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Keine Massnahmen für eine bessere Frauenvertretung in Verwaltungsräten

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«Ich hätte es gerne gehört, wenn sich ein Mann zum Thema geäussert hätte», sagte Sabrina Fellmann (SP, Cormérod) gestern im Grossen Rat, nach einer mindestens halbstündigen Debatte zum Thema Frauenvertretung in Verwaltungsräten. Zuvor hatten sich ausschliesslich Frauen zu Wort gemeldet. Etliche davon sprachen sich dagegen aus, dass der Staatsrat Wege sucht, um die Vertretung von Frauen in Verwaltungsräten von Unternehmen, bei denen der Kanton Aktionär ist, zu fördern.

Einen entsprechenden Auftrag hatten zehn SP-Grossrätinnen im letzten November eingereicht. Sie forderten, dass der Staatsrat angesichts der Neuwahlen, die 2015 in etlichen Verwaltungsräten stattfinden, klare Ziele setzt. Zum Beispiel einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent (FN vom 20. Juli).

An dieser Formulierung störten sich Vertreterinnen anderer Parteien: «Frauen sollten wegen ihrer Kompetenzen in einen Verwaltungsrat gewählt werden und nicht, weil sie Frau sind», sagte beispielsweise Susanne Aebischer (CVP, Kerzers). Gebe es eine Quote für Frauen, bräuchte es auch eine für das Alter, die Sprache oder die Berufe, sagte sie. Was es zu erreichen gelte, sei eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie «Karriereflexibilität»: «Auch Männer sollen in Kaderpositionen 80 Prozent arbeiten können», sagte sie.

Andere Wege gefragt

Antoinette de Weck (FDP, Freiburg) bedauerte, dass der Staatsrat in seiner Antwort zum Auftrag keine Alternativen zu Quoten gesucht habe. Frauen brächten eine Diversität in Verwaltungsräte, doch es brauche andere Wege als Quoten, um eine höhere Vertretung zu erreichen.

«Ich möchte nicht eine Quotenfrau sein», sagte Nadia Savary (FDP, Vesin), und Gilberte Schär (SVP, Murten) meinte sogar: «Quoten sind kontraproduktiv.»

Für bestimmte Dauer

Anders tönte es von linker Seite. «Zumindest für eine bestimmte Dauer scheint eine Frauenquote das einzige Mittel zu sein, um das Ziel zu erreichen», sagte Bernadette Mäder-Brülhart (CSP, Schmitten). Natürlich müsse die Qualität vor der Quote kommen. «Aber glauben Sie mir, es gibt auch in unserem Kanton Frauen mit Kompetenzen», fügte sie trocken an. Es brauche einen professionellen Suchprozess, der auf Frauen ausgerichtet sei.

Giovanna Garghentini Python (SP, Freiburg) hielt fest, dass die Schweiz ein Land der Quoten sei: Es gebe sie in verschiedenen Gremien bezüglich der Sprache oder der Partei. «Unser Auftrag fordert aber nicht unbedingt eine Quote», betonte sie. «Wir wollen Massnahmen, um die Vertretung von Frauen zu verbessern, das kann auch etwas anderes als Quoten sein.»

Sabrina Fellmann (SP, Cormérod) sagte: «Wir sind nicht mehr im Stadium, wo wir beweisen müssen, was wir können.» Eine Quote sei eine praktische Lösung, um die Vertretung zu verbessern. «Sind erst einmal mehr Frauen in Verwaltungsräten, werden sie den Frauen in diesen Unternehmen eine Karriere erleichtern. So werden Quoten bald nicht mehr nötig sein.»

Und zum Schluss meldeten sich doch noch einige wenige Männer zu Wort: Jean-Daniel Wicht (FDP, Givisiez) sagte, dass er kürzlich in seiner Firma eine Frau für eine Kaderposition rekrutiert habe. «Ich bereue es nicht, aber ich musste sie überzeugen. Die Frauen müssen mehr Vertrauen in sich selbst haben.» Laurent Thévoz (Grüne, Freiburg) forderte den Staatsrat schliesslich auf: «Nun gilt es, zu handeln.»

Der Grosse Rat überwies den Auftrag jedoch nicht, sondern lehnte ihn mit 57 zu 32 Stimmen bei 6 Enthaltungen ab. Der Staatsrat selbst hatte sich dagegen ausgesprochen.

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