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Kein Widerstand gegen Vully-Fusion

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«Wenn ihr am 1. Januar 2016 aufwacht, wird niemand einen Unterschied feststellen, ob die Fusion zustande gekommen ist oder nicht.» Mit diesen Worten begrüsste der Syndic von Bas-Vully, Pierre-André Burnier, die Anwesenden zum ersten von zwei Informationsanlässen zur Fusion der beiden Wistenlacher Gemeinden. Burnier machte klar, dass die Auswirkungen der Fusion langfristig seien.

«Unsere Gemeinden arbeiten bereits heute in vielen Bereichen zusammen.» Als Beispiele nannte Burnier den gemeinsamen Schulkreis, die Feuerwehr und die Zusammenarbeit in technischen Bereichen wie etwa in der Wasserversorgung. Eines der Ziele der Fusion sei, den Auf- wand, den die Verwaltungen und die Gemeinderäte für die Koordination solcher Aufgaben hätten, zu reduzieren. «Für neue, wichtige Projekte bleibt manchmal kaum Zeit.»

Diese Argumente scheinen bei den Einwohnern auf Verständnis zu stossen. Grosse Kritik an der Fusion gab es auch am Informationsabend von Dienstagabend in Lugnorre nicht. Beim Thema Geld allerdings gab es dann doch Fragen.

Die Fusion hat zwar kaum Einfluss auf die steuerliche Belastung. Der neue Steuerfuss von 60 Prozent bedeutet für die Einwohner von Haut-Vully eine leichte Erhöhung (aktueller Steuerfuss 58,2), für Bas-Vully eine leichte Reduktion (62,3). Vincent Guggisberg, Gemeinderat von Bas-Vully, rechnete vor, dass drei Viertel der Einwohner von Haut-Vully weniger als 50 Franken zusätzliche Steuern pro Jahr bezahlen müssten.

Angst vor Sozialkosten

Konkrete Sorgen machte sich ein Einwohner von Lugnorre (Haut-Vully) über die geplante Überbauung im Quartier «Les Sauges» in Sugiez (Bas-Vully). Er befürchtet, dass neue Mietwohnungen vor allem weniger gut verdienende Familien anziehen. «Haben die Verantwortlichen der Fusion ausgerechnet, was zum Beispiel Familien mit Kindern für zusätzliche Infrastrukturkosten verursachen und ob diese mit den erwarteten zusätzlichen Steuereinnahmen gedeckt werden könnten?»

Die Äusserung verleitete einige Anwesende zu einem Kopfschütteln. Mehrere Einwohner fanden, dass solche Aussagen ziemlich irritierend seien. Auch Syndic Pierre-André Burnier entgegnete, dass man sich als Gemeinde um eine Gemeinschaft als Ganzes kümmern müsse. «Ich denke bei der Entwicklung der Region an unsere Kinder.» Denn die 20- oder 30-Jährigen, die im Vully bleiben möchten, würden kaum geeignete Wohnungen zum Mieten finden. Genauso wie ältere Menschen, für welche das eigene Haus zu gross werde, die aber gerne in der Region bleiben möchten. Eine breite demografische Struktur sei für die Entwicklung einer Gemeinde wichtig, meinte Burnier.

Ein erster Schritt

Applaus gab es dagegen für Voten, die für eine Fusion sprachen. Zum Beispiel vom früheren Syndic Eric Simonet (Haut-Vully), der konkrete Beispiele nannte, wie viel Arbeit die Koordination von Gemeinde-Aufgaben verursacht. Auch die Erklärungen von Oberamtmann Daniel Lehmann sorgten in der Mehrzweckhalle für Applaus. Lehmann schilderte erwartungsgemäss die grösseren Zusammenhänge innerhalb des Seebezirks. «Der regionale Richtplan sieht vor, dass sich der Seebezirk in den fünf regionalen Zentren Courtepin, Gurmels, Kerzers, Murten und Vully entwickeln wird.» Und in diesem Gebilde sei es für den Vully als fusionierte Gemeinde sicher einfacher, geeint aufzutreten.

 Eine neue Gemeinde Mont-Vully helfe aber auch dem gesamten Seebezirk, geeinter innerhalb des Kantons zu wirken. Schmunzeln musste Lehmann, als ein jüngerer Einwohner sagte, dass eigentlich der gesamte Bezirk nur noch aus einer Gemeinde bestehen müsste, wenn er die Strategie des Oberamtmannes richtig verstehe. «Sie haben nicht ganz unrecht», antwortete Lehmann. Das sei aber zu visionär. «Es ist besser, mit einer Fusion einen ersten Schritt zu machen, als auf noch grössere Taten zu warten.»

 Zweiter Informationsanlass:Salle polyvalente, Nant. Mi., 11. Februar, 20 Uhr.

Zahlen und Fakten

Kaum Auswirkungen auf die Steuern

Die Stimmbürger von Bas-Vully und Haut-Vully stimmen am 8. März über die Fusion zur neuen Gemeinde Mont-Vully ab. Der Steuerfuss liegt mit 60 Prozent in der Mitte der beiden Gemeinden (Haut-Vully 58,3, Bas-Vully 62,3 Prozent). Bei einem Ja finden vorgezogene Gemeindewahlen im November statt, mit zwei Wahlbezirken. Haut-Vully (1430 Einwohner, Stand April 2014) darf vier Gemeinderäte stellen, Bas-Vully (2050 Einwohner) deren fünf. Die neue Gemeinde Mont-Vully wäre mit rund 3500 Einwohnern die fünftgrösste des Seebezirks.tk

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