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Kein Abbruch der «Schwirehütte»

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Regierungsstatthalterin hat Gesuch der Gemischten Gemeinde Wahlern abgelehnt

Die Gemischte Gemeinde Wahlern hat beim Regierungsstatthalteramt im April 1998 das Gesuch um Abbruch der «Schwirehütte» und des dahinter gelegenen Schopfes gestellt. Die Gemeinde hat die Absicht, das Grundstück unbebaut zu verkaufen. «Da die im Bauinventar der Gemeinden als erhaltenswert eingestuft ist, wurde ein Amtsbericht bei der Kantonalen Denkmalpflege eingeholt», schreibt das Regierungsstatthalteramt in einer Pressemitteilung.

Mit dem Abbruch des Schopfes konnte sich die Denkmalpflege einverstanden erklären; die etwa 1840 gebaute «Schwirehütte» hingegen sollte möglichst erhalten bleiben. Das öffentliche Interesse verlange dies. Ein öffentliches Interesse sieht Gemeindepräsident Peter Kreuter nicht: «Als die Baupublikation öffentlich auflag, hat kein einziger Bürger eine Einsprache gemacht.» Das Gebäude sei auch nicht als «schützenswert», sondern bloss als «erhaltenswert» deklariert.
Die Denkmalpfleger sehen das öffentliche Interesse anders, möchte das «erhaltenswerte» Gebäude erhalten: Zum einen gilt das Haus nämlich als wichtiger Bestandteil einer geschlossenen Häuserzeile – und damit des Schwarzenburger Ortsbildes. Ein Fehlen des Gebäudes würde die Ortseinfahrt (von Bern her) beeinträchtigen.
Zudem handelt es sich bei dem Gebäude gemäss Architekturkennern um einen speziellen Bautyp: Das 160 Jahre alte Gebäude ist ein seltenes Exemplar eines ländlichen Mehrfamilienhauses – kein Bauernhaus, sondern ein Bau, der mehrere Wohnungen und (wohl von Anfang an) ebenfalls ein Gewerbe beherbergte. Auch wenn es nicht offen ersichtlich ist, soll der Bau im Kern architektonisch von guter Qualität sein.
Die Kantonale Denkmalpflege forderte deshalb, «dass erst abgeklärt werden müsse, ob allenfalls ein Käufer zu finden wäre, der das Objekt renovieren würde», heisst es in der Pressemitteilung weiter. Zumindest müsste – bevor ein Abbruch bewilligt werden könnte – ein Ersatzprojekt vorliegen, das einen Abbruch rechtfertige.
«Es ist eine Frage der Verhältnismässigkeit», erklärt Fritz Wyss, Stellvertreter der Statthalterin. Wenn ein konkretes Projekt bestehen würde, könnte man darüber diskutieren. Wenn jemand wirklich «etwas sehr Schönes und für das Dorf Wichtiges, das das Dorfbild aufwerten würde», geplant hätte, könnte man die Interessen abwägen und dem Abriss möglicherweise zustimmen.
Zwar kann die Gemeinde keine Interessenten mit Projekten vorweisen. Für Gemeindepräsident Peter Kreuter liegt aber genau hier der Haken:«Niemand mag Jahre kämpfen, um ein Projekt verwirklichen zu können.» Solange das alte Gebäude noch stehe, seien Projekte gefährdet. Dafür, dass sich mögliche Interessenten – die es sehr wohl gegeben habe – auf das Wagnis einlassen, bestünde heute «null Chance», meint Peter Kreuter.

Mit gutem Beispiel voran

Fritz Wyss zeigt «durchaus Verständnis» für dieses Problem. Man könnte ja eine Voranfrage machen, bevor man voll zu planen beginne, und bereits von einem frühen Planungsstadium an zusammenarbeiten, meint er den FN gegenüber. Die Gemeinde müsste doch mit gutem Beispiel vorausgehen – die Erhaltung solcher Güter gehöre ja auch zu ihren Aufgaben. Die von der Gemeinde anvisierten möglichen Käufer seien nur interessiert am gut gelegenen und voll erschlossenen Grundstück (von 2600 Quadratmeter).

Die Gemeindebehörden sind gemäss Communiqué aufgefordert worden, nach Käufern Ausschau zu halten, die ein Ersatzprojekt erstellen würden, das den Erhalt der «Schwirehütte» erlaubte. Der Vorwurf: Die Gemeindebehörden hätten «jegliche diesbezügliche Mitarbeit» verweigert. Davon will Peter Kreuter gar nichts wissen: Die Gemeinde habe ja die gewünschte Ausschreibung ermöglicht.
Tatsächlich haben sich Interessenten gemeldet, die die Bausubstanz erhalten wollten. Allerdings gingen die Preisvorstellungen von Gemeinde und Interessenten auseinander. Zwar seien jetzt wieder zwei bessere Angebote gekommen, aber gefunden hat man sich noch nicht.
FN-Recherchen haben ergeben, dass die Gemeinde bereit ist, von 350 Franken pro Quadratmeter auf 275 herunterzukommen. Die Angebote liegen zwischen 200 und 250 Franken. Zudem könnte sich die Gemeinde einverstanden erklären, nur den Teil (etwas über 1000 Quadratmeter) des Grundstücks günstig abzugeben, auf dem das Haus steht, den Rest aber teurer zu verkaufen. Zwar gebe der Kanton Beiträge für die Restauration des Gebäudes, ob aber Investoren diese Aufgabe ohne das dahinter befindliche Grundstück annehmen, bleibt die Frage.

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