Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Im Spital Tafers wird es keinen Rund-um-die-Uhr-Notfall mehr geben 

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das HFR Freiburg macht bei der Strategie um die Zukunft des Spitals Tafers wiederum einen Schwenker: Die Pläne für einen durchgehenden Notfallbetrieb werden fallen gelassen, weil es an Ärzten fehlt. Dafür soll in Tafers nun eine Permanence eingerichtet werden.

Es ist ein Hin und Her rund um die Zukunft des Spitals Tafers: Zu Beginn der Pandemie im Frühling 2020 ist der Notfall in Tafers nachts geschlossen worden, um die medizinischen Kräfte im HFR Freiburg zu konzentrieren  – verbunden war dieser Entscheid mit der Information, dass der Nacht-Notfall Tafers wieder geöffnet werde. Dann hiess es, der Nachtbetrieb werde auf den 1. April 2021 wieder aufgenommen. Im März kam dann die Nachricht, dass die Wiedereröffnung auf unbestimmte Zeit verschoben werde. Und nun, am 31. Mai, kündigt das HFR in einer Mitteilung an, dass der Plan für einen durchgehenden Notfallbetrieb in Tafers nicht realisiert werden könne – weil es an den dafür notwendigen spezialisierten Ärzten fehle.

Manfred Piller, Präsident Sensler Ärzte, spricht Klartext: «Das HFR hat uns immer wieder hingehalten.» 
Corinne Aeberhard/a

Sensler Ärzte verärgert

Damit tritt das ein, was viele schon lange befürchteten, nämlich ein Abbau der Leistungen für die deutschsprachige Bevölkerung. Für die Sensler Ärzte, die letzte Woche über diese Entwicklung informiert worden sind, ist der Entscheid deshalb keine Überraschung. Was sie aber vor allem verärgert, ist die Art und Weise, wie das HFR diesen Entscheid «verkauft». «Noch am 10. Mai sagte HFR-Generaldirektor Marc Devaud im Interview in den FN, dass es in Tafers einen Notfall brauche», sagt Manfred Piller, Präsident der Sensler Ärzte. «Dabei war damals sicher schon klar, dass es in Tafers nie wieder einen 24-Stunden-Notfall geben würde.»

Konfrontiert mit diesem Vorwurf, sagt Marc Devaud, dass es in diesem Interview zu einem sprachlichen Missverständnis gekommen sei: Er habe eine Notfallversorgung gemeint, die mit einer Permanence gewährleistet sei. 

Für Manfred Piller und seine Berufskolleginnen und -kollegen ist dieser Entscheid ein weiterer Hinweis auf den unbefriedigenden Umgang des HFR mit Deutschfreiburg. «All die Jahre wurde eine Salamitaktik betrieben. Das Spital Tafers wurde Schritt für Schritt geschwächt – nur durch den Rieseneinsatz des Personals vor Ort konnte der Betrieb einigermassen aufrechterhalten bleiben», sagt er. Doch die Abwärtsspirale habe sich immer schneller gedreht. Er sagt deshalb: 

Nun ist das Spital am Boden.

Die Sensler Ärzte und Behörden hätten immer wieder Hand geboten und Gesprächsbereitschaft gezeigt, um Lösungen zu finden, sagt Manfred Piller weiter. «Doch uns wurden immer wieder Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten wurden. Wir sind verschaukelt worden. Langsam haben wir genug.»

Marc Devaud sagt dazu, dass in der letzten Herbst vorgestellten Vision des HFR vorgesehen gewesen sei, dass längerfristig in Tafers eine Permanence entstehen sollte. «Es war unser Ziel, in der Übergangszeit einen durchgehenden Notfall aufzubauen. Aber das ist uns nicht gelungen.»

Marc Devaud, Generaldirektor des Freiburger Spitals (HFR).
Keystone/a

Immer mehr Ärzte sind weg

In der Mitteilung nennt das HFR den Personalmangel als das grösste Hindernis für die Wiedereröffnung des Notfalls. Im vergangenen Jahr hätten Abgänge bei den Kaderärzten zu einer steigenden Belastung des verbleibenden ärztlichen Personals im HFR Tafers geführt. Die geplante Wiedereinführung einer durchgehenden Notaufnahme habe zusätzlichen Druck erzeugt. «Dadurch spitzte sich die Personalsituation derart zu, dass sogar eine Schliessung der Akutmedizin drohte», teilt das HFR mit. Der Generaldirektor ergänzt im Gespräch mit den FN, dass er es mit Anreizen wie mehr Ferien oder einem Bonus versucht habe – ohne Erfolg.

«Das ist kein Wunder», sagt der Arzt Manfred Piller. Das HFR habe sich in den letzten Jahren nicht gerade als guter Arbeitgeber profiliert. «Die Leute wurden regelrecht vergrault.» Niemand wolle eine Stelle antreten, von der er nicht wisse, ob sie in einem halben Jahr noch bestehe. Viele gute Leute hätten das Spital verlassen und sich verständlicherweise etwas Sicheres gesucht. «Es ist nicht ein Problem des HFR», entgegnet dazu Marc Devaud. «Es fehlt in der ganzen Schweiz an medizinischen Fachkräften.»

Noch ein halber Notfall

Als Alternative zum Rund-um-die-Uhr-Notfall soll im Spital Tafers gemäss Mitteilung schrittweise eine Permanence eingerichtet werden. Also ein Notfall, der nur zu bestimmten Zeiten zugänglich ist, beispielsweise von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends. Wann die Permanence eingerichtet wird, wissen die HFR-Verantwortlichen nicht. «Sobald wir das Personal gefunden haben», sagt Marc Devaud gegenüber den FN. Es würden noch ein oder zwei erfahrene Ärzte fehlen. Wenn man diese habe, könne man mit dem Team der Inneren Medizin ein gutes Notfallangebot aufbauen, zumal nun in der Person von Reiner Goebels, Facharzt Innere Medizin und Kardiologie, die Chefarztstelle Innere Medizin wieder besetzt sei.

Das HFR Tafers gewinne mit diesem Schritt wieder an Attraktivität für qualifizierte Kaderärzte, und der akutmedizinische Bereich des HFR Tafers könne weitergeführt werden. Es sei leichter, gute Ärzte für eine Stelle zu finden, wenn diese ohne Nachtarbeit angeboten werden könne, sagt der HFR-Generaldirektor. «Auf lange Sicht gewinnt die Notfallversorgung so an Qualität.»

Oder nach Bern

Für alle Notfälle, die über die Öffnungszeiten der Permanence hinausgehen, müssen sich die Patientinnen und Patienten ans HFR Freiburg wenden. «Oder sie gehen direkt nach Bern», sagt Manfred Piller. «Es ist ja schon jetzt so, dass praktisch jeder zweite Sensler lieber nach Bern geht als ins HFR.» Diese Meinung vertritt auch Oberamtmann Manfred Raemy.

Der Antrag, ganz auf die Wiedereröffnung der 24-Stunden-Notaufnahme zu verzichten und die derzeitige Notfallstation schrittweise in eine Permanence umzuwandeln, ist vom interimistischen Leiter des HFR Tafers, Gian Melcher, gekommen. Er sagt in der Mitteilung dazu: «Mit diesem Entscheid tragen wir zur Sicherung und Stabilisierung des gesamten Standorts bei und eröffnen Perspektiven für die Zukunft.»

Der Antrag, den 24-Stunden-Notfall zugunsten einer Permance aufzuheben, kam von Gian Melcher, vorübergehender Standortleiter des HFR Tafers.
Corinne Aeberhard/a

In der Mitteilung des HFR Freiburg wird darauf hingewiesen, dass die Versorgung der Bevölkerung bei schweren und leichten Notfällen im Spital Tafers schon jetzt jederzeit sichergestellt sei: Nebst der Notfallversorgung im HFR Tafers erfolge dies durch den hausärztlichen Notfalldienst, die Notrufnummer 144, den Notarztdienst des HFR und die Notaufnahme am HFR Freiburg.

Spital Tafers

Neuer Chefarzt für Innere Medizin

Das HFR teilt weiter mit, dass mittlerweile auch die vakante Stelle des Chefarzts für Innere Medizin im HFR Tafers neu besetzt werden konnte. Sie wird von Reiner Goebels, Facharzt Innere Medizin und Kardiologie, übernommen. Er hat seine fachärztliche Aus- und Weiterbildung vorwiegend an der Universitätsklinik in Aachen absolviert. Zuletzt war er während neun Jahren als Chefarzt Innere Medizin an der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath, einem Spital mit rund 500 Mitarbeitenden, tätig. Reiner Goebels wird die Stelle im Juli antreten und sie vorerst bis Ende 2021 innehaben. Das HFR habe aber die Absicht, ihn längerfristig anzustellen. im

Kommentare (4)

  • 01.06.2021-Anja Baeriswyl

    He was soll das den ist abnormal !!! Der Sense Bezirk braucht ein 24h Notfall

  • 31.05.2021-Engel Franz

    Was soll man von einer Spitalführung halten, die wiederholt abgegebene Versprechen nicht einhält? Eine Spitalführung der im Auditbericht ein völlig ungenügendes Arbeitszeugnis ausgestellt wird. Eine Spitalführung die nicht fähig ist Fehler einzugestehen, eine Spitalführung unter der beste und verdiente Leute frustriert kündigen und sich Neue gar nicht erst bewerben?

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema