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Kastrieren zum Wohle der Katzen

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Verwilderte, herrenlose Katzen sind laut Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin bei der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, oft leidende Tiere: Futtermangel, Krankheiten und die Witterung machen ihnen zu schaffen. «In der Schweiz und besonders im ländlichen Raum gibt es grosse Katzenpopulationen und sehr oft herrenlose Katzen», sagt sie auf Anfrage. Die Zahl werde auf ungefähr 300 000 geschätzt.

Gerade auf Bauernhöfen könnten sich Katzen häufig ungehindert vermehren, da Landwirte ihre Katzen nicht immer kastrieren lassen. «Auf Bauernhöfen sind Katzen als Mäusefänger immer noch gerne gesehen», sagt Oeschger. Auch aus Kostengründen sähen Landwirte davon ab, ihre Katzen zu kastrieren. Doch grosse Katzenpopulationen brächten meist Gesundheitsprobleme mit sich, da sich die Tiere gegenseitig anstecken. Am häufigsten mit Katzenschnupfen, aber auch mit Katzen-Aids oder Leukose. Zudem könnten sich zu grosse Katzenpopulationen negativ auf geschützte Tierarten auswirken.

In dieser Woche ist die Tierschutzorganisation nun im Kanton Freiburg unterwegs: Freiburger Landwirte konnten sich nach einem Aufruf in der französischsprachigen Bauernzeitung vom 8. August – dem internationalen Katzentag – bei Vier Pfoten melden. Diese verloste 88 Katzen-Kastrations-Bons.

«Das Interesse war gross», sagt Oeschger. «Das zeigt, dass die Landwirte eigentlich bereit sind, ihre Katzen kastrieren zu lassen. Die Kosten halten sie aber davon ab.» Eine Kastration eines männlichen Tieres koste 80 bis 100 Franken, bei weiblichen 140 bei 200 Franken. «Wenn es auf einem Hof 30 Katzen hat, wird es teuer.»

Mit regionalen Tierärzten

Jeden Morgen in dieser Woche fahren die Mitarbeiter von Vier Pfoten nun bei den ausgelosten Landwirten vorbei und holen dort die Katzen ab. Bei wilden Katzen ist das gar kein leichtes Unterfangen, wie Oeschger erzählt. «Wir fangen sie mit tierfreundlichen Fallen ein», sagt sie. Dazu stellen die Mitarbeiter eine Box auf, in dem sich Katzenfutter befindet. Das lockt die Katzen an; sobald sie in die Box springen, klappt hinter ihnen das Türchen zu. «Dann legen wir ein Tuch über die Box, die Dunkelheit beruhigt die Tiere.»

Die eingefangenen Tiere bringt die Tierschutzorganisation dann zu Tierärzten in der Region. «Uns ist es wichtig, mit jenen Tierärzten zu arbeiten, welche die Landwirte normalerweise besuchen», sagt Oesch­ger. Dies insbesondere deshalb, weil in seltenen Fällen nach der Kastration Komplikationen auftreten könnten.

Der Tierarzt kastriert die Katzen; bei männlichen Tieren ist das ein kleiner Eingriff, bei Weibchen ein etwas grösserer. Der Tierarzt entwurmt die Katzen auch gleich und behandelt sie auf Parasiten. Sind die Katzen aus der Narkose erwacht, bringt die Tierschutzorganisation die Tiere den Landwirten wieder zurück.

Gegen das Töten der Kleinen

Vier Pfoten hat dieselbe Aktion bereits letztes Jahr im Kanton Luzern durchgeführt. In diesem Jahr habe sie Freiburg ausgewählt, weil es hier ebenfalls viele Bauernhöfe gebe, so Oeschger. Auch sei die Tierschutzorganisation verschiedentlich kontaktiert worden, beispielsweise von Spaziergängern, die im Kanton Freiburg herrenlose Katzen beobachtet haben. Grundsätzlich sei der Bedarf für solche Aktionen jedoch in der ganzen Schweiz gross.

Das Ziel von Vier Pfoten ist, mit der Aktion darauf aufmerksam zu machen, dass Katzenbesitzer ihre Tiere kastrieren sollten. Ziel sei auch zu zeigen, dass es einfacher sei, bei einer Katzenpopulation von vier bis fünf Tieren zu intervenieren, als erst, wenn diese auf 30 bis 40 Tiere angewachsen sei.

Längerfristiges Ziel ist, dass sich die Anzahl der wilden, herrenlosen Katzen vermindert. Die Organisation werde mit den Landwirten in Kontakt bleiben, um herauszufinden, welche Wirkung die Aktion hatte. «Wir möchten mit der Aktion auch bewirken, dass weniger kleine Kätzchen getötet werden», sagt Oeschger. Auf Bauernhöfen geschehe dies immer noch regelmässig, wenn die Landwirte nicht wüssten, wohin mit den jungen Tieren. «Es ist besser, die Katzen zu kastrieren, als die Jungen zu töten.»

Kantonstierarzt

Populationen sind lokal ein Problem

Der stellvertretende Freiburger Kantonstierarzt Michel Schmitt begrüsst die Aktion der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Er ist froh, dass die Organisation mit Tierärzten aus der Region zusammenarbeitet. In Freiburg gebe es in einigen Zonen grosse Katzenpopulationen. «Es ist vermehrt auf dem Land ein Problem, aber längst nicht nur auf Bauernhöfen», sagt er. Werde der Kantonstierarzt deswegen angerufen, so nehme er Kontakt auf mit dem Besitzer der Tiere. «Wir erinnern daran, dass er verantwortlich ist, dass seine Tiere gesund sind und ihre Vermehrung kontrolliert wird», sagt er. Bei herrenlosen Tieren arbeite der Kanton mit dem Freiburger Tierschutz zusammen. Was mit den Tieren geschehe, werde von Fall zu Fall entschieden.

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«Auf Bauernhöfen sind Katzen als Mäusefänger immer noch gerne gesehen.»

Lucia Oeschger

Kampagnenleiterin bei der Tierschutzorganisation Vier Pfoten

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