den Produzenten in der gegenwärtigen schwierigen Zeit und dem sinkenden Milchpreis nicht erwarten, dass sie neue Investitionen mitfinanzieren, schloss der Käsereipräsident. Fendringen: Schliessung nach 150 Jahren Als die landwirtschaftliche Gesellschaft des Kantons Freiburg 1853 im Sensebezirk eine Käserei-Besichtigung durchführte, war auch die Käserei Fendringen bei Bösingen unter den 31 besuchten Betrieben. Ob damals auch schon eine Käsereigenossenschaft bestand, geht aus den Quellen nicht klar hervor. 1867 hält der Gemeindeschreiber von Bösingen in einem Bericht an den Oberamtmann fest, dass die sechs Käsereien auf dem Gebiet der Gemeinde keine Statuten und Reglemente hätten. «Übrigens geben die Bauern, die an unseren Käsereien beteiligt sind, einander nach alter Landessitte das Ehrenwort, und so ging ein Käsejahr nach dem andern vorbei, ohne dass man über Streitigkeiten oder Reklamationen zu klagen hatte», schreibt er weiter. Erst als die Bauern von Fendringen 1878/79 einen Käserei-Neubau erstellten, unterzeichneten sie am 12. Oktober 1879 auch Statuten. Für die neun verbleibenden Milchlieferanten von Fendringen kam die Schliessung ihrer Käserei auf den 1. Mai 2003 eher überraschend. Noch 1989 hatten sie ihren Betrieb total saniert, um den EU-Vorschriften zu genügen. Vor rund einem Jahr teilte ihnen ihr Käser Willy Wüthrich mit, er müsse krankheitshalber den Betrieb aufgeben. Die Familie Wüthrich war seit 1935 Milchkäufer. Willy Wüthrich verstarb anfangs dieses Jahres. Kein Käser war interessiert Wie Hugo Kaeser, Präsident der Genossenschaft erklärt, schrieben sie die Milch vor einem Jahr sofort aus. Doch kein einziger Milchkäufer war am Kontingent von 1,1 Millionen kg Milch – mit Emmentaler-Fabrikation – interessiert. Seit vergangenem Mai war die «Käserei» Fendringen deshalb nur noch Milchannahme-Stelle. Die Milch wurde von der Cremo abgeholt. Gestern Abend brachten die Bauern ihre Milch das letzte Mal nach Fendringen. Ab heute holt die Cremo die Milch auf den Höfen ab. Die Genossenschaft hat das Käsereigebäude an einen Privaten verkauft. Am Käsespeicher ist die Vereinigung Pro Bösingen interessiert, die dort einen Lagerraum einrichten möchte. Die Genossenschaft ist schuldenfrei. Mit dem Erlös aus dem Gebäude hat sie bei den Milchlieferanten Milchtanks eingerichtet. Schmitten: Greyerzer im Sommer,Silage im Winter Die ersten Belege der Milchverwertungsgenossenschaft Schmitten datieren aus dem Jahre 1909. Das Käsereigebäude wurde 1922 erbaut. Heute beträgt das Milchkontingent der sieben Produzenten 930 000 kg. Schmitten produzierte im Sommerhalbjahr Greyerzerkäse. Das Kontingent betrug 44 Tonnen. Im Winterhalbjahr wurde die Milch als Konsummilch verwertet. Dies erlaubte den Produzenten, in den Wintermonaten Silage zu verfüttern. Diese Regelung diente der Sicherstellung der Milchversorgung in den Städten und geht in die Zeit des Zweiten Weltkrieges zurück. Mit der Absicht, in diesen Halbjahresbetrieben die Produktionsbereitschaft aufrechtzuerhalten, bezahlte der Bund auf die verkäste Milch Zuschläge. Im Rahmen der Neustrukturierung der Milchmarktordnung wurden diese Zuschläge von acht bzw. zuletzt noch sechs Rappen zum Nachteil des Milchkäufers und der Genossenschaft gestrichen. Käser Gérard Vonlanthen, der seit dem 1. November 1973 den Betrieb erfolgreich führte, hat der Genossenschaft bereits im Sommer 2002 mitgeteilt, dass er auf eine Weiterführung des Vertrages verzichte. Milch geht neu an Cremo Wegen der Silageherstellung war es nicht möglich, Milch in eine der umliegenden Käsereien zu liefern. Die Anforderungskriterien für den AOC-Greyerzer lassen dies nicht zu. Auch konnte die Genossenschaft das Käsekontingent nicht behalten. Über diese Käsemenge bestimmt die Branchenorganisation. Neu geht die Milch zur Cremo. Die Genossenschaft konnte im vergangenen Herbst mit dem neuen Milchkäufer gute Konditionen aushandeln, erklärten Charles Scherwey und André Rudaz. Der Preis entspreche dem von der Greyerzer Branchenorganisation festgelegten Rahmen. Für die Wintermilch gelte der Preis für Industriemilch. Für die Liegenschaft, welche in der Kernzone liegt, gibt es Interessenten. Von der Planung her werde verlangt, dass ein Drittel des Bauvolumens als Gewerberaum genutzt wird. Am 25. April hat die Genossenschaft das Käserehepaar Gérard und Colette Vonlanthen-Cotting verabschiedet. Ried/Oberschrot:Ende nach 32 Jahren Just einige Tage vor Weihnachten hat der Milchverwerter Emmi den Käser Paul Pürro wissen lassen, dass er per 30. April 2003 auf die Zusammenarbeit, sprich Abnahme

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