Freiburg 25.06.2020

Wie kommt man aus den Schulden raus?

Wie steht es um den Umgang mit Geld bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen? Schulden sind auch bei ihnen ein Thema.
Corinne Aeberhard/a
Jugendliche in der Schuldenfalle: Wie rutschen Jugendliche in die Schulden und was müssen sie tun, um aus diesen wieder herauszukommen? ZiG-Reporterinnen haben sich bei der Freiburger Kantonalbank auf die Suche nach Antworten gemacht.

Jugendverschuldung ist auch in der Schweiz ein Thema. Gründe dafür gibt es viele. Junge Menschen liessen sich beispielsweise leichter beeinflussen, sagt David Sturny, FKB-Regionaldirektor der Region Saane, im Gespräch. Sie seien daher das Ziel vieler Kreditwerbungen. Jugendliche seien auch besonders von Schulden durch Online-Shopping betroffen, informiert David Sturny. Der Umgang mit Geld spiele denn auch eine wichtige Rolle bei der Jugendverschuldung, sagt der Experte: «Sie ist in der Regel das Ergebnis eines schlechten Geldmanagements und verminderten Einkommens.»

Kredite abschliessen

Eine weitere Ursache für die Verschuldung von Jugendlichen ist gemäss Sturny der zum Teil einfach mögliche Abschluss von Krediten ab 18 Jahren. Tatsächlich seien Jugendliche und junge Erwachsene ständig mit Werbung konfrontiert, ob in sozialen Netzwerken oder in der Presse. Dies fördere ein solches Konsumverhalten: «Zunächst wollen sie das neuste modische Smartphone kaufen, dann ein Auto, für dessen Anschaffung sie sich allenfalls Geld leihen müssen», so Sturny.

Langfristige Auswirkungen

«Selbst wenn alle Schulden getilgt sind, hinterlässt die Schuldenphase im Lebenslauf eines jungen Menschen Spuren. Das kann auf die eine oder andere Weise schädliche Folgen für seine Zukunft haben. Das wollen wir nicht verhehlen», sagt Sturny. Das könne dann beispielsweise beim Suchen einer neuen Wohnung der Fall sein.

Ein Budget führen

«Bei der Freiburger Kantonalbank vergeben wir keine Kredite an junge Leute», erklärt Sturny angesprochen auf den Umgang mit dem Thema Jugendverschuldung bei der Kantonalbank. Schweizer Banken würden versuchen, die Situation zu verbessern, indem sie beispielsweise Präventionsarbeit bei Jugendlichen leisten, um den Schaden so weit wie möglich zu begrenzen. Um bereits im Vorfeld einer Verschuldung vorzubeugen, sei zudem das Führen eines eigenen Budgets zentral: «Das Wichtigste ist, ein Budget aufzustellen, sich daran zu halten und vor allem kein Geld auszugeben, das man nicht hat», erklärt Regionaldirektor David Sturny.

Umgang beibringen

Und was können Eltern tun, um einer Verschuldung ihrer Kinder vorzubeugen? Erstens könnten sie ihren Kindern Geld anvertrauen und ihnen so von klein auf beibringen, wie sie mit einem Budget umgehen, sagt Sturny. In der Schweiz könnten Eltern für ihre Kinder ab dem sechsten Lebensjahr auch ein Bankkonto eröffnen, so der FKB-Regionaldirektor weiter. Im Alter von zwölf Jahren könne ein Kind dann anfangen, selbstständig Geld von seinem Konto abzuheben, ohne dass die Zustimmung der Eltern dazu erforderlich sei. Es handle sich dabei um eine Art Lebenstraining für das Kind, so dass die Eltern den Jugendlichen helfen könnten, die Bedeutung des Umgangs mit Geld zu erkennen.

«Das Wichtigste ist, ein Budget aufzustellen, sich daran zu halten und vor allem, kein Geld auszugeben, das man nicht hat.»

David Sturny

FKB-Regionaldirektor