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«Kein Wunder, regt das All die Fantasie an»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Christian Schmutz

Klaus Vonlanthen, was macht die Faszination der Astronomie aus?

Es ist eine sehr vielfältige Wissenschaft, die sehr direkt erfahrbar ist. Der Sternenhimmel spricht den Kopf und den Bauch gleichzeitig an und fasziniert Erwachsene wie Kinder. Mich erinnert das an die Romantik der Seefahrer: Die Leute versuchen immer wieder zu neuen Grenzen vorzustossen. Wir kennen heute erst etwa fünf Prozent des riesigen Weltalls. Kein Wunder, hat das All auch die Fantasie der Leute angeregt.

Haben Computerspiele und Science-Fiction-Bücher oder -Filme den Astronomen den Rang abgelaufen?

Nein, da kommt halt einfach noch der spielerische Aspekt hinzu. Auf beide Arten kann man vor der Realität fliehen und in eine völlig andere Welt eintauchen – gerade mit der heutigen Trickfilm-Technik. Da wird die virtuelle Welt simuliert und so wie eine reale empfunden.

Wie haben Sie es selbst mit Fantasiegeschichten rund um den Weltraum?

Ich habe schon früher sehr gern Science-Fiction gelesen. Das Interesse an den Sternen habe ich übrigens von meinem Grossvater geerbt.

Und welche Bedeutung hat die Astronomie in der Wissenschaft?

Die Astronomie ist die Naturwissenschaft mit dem einfachsten Zugang. Laien können mitverfolgen, wo die Forschung momentan steht. Astronomie ist sehr fächerverbindend und eigentlich die älteste Wissenschaft. Die Abläufe im Jahr und die Jahreszeiten wurden schon immer mit dem Stand von Sonne und Mond verbunden. Übrigens: Astronomie ist auch die einzige Wissenschaft, die in die Vergangenheit blicken kann. Wenn ein Stern 20 000 Lichtjahre entfernt ist, dann erreicht uns sein Licht erst nach 20 000 Jahren, nachdem es vom Stern abgegangen ist. Es gibt uns also eine Information, wie es dort vor 20 000 Jahren ausgesehen hat. Vielleicht gibt es diesen Stern heute gar nicht mehr.

Erwarten Sie ein Leben ausserhalb der Erde bzw. dass wir von Ausserirdischen besucht werden könnten?

Da versuche ich mit Wahrscheinlichkeiten zu antworten: Man weiss seit den 1990er Jahren, dass unser Sonnensystem kein Einzelfall ist. Bei den Abermillionen von Sternen und Milchstrassen ist es sehr wahrscheinlich, dass es etwas Ähnliches wie die Erde gibt. Aber für direkte Kontakte mit solchen Wesen ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel kleiner, weil diese extrem weit entfernt leben würden. Der nächste Stern ist 4,5 Lichtjahre entfernt. Selbst für Licht- oder Radiowellen würde eine solche Reise hin und zurück also mindestens neun Jahre dauern.

Also keine Marsmenschen?

Der Mars ist ein gutes Stichwort. Da die Menschen bei diesem Planeten am besten auf die Oberfläche sehen und diese stark durchfurcht ist, ist man von der Vorstellung von Marsmenschen ausgegangen, die diese «Kanäle» gegraben haben. Dann hat man gemeint, dass Leben auf dem Mars wegen Wassermangels nicht möglich ist. Doch neuerdings hat die Marssonde Phoenix tatsächlich Wasser gefunden. Es hat möglicherweise mal Bakterien oder Ähnliches gegeben. Marsmenschen sind also gar nicht mehr so unmöglich. So schliesst sich der Kreis wieder.

Wie ist das Verhältnis zu Astrologen und Horoskopen?

Es ist eng verwoben. Das Bedürfnis, über die Sterne mehr über unser Leben zu erfahren, ist sehr alt. Schon bei den alten Ägyptern versuchten Sterndeuter Ereignisse und Tendenzen vorauszusagen, weil sich Dinge am Himmel wiederholten.

Ich selbst bin als Naturwissenschaftler zurückhaltend und sehe keinen Zusammenhang zwischen dem Stand der Sterne und dem Schicksal der Menschen. Dazu ein Hauptargument: Wie bei einem unstabilen Kreisel verändert die Erdachse durch die sogenannte Präzession ihre Orientierung. Dadurch hat sich die Richtung der Sternzeichen um rund einen Monat verschoben. Wird also jemand am 24.12. geboren, werden ihm Steinbock-Eigenschaften nachgesagt, obwohl die Sonne an diesem Tag noch im Schützen aufgeht. Ausserdem müssten zweieiige Zwillinge charakterlich immer sehr ähnlich sein. Und mit Kaiserschnitten könnte man Designerbabys mit dem «richtigen» Sternzeichen und Aszendenten entwerfen. Ich streite nicht ab, dass einige Leute einen Einfluss sehen, aber mich als Naturwissenschaftler kann dies nicht überzeugen.

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